Jahrgang 
1915
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In der Hauptſache will aber die Frauenſchule denjenigen Mädchen dienen, die ſich nicht auf einen Beruf außerhalb des Hauſes vorbereiten. Sie will durch Vertiefung und Erweiterung allgemeiner Geiſtesbildung, ſowie durch SEinführung in die praktiſchen Aufgaben der deutſchen Hausfrau und Mutter und nicht zuletzt durch Weckung ſozialen Empfindens und Verſtändniſſes dazu helfen, daß unſere Schülerinnen den reichen, großen, ſchönen Aufgaben der gebildeten Frau gerecht werden, die ihrer in ihrem ſpäteren Leben innerhalb des Hauſes und der ſozialen Gemeinſchaft harren. Kaum iſt es nötig zu er⸗ wähnen, daß jetzt, in der wunderbaren Zeit einer patriotiſchen Erhebung ohnegleichen, unſere Frauen⸗ ſchülerinnen auch auf die Pflichten der deutſchen Frau, für ihr Vaterland der großen Zeit würdige Opfer zu bringen, nachdrücklich hingewieſen und ebenſowohl im Koch-, wie im Madelarbeitsunterricht durch Mitarbeit an den Werken helfender Liebe ſchon jetzt an die Erfüllung jener Pflicht gewöhnt werden.

In der Seit vom 20. bis 31¼. März nachmittags 3 5 Uhr findet im Handarbeitsſaal im Schul⸗ gebäude Geleitsſtraße 18 eine Ausſtellung von Madelarbeiten unſerer Frauenſchülerinnen ſtatt, zu deren Beſichtigung hierdurch ſreundlichſt eingeladen wird.

Offenbach a. M., Anfang März 1915. Dr. Eger.