I. Schulnachrichten.
A. Porſtand der Rnſfalt.
1. Oberbürgermeiſter W. Brink. 2. Gymnaſialdirektor Dr. Henſell. 3. Stadtverordneter M. Graf.
4. 7 H. Unverzagt bezw. K. Schömbs. 5. Direktor Dr. Otto.
B. Zur Geſchichte der Anſtalk.
Die ſchon vor Ablauf des Schuljahres 1903/4 erfolgten Anmeldungen von Schülerinnen für 1904 ergaben für die künftige Elementarklaſſe eine ſo große Zahl, daß der Vorſtand der Schule die Teilung dieſer Klaſſe in zwei Parallelkurſe und die Errichtung einer neuen Lehrerſtelle beantragte. Der Antrag fand die Billigung der Stadtverordnetenverſammlung und wurde durch Verfügung der hohen Schul⸗ behörde vom 2. April 1904 genehmigt. Am 6. April 1904 wurde die proviſoriſche Verwaltung der neuen Stelle mit Wirkung vom Beginn des neuen Schuljahres der Aſpirantin des höheren Lehrfachs Elſe Seyd aus Darmſtadt übertragen. Der für die neue Klaſſe erforderliche Raum wurde dadurch gewonnen, daß das ſeitherige Lehrerzimmer in ein Klaſſenzimmer verwandelt und die Chorgeſangſtunde aus dem Zeichenſaale in die Turnhalle verlegt wurde. Von dem Zeichenſaale wurde durch Einziehung einer Gipswand ein Raum abgeſchnitten, der als Lehrerzimmer dient.
Am Schluſſe des Schuljahres 1903/4 ſah ſich Frl. Vogt durch Krankheit genötigt, um Urlaub von Beginn des neuen Schuljahres bis zu den nächſten Pfingſtferien nachzuſuchen. Durch miniſterielle Verfügung vom 6. April wurde ihr Geſuch genehmigt; zugleich wurde uns als Stellvertreterin der Ge⸗ nannten die Aſpirantin des höheren Lehrfachs Elſa Schäfer aus Darmſtadt zugewieſen.
Das neue Schuljahr begann am 11. April mit einer gemeinſamen Andacht der Klaſſen—VII in unſerer Turnhalle. Hierbei wurden die neuen Lehrerinnen Elſe Seyd und Elſa Schäfer in ihren Dienſt eingewieſen. Da im ganzen 77 neue Schülerinnen aufgenommen wurden, ſo ſtieg die Geſamtziffer der Schülerinnen zu Anfang des Schuljahres auf 417.
Am 18. Mai beehrte Herr Miniſterialrat Dr. Eiſenhuth die Anſtalt mit ſeinem Beſuche und nahm an dem Unterrichte mehrerer Klaſſen teil.
Da Frl. Vogt an Pfingſten noch nicht völlig wiederhergeſtellt war, wurde ihr Urlaub durch Verfügung der hohen Schulbehörde vom 21. Mai 1904 bis zum Beginne der Sommerferien(2. Juli) verlängert, und ihre Stellvertreterin verblieb bis zum 1. Juli 1904 an unſerer Anſtalt in Verwendung, worauf ſie an die hieſige 1. Mädchenbürgerſchule verſetzt wurde. Nach den Sommerferien nahm Frl. Vogt ihren Unterricht wieder auf.
Am 7. Juni unternahm die Schule ihren größeren Ausflug, der ſich für die 5 oberſten Klaſſen auf einen ganzen Tag erſtreckte. Die üblichen Monatſpaziergänge wurden regelmäßig ausgeführt. In den Sommermonaten wurde in zwei wöchentlichen Stunden den Schülerinnen der vier oberſten Klaſſen zu Be⸗ wegungsſpielen im Freien unentgeltlich Gelegenheit geboten.
Während der Sommerferien, am 22. Juli 1904, verſtarb der langjährige frühere Turn⸗ und Zeichenlehrer unſerer Schule Karl Bode nach vollendetem 71. Lebensjahre. Im Namen der ehemaligen


