Liedervortrag von Erna Otterpohl(I): a) Das Deilchen b) Beideröslein Begleitung: Frl. E. Unverzagt. Mlaviervortrag von Frl. Selma Goldſchmidt: Phantaſie.. W. III. Bild: Bettina Brentano bei Fran nat. Bettina.. Frl. Emilie Schaub. Tante Möhn.....„ Emma Schäfer. Klaviervortrag von Frl. Sophie Weinberg: Rondo capriccioſo. F. Mendelsſohn. IV. Bild: Marianne von Willemer(suleika). Marianne⸗Suleika. Frl. Marg. Schmaltz. Liedervortrag von Frl. Bertha Jäger: a) Wie mit innigſtem Behagen b) Was bedeutet die Bewegung c) Ach, um deine feuchten Schwingen Begleitung: Frl. Lina Mehl. V.(Schluß⸗) Bild:*) Die Frauen als pflegerinnen des Schönen. Die Damen A. und E. Berke, E. Brockmann, M. Dörſam, J. Heiles, B. Jäger, E. Änittel, M. Küchler, M. Layer, Chr. Marowsky, H. Sterpoin die Schülerinnen: L. Backes(VIII), E. Bäppler(VIII), O. Brink i), E. Dreher(III), Ch. Heil(VD, B. Keller(X), E. Kellner(III), E. Keutzer(III), J. Otto(IX), B. Sander(I), M. Seib(VI), Ch. Thomſon(I), Edith Walter(VII).
Die Kinderſymphonie und die Chorgeſänge der Märchenkompo⸗ ſition waren von Herrn Meſſinger, die Soli derſelben ſowie die dramatiſchen Szenen von dem Direktor einſtudiert; den Märchenreigen hatte Herr Küdinger eingeübt; die lebenden Bilder wurden von den Herrn K. Bode und Broderſen geſtellt. An die Donnerstagsaufführung ſchloß ſich eine ge— ſellige Vereinigung mit Tanz in den Räumen des Stadt⸗ gartens, welche die zahlreichen Teilnehmer mehrere Stunden in rechter Feſtſtimmung beiſammenhielt.
Die Jubiläumsfeier fand durch den akademiſchen Feſt— akt, der Samstag, den 26. September vormittags in der prächtig geſchmückten Curnhalle der Anſtalt ſtattfand, ihren Ab⸗ ſchluß. Wie die übrigen Veranſtaltungen, trug auch dieſe Feier ein intimes Gepräge. Eröffnet wurde ſie durch den Schülerinnen— chor, der den Pſalm„Jauchzet dem Herrn!“ ſchön zu Gehör brachte. In gedrängter Kürze gab ſodann der Direktor der Schule einen Ueberblick über ihre Geſchichte. Die Anſtalt iſt die Schöpfung des Bildungsdranges und Gemeinſinnes der hieſigen Bürgerſchaft. Lange Jahre hat die Stadt gegen die Anſprüche ankämpfen müſſen, die von Seiten des Fürſtlichen Hauſes Iſenburg⸗Birſtein der Schule gegenüber behauptet wurden. Daß ſie trotz ſchwankenden Rechtsbodens weiter ge⸗ dieh und durch ihre Früchte ihre Daſeinsberechtigung erwies, iſt zum guten Teil das Verdienſt des verewigten Direktors
.W. . Fr.
A. Mozart. Schubert.
A. Mozart.
R. Schumann.
— F. Mendelsſohn.
*) Das einleitende Terzett von Mozart wurde geſungen von Frl. Johanna Heiles und Frl. Käthi Fäth, ſowie von den Schülerinnen E. Otterpohl(I), E. Bauer(l), E. Mehl(I!), L. Seipp(II), E. Stöhr(II).
Dr. Fe. Wilh. Sommerlad, der die Schule 36 Jahre ge⸗
leitet hat. Erſt im Jahre 1873 wurden die Anſprüche des
Fürſten für unbegründet erklärt, und bald darauf begannen Derhandlungen über eine Reorganiſation, deren Ergebnis die unmittelbare Unterordnung der Schule unter die obere Schul— behörde, alſo ihre rechtliche Anerkennung als höherer Lehr⸗ anſtalt, war. So erwuchs aus der Uebereinkunft einer wohl— wollenden Staatsregierung und einer einſichtigen, opferwilligen Stadtbehörde eine Vollanſtalt mit zehnjährigem Lehrkurſus. Die Schulräume waren längſt zu eng geworden. Die Stadt errichtete im Hofe des alten Schulgebäudes den ſtattlichen Neubau, der am 23. September 18X1 eingeweiht wurde und
die Anſtalt bis heute beherbergt. Unter der Leitung eines
trefflichen Pädagogen und unter der eifrigen Mitwirkung
fleißiger und tüchtiger Lehrkräfte beiderlei Geſchlechts war der Schule von da ab eine ſtetige und friedliche Entwickelung beſchieden, welche lange Zeit durch keine erhebliche Verän— derung im Perſonalbeſtande des Lehrerkollegiums beeinträchtigt wurde. Am 26. Dezember 1895 wurde der hochverdiente Direktor Dr. Sommerlad der Anſtalt entriſſen, und an ſeine Stelle trat Direktor Dr. Guſtav Forbach. Ihm ſchuldet die Schule für manche Anregung, die er während ſeines kurzen hieſigen Wirkens gegeben, für manche zeitgemäße Anordnung, die er getroffen hat, warmen Dank. Seit der Mitte der 90er JIahre ſind die Veränderungen im Beſtande des Lehrkörpers häufiger geworden; aber es iſt der redliche Vorſatz der jetzigen Mitglieder des Kollegiums, es in Treue und Fleiß den Vor⸗ gängern gleichzutun. Die Erfolge, deren ſich die Anſtalt heute erfreut, ſind nur möglich geworden durch die treue Hingabe früherer Geſchlechter; deshalb, ſo betonte der Redner, zieme ihr heute Beſcheidenheit und Dankbarkeit. Dank ſchulde man der heſſiſchen Regierung und den ſtädtiſchen Behörden, die das Werk der höheren Mädchenbildung verſtändnisvoll ge⸗ fördert hätten, Dank der hieſigen Bürgerſchaft für ihr ehren— des Vertrauen, Dank allen ehemaligen Lehrern und Lehrerinnen, Dank vor allem dem treuen Gotte, der die Schule bis dahin geſegnet. Der Aufblick zu ihm und der Rückblick auf ihre Vergangenheit gebe ihr die Kraft, zuverſichtlich in die Zukunft zu ſehen. Seit 1897 ſei die Fahl der Schülerinnen von 264 auf 375 geſtiegen, die Errichtung von Parallelklaſſen müſſe ernſtlich erwogen werden. Da gelte es, aufs neue Raum zu ſchaffen. Die Stadt werde— dafür bürge ihre ſeitherige Baltung— ihrer ureigenſten Schöpfung auch in dieſer Notlage ihre werktätige Hilfe nicht verſagen.„An uns aber iſt es, dieſer Stadt und ihrer Bürgerſchaft Frauen zu erziehen, die den hohen Aufgaben des Weibes in Haus und Familie, Staat und Geſellſchaft, im religiöſen und im bürgerlichen Leben leiblich und geiſtig gewachſen ſind, Frauen, aus deren Gemüts- tiefe künftige Geſchlechter Erquickung ſchöpfen und Begeiſterung trinken für alles, was hoch und heilig iſt.“
Im Namen der hieſigen Oberrealſchule brachte hierauf Herr Direktor Jäger der Jubilarin herzliche Glückwünſche dar. Er hob hervor, wie die Oberrealſchulen, inſofern auch ſie ohne unmittelbare Verarbeitung des in der Aultur des
klaſſiſchen Altertums enthaltenen Bildungsſtoffes eine allge⸗ meine Bildung zu geben beſtrebt ſeien, von der höheren
ſs.


