Jahrgang 
1906
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turienten hatte. Das Ende der Feier bildete die Ueberreichung der Reifezeugnisse durch den Direktor.

Der Gesundheitszustand war im abgelaufenen Schuljahr sowohl bei Lehrern, als Schülern zum Teil recht unbefriedigend. Im Juni wurde die 2. Vorschulklasse in solchem Umfange von den Masern heimgesucht, dass sie auf einige Zeit geschlossen werden musste. Aber auch unter den Lehrern kamen schwerere Erkrankungen vor: Herr Professor Dr. Siebert stürzte im Mai mit dem Fahrrad, so dass er einige Zeit seinen Dienst nicht versehen konnte, und Ende Januar, sowie während eines Teils des Februars musste er wegen einer Erkrankung des einen Armes dem ÜUnterricht fernbleiben. Ebenso wurde Herr Professor Storck längere Zeit von einem Beinleiden belästigt, und endlich erlitt Herr Professor Kellner im Oktober durch Ausgleiten eine schwere Verletzung des einen Beines; er hatte dann im Dezember das Unglück, mit diesem noch nicht vollständig ge heilten Bein auf dem Gang zur Schule nochmals zu stürzen und seinen Zustand so zu verschlimmern, dass er erst Mitte Januar seinen Dienst wieder aufnehmen konnte, gegen Schluss des Schuljahres aber einen Urlaub zum Zweck einer Badekur antreten musste.

Der Tod entriss uns diesem Schuljahr 2 brave Schüler: durch einen unseligen Zufall wurde am 9. Mai der Untertertianer Philipp Müller von der Lokalbahn über- fahren und starb bald darauf an den furchtbaren Verletzungen, die er dabei erlitten hatte; am 4. August erlag der Vorschüler Franz Mohr einem schweren Leiden.

Ostern 1905 wurden 2 neue Parallelklassen errichtet, IVs und Va. Um für diese in dem Haupt-Schulgebäude Platz zu gewinnen, wurden 2 Vorschulklassen in einem von der Stadtverwaltung zur Verfügung gestellten Hause in der Glockengasse untergebracht, Da sich aber dieses Haus doch als recht wenig geeignet erwies, so wurde die bisherige Lehrwerkstätte und die öffentliche Lesehalle frei gemacht und die beiden Klassen hier- hin verlegt.

Für Ostern 1906 ist die Errichtung von 5 neuen Parallelklassen(Ib2, IIIas, IIIb:, IVa, VIa) vorgesehen. Um diese unterbringen zu können, müssen Räume in dem Ge bäude der früheren Realschule in der Herrnstrasse benutzt werden. Die Anstalt hat dann 28 Klassen, zu denen voraussichtlich Ostern 1907 noch weitere hinzutreten werden. Es ist deshalb die Trennung in zwei vollständige Oberrealschulen in Aus- sicht genommen, und mit dankenswerter Bereitwilligkeit hat die Stadtverwaltung be schlossen, für die zweite Oberrealschule ein neues Gebäude im Süden der Stadt, an der Ecke der Senefelder und Haydn-Strasse, baldmöglichst zu errichten.

Durch das dankenswerte Entgegenkommen der RudergesellschaftUndine und des Schwimmvereins war unseren Schülern Gelegenheit zum Rudern und Schwimmen im Main geboten. Viel Anregung dafür brachte das am 13. August veranstaltete Wett- rudern, bei dem sich unsere Mannschaft den von derUndine gestifteten Wanderpreis für Schülerrudern erstritt, sowie das Wettschwimmen am 27. August, an dem sich unsere Schwimmriege mit grossem Eifer, wenn auch nicht ganz mit dem gewünschten Erfolg beteiligte.