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Grade war das kleine Mädchen mit einem guten Zeugnis zu ſeinen Eltern in die herbſtferien nach Windesheim bei Ureuznach heimgekehrt, als es von einer Gehirnkrankheit befallen und binnen weniger Tage dahingerafft wurde. Leider konnte bei der Beerdigung, die zu Kreuznach ſtattfand, von unſerer Anſtalt niemand anweſend ſein. Aber die Teilnahme war im Lehrerkollegium und unter unſeren Schülerinnen groß, und wir werden dem ſo früh entſchlafenen lieben Mädchen noch lange ein freundliches Andenken bewahren.—
Auch im abgelaufenen Schuljahre waren während des Sommerhalbjahres freiwillige Spiel⸗ nachmittage für die Klaſſen V—I eingerichtet; die Beteiligung war befriedigend. Ein Schülerinnen⸗ verein, der ſich auch mit Leibesübungen beſchäftigt, iſt der der Pfadfinderinnen, zu dem nahezu 70 unſerer Schülerinnen gehören.— Schauturnen oder Spielfeſte wurden von unſerer Schule nicht veranſtaltet. Dagegen unternahmen alle Ulaſſen etwa monatlich eine 2—3 ſtündige Vormittags⸗ wanderung. Dreimal wurde der Machmittagsunterricht zum Sislauf freigegeben. Am 3. Juni fand ein Tagesausflug ſtatt.
Zur Belebung des kunſtgeſchichtlichen Unterrichts unternahm herr Oberlehrer Ueller Ausflüge nach Worms(Dom, Paulusmuſeum), Oppenheim(Ratharinenkirche) und Darmſtadt(Landes⸗ muſeum). Oefter wurden in Frankfurt a. M. die ſtädtiſche Galerie und das Städelſche Kunſtinſtitut beſucht, ebenſo in Offenbach ſelbſt die Ausſtellungen des Vereins für Kunſtpflege(Kaufmannskunſt Graphik und„Gut und Böſe“) unter Führung des Kunſtpflegers Herrn Dr. Schmidt.
Alle unſere Klaſſen wohnter am 23. Januar den vaterländiſchen Feſtſpielen zum Beſten des Völkerſchlachtdenkmals bei.— Schülerinnen unſerer oberſten Klaſſen beſuchten in Frankfurt Aufführungen der Maria Stuart(Führung: Herr Dr. Schrod), des Molièreſchen L' Avare(Führung: Frl. Müller III) und des Scribaſchen Le Verre d' Eau(Führung: Frl. Müller I, Frl. Vogt und Herr Oberlehrer Wild).
Unter den uwendungen des vergangenen Schuljahrs iſt vor allem die wertvolle Bibliothek des im Januar 1913 verſchiedenen Herrn Lehrers Ph. Bender zu erwähnen, die nach dem letzten Willen unſeres langjährigen Kollegen unſerer Anſtalt zugefallen iſt. Für die hochherzige Schenkung ſei auch an dieſer Stelle unſer herzlichſter Dank ausgeſprochen.— Außerdem iſt zu nennen ein Bild von Frankfurt für unſeren Zeichenſaal, Geſchenk des Herrn Julius heyne, weiter von Herrn Reallehrer Fr. Wilh. Müller Bechtolsheimer, Rheinheſſen zur Zeit der Franzoſenherrſchaft, von Herrn Lehrer Gabriel Soziale Ethik der Juden, von den Schülerinnen G. Romann(IIIa) und L. Schmidt(IIa) Unterhaltungsſchriften. Die Oſtern 1913 entlaſſenen Schülerinnen ſtifteten für die Schülerinnenbibliothek 36 Mark. Allen Gebern ſagen wir nochmals unſeren wärmſten Dank.


