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IV. Zur Geſchichte der Anſtalt.
Das Schuljahr wurde am 20. April mit einer Verſammlung der 7 oberſten Jahrgänge in unſerer Turnhalle eröffnet. Dabei wurde Herr Lehramtsaſſeſſor Philipp Laun, früher an der hHöheren Bürgerſchule in Homberg, der an Stelle des an die höhere Bürgerſchule zu Babenhauſen übergegangenen Lehramtsaſſeſſors Herrn Karl Dallſchmitt an unſere Anſtalt verſetzt wurde, dem Lehrerkollegium und den Schülerinnen vorgeſtellt.
Hum Zweeck einer Studienreiſe nach Schottland war Herr Oberlehrer Wild vom 27. Juni an für einige Wochen beurlaubt; durch den Ausbruch des Krieges war er genötigt, ſeinen Aufenthalt in Edinburg abzubrechen und am 1. Auguſt hierher zurückzukehren.
Anfang Auguſt wurden folgende Mitglieder unſeres Lehrerkollegiums zum, Kriegsdienſt eingezogen:
Oberlehrer Keller, Sanitätsunteroffizier.
3 Pfeifer, Vizefeldwebel der Reſerve.
„ Wild/ 7 2„ Lehramtsaſſeſſor LCohnes, Unteroffizier der Reſerve. Reallehrer Müller, Landwehrmann.
7. Ki e f f er/ 2 Lehrer Diel, Landwehrmann.
Von ihnen kehrten Herr Reallehrer Müller ſchon nach kurzer Zeit und herr Lehrer Diel im Januar aus Geſundheitsgründen hierher zurück; ſie nahmen ihren Dienſt an unſerer Anſtalt wieder auf.
Die Weiterführung des Unterichts wurde uns dadurch ermöglicht, daß ſich mit Kriegsausbruch folgende Damen in dankenswerteſter Weiſe freiwillig und zunächſt unentgeltlich als Volontärinnen zur Verfügung ſtellten:
Frl. Hermine Käßner bis Weihnachtsferien(von da an Schulverwalterin in Iſenburg).
„ Mechthild Dittmar bis herbſtferien(von da an Schulverwalterin in Offenbach). Auguſte Winter bis 8. November(von da an Schulverwalterin in Bickenbach). „ Erſalenn Trtfchles ſeit 13. Nov. bezw. 4. Jan, Schulverwalterinnen an unſerer Anſtalt. Der herzlichſte Dank unſerer Schule gebührt auch Herrn Uirchenrat Pfarrer a. D. Ludwig Joſt, dem nach einer Miniſterial⸗Verfügung vom 5. September ein Teil unſeres evangeliſchen Religions unterrichts übertragen werden konnte, und der ohne Entgelt 4, ſpäter 6 Religionsſtunden in unſeren oberſten Klaſſen erteilte.— Für herrn Lehrer Diel übernahm Herr Pfarrer Bloch während ſeiner Abweſenheit die freireligiöſen Unterrichtsſtunden der unteren Stufe.
Schwere Verluſte brachten unſerer Anſtalt die Monate Auguſt und Oktober des Jahres. Am 22. Auguſt fiel bei Neufchateau im Alter von 31 Jahren hHerr Oberlehrer Wilhelm Wild, einer der aus⸗ gezeichnetſten, pflichttreuſten und bei alt und jung geſchätzteſten Lehrer, die unſere Anſtalt in den 60 Jahren ihres Beſtehens wohl je gehabt hat.„In ihm— heißt es in einem Nachruf— betrauert die Stadt Offenbach eine Zierde der Anſtalt, der er ſeit Oſtern 1907 angehörte, und deren Aufblühen und Ge⸗ deihen mit ſeiner anſpruchsloſen, aber durchaus gediegenen und höchſt erfolgreichen Arbeit eng verknüpft war. Mit einer ungewöhnlichen Begabung und Lehrkunſt verband er reiche wiſſenſchaftliche Kenntniſſe, die er durch ununterbrochene Privatſtudien und mehrere Reiſen ins Ausland bis in die letzten Wochen ſeines Lebens ſtets zu vermehren beſtrebt war. Noch mehr wirkte er auf alle, die ihm nahe kamen,


