IV. Zur Geſchichte der Rnſtalt.
Aus dem Schuljahr 1915/16 iſt noch nachzutragen, daß Herr Reallehrer Kieffer, ausgezeich⸗ net mit dem Eiſernen Kreuze II. Kl., am 23. März 1916 vom Heeresdienſt zurückkam.
Das neue Schuljahr begann am 1. Mai mit einer Feier in unſerer Turnhalle, bei der Herr Pfarrverwalter Bürſtlein eine kurze Anſprache und Andacht abhielt. Die Leitung ruhte wie ſeither in den Händen des Herrn Geh. Schulrat Direktor Karg.
Anſtelle des an die höhere Mädchenſchule in Alzey verſetzten Herrn Lehramtsaſſeſſor Hein- rich Lohnes, trat zu Beginn des Schuljahres Herr Lehramtsaſſeſſor Hermann Stöhr von der gleichen Anſtalt.
Gegen Ende des Monats Mai wurde Herr Oberlehrer Dr. Friedrich Schrod vom Heeres⸗ dienſt entlaſſen und nahm ſeinen Unterricht wieder auf. Seine ſeitherige Vertreterin, die Schulverwal⸗ terin Fräulein Wilhelmine Blume, wurde daraufhin am 3. Juni 1916 an die Auguſtinerſchule nach Friedberg verſetzt.
Vom 6. Juni ab konnte auch der vom Heer entlaſſene Oberlehrer Herr Prof. Dr. Weide ſeinen Dienſt an der Anſtalt wieder aufnehmen.
Im Kampfe fürs Vaterland fiel am 5. Auguſt 1916 im Oſten Herr Lehramtsaſſeſſor Dr. Adolf Schach, Unteroffizier im Landwehr⸗-Inf.-⸗Reg. Nr. 349.
Der Verſtorbene, deſſen frühen Tod wir aufs tiefſte betrauern, hat in den Jahren 1914 und 1915 vor ſeiner Einberufung unſerem Lehrkörper angehört und ſich in der leider nur kurzen Zeit ſeines Wirkens an unſerer Anſtalt durch ſein freundlich-beſcheidenes und doch zielbewußtes Weſen, durch ſeine gediegene und küchtige Arbeit unſer aller Liebe und Hochachtung und unſerer Schüle⸗ rinnen dankbare Verehrung erworben.
Wir werden unſeren jungen Amtsgenoſſen nie vergeſſen!
Laut Dekret S. K. H. des Großherzogs vom 11. Aug. 1916 wurde Herr Prof. Dr. Jakob Hellwig vom Realgymnaſium in Mainz zum Direktor unſerer Anſtalt ernannk.
Wir benutzen die Gelegenheit, um Herrn Geh. Schulrat Karg für die viele Mühe und Sorg⸗ falt, mit der er ſo lange Zeit die Leitung unſerer Anſtalt verſehen hat, auch an dieſer Stelle un⸗ ſeren herzlichſten Dank auszuſprechen.
Herr Dr. Hellwig ſtand ſeit dem 4. Mobilmachungstag als Hauptmann der Landwehr bei einem Landwehrinfanterieregimenk im Felde. Dort erwarb er ſich das Eiſerne Kreuz II. Kl. und die Heſſiſche Tapferkeiksmedaille.
Da die Entlaſſung vom Heeresdienſt ſich verzögerke, ſo konnte Herr Direktor Dr. Hell- wig ſeinen Dienſt erſt Anfang Oktober antreten. Am 9. Oktober 1916 wurde er durch Herrn Bür⸗ germeiſter Porthin einer würdigen Feier in unſerer Turnhalle eingeführkt und der Schule vor⸗ geſtellt. Namens des Lehrkörpers bewillkommnete ihn Herr Prof. Dr. Weide, namens der hieſigen höheren Lehranſtalten Herr Geheimrat Jäger, Direktor der Oberrealſchule am Friedrichsplatz.
Durch Vfg. Gr. M. d. J. vom 16. Oktober 1916 wurde die Schulverwalterin Fräulein Martha Dahmer, die ſeit Oſtern 1915 an unſerer Anſtalt tätig geweſen war, an die Volksſchule nach Schlitz verſetzt.
Am 8. November 1916 wurde Herr Oberlehrer Richkter zum Heeresdienſt einberufen. Den phyſikaliſchen und chemiſchen Unterricht übernahm Herr Prof. Dr. Weide, den mathemati⸗ ſchen Herr Aſſeſſor v. Jungenfeld.


