Jahrgang 
1917
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Während des Schuljahres beehrte Herr Geh. Oberſchulrat Block unſere Anſtalt zweimal mit ſeinem Beſuch.

Im Laufe des Monats November verließ uns Herr Pfarrverwalter Bürſtlein, um in den Heeresdienſt einzutreten. Seinen Unterricht übernahm Herr Pfarrverwalter Jaudt.

Der Geburkstag S. K. H. des Großherzogs wurde durch eine größere Feier in der Turnhalle, bei der Fräulein Lili Müller die Feſtrede hielt, begangen.

Am 1. Dez. 1916 wurde Herr Oberlehrer Richter zum Profeſſor ernannk.

Zur Feier der Einnahme Buhareſts wurde der Unterricht am 7. Dezember 1916 ausgeſetzt.

Herr Prof. Keller, der z. Zt. als Etappenpfarrer im Oſten tätig iſt, erhielt das Eiſerne Kreuz II. Kl., nachdem er ſchon vorher mit dem Heſſiſchen Sanitätskreuz ausgezeichnet worden war.

Herrn Oberlehrer Richter wurde von dem Heſſ. Landesverein vom Roten Kreuz für die eifrige Sammeltätigkeit des Kriegspfennigs eine von Prof. Gaul in Berlin kunſtvoll in Eiſen hergeſtellte Denkmünze mit einem Danhſchreiben überſandt.

Demſelben und dem ſich im vaterländiſchen Dienſt an unſerer Schule mit großer Liebe und Mühe betätigenden Herrn Reallehrer Meſſinger wurde von S. K. Hoheit dem Großherzog das Heſſiſche Kriegsehrenzeichen verliehen, das ihnen der Direktor am 24. Dezember überreichte.

Für die erſten Tage des Januar erhielten die Herren: Oberlehrer Dr. Schrod, Reallehrer Daab, Reallehrer Kieffer und Prediger Bloch Einberufungen zum Heeresdienſt.

Nach den Weihnachtsferien, die zwecks Kohlenerſparnis auf Wunſch des Generalkomman⸗ dos des XVIII. A.-K. laut Vfg. d. Gr. M. d. J. bis zum 16. Januar 1917 verlängert worden waren, erhielten wir Erſatz für die fehlenden Lehrkräfte in Hertn Lehramtsaſſeſſor Hahn von der hieſigen Goetheſchule und in Fräulein Weber vom ehemaligen Heintzenberg'ſchen Inſtitut. Die Unterrichksſtunden des Herrn Reallehrers Daab wurden von den übrigen Damen und Herrn mit⸗ verſehen. Die Stunden für Herrn Prediger Bloch übernahm Herr Lehrer Diel, während der von Herrn Oberlehrer Richter erteilte Stenographieunterricht ſchon vorher von Herrn Lehrer Raab von der Mädchenmittelſchule hier übernommen worden war.

Am 16. Januar 1917 fand in der Turnhalle eine ſtimmungsvolle Gedächtnisfeier für die im Felde gefallenen Lehrer unſerer Schule, die Herren Oberlehrer Wild und Aſſeſſor Dr. Schachſſtatt. Zum ewigen Gedächtnis und zur Mahnung der kommenden Geſchlechter wurde den Gefallenen ein Ehrenſchild genagelt.

Zur Feier des Geburtstages S. M. des deutſchen Kaiſers veranſtalteken wir infolge Platz⸗ mangels zwei öffenkliche Schulfeiern. Eine große Auswahl ſchöner Dichtungen, Muſik- und Ge⸗ ſangsvorkräge, um die ſich Herr Reallehrer Meſſinger ſehr verdient gemacht hat, ebenſo die Feſtrede des Herrn Aſſeſſor Dr. Freiherr Gedult v. Jungenfeld über unſeren Friedens⸗ kaiſer ſicherten der Feier einen ſchönen ſtimmungsvollen Verlauf.

Am 1. März 1917 mußte ſich zu unſerem allgemeinen Bedauern Herr Direktor Dr. Hell- wig wegen eines ſchon ſeit längerer Zeit beſtehenden Magenleidens zur Beobachtung und Hei⸗ lung ins ſtädtiche Krankenhaus begeben. Bis zur Niederſchrift dieſes Berichts war die Geſundheit des Genannten noch nicht wiederhergeſtellt. Die Vertretung hatte Herr Prof. Dr. Weide über⸗ nommen.

Im übrigen war der Geſundheikszuſtand des Lehrkörpers und der Schülerinnen befrie⸗ digend.

Infolge Kohlenmangels mußte vom 8. Februar ab bis zum 20. desſelben Monats der Un- terricht der Vorſchulklaſſen im Gebäude des früheren Heintzenberg'ſchen Inſtitkuts an den Nach⸗ mittagen im Hauptgebäude abgehalten werden. Aus demſelben Grunde mußte am 8. März der Unterricht in beiden Gebäuden ausgeſetzt werden.

Auch im verfloſſenen Schuljahr haben die Schülerinnen in reichem Maße ihre vaterlän⸗ diſche Tätigkeit fortgeſetzk.