Jahrgang 
1901
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Eine Umgeſtaltung des Lehrplanes, die eine aus erziehlichen und geſundheitlichen Rückſichten dringend gebotene Abänderung des Zahlenverhältniſſes der wöchentlichen Lehrſtunden auf den 4 unterſten Stufen bezweckt, war im Verlaufe des vorhergehenden Schuljahres beantragt und am 30. Novbr. 1899 durch hohe Schulbehörde genehmigt worden. Dieſer umgeſtaltete Lehrplan trat Oſtern 1900 in Kraft. Während bis dahin der Unterricht der 3 unterſten Stufen mit 20, der des 4. Schuljahres aber mit 30 wöchentlichen Stunden angeſetzt war, beträgt die wöchentliche Stundenzahl der Klaſſe X nunmehr 18, der Klaſſe IX 20, der Klaſſe VIII 24, der Klaſſe VII 28.

Am 9. Auguſt beehrten die Herren Miniſterialrat Dr. Eiſenhuth und Geh. Oberſchulrat Nodnagel die Schule mit ihrem Beſuche und wohnten dem Unterrichte der meiſten Klaſſen bei.*) Durch Allerhöchſte Entſchließung Seiner Königl. Hoheit des Großherzogs vom 25. November 1900 wurde dem Oberlehrer Profeſſor Weckerling das Ritterkreuz 1. Klaſſe des Verdienſtordens Philipps des Großmütigen verliehen.

Die vaterländiſchen Gedenktage, ſowie das Jubiläum Johann Gutenbergs wurden teils von der geſamten Schule gemeinſam, teils von den einzelnen Klaſſen feſtlich begangen. Eine öffentliche muſikaliſch⸗deklamatoriſche Aufführung veranſtalteten wir am 25. und 26. Januar 1901 zur Vorfeier des Geburtsfeſtes des deutſchen Kaiſers.

Die monatlichen Spaziergänge wurden regelmäßig ausgeführt.

Am 12. Juni wurde ein größerer Ausflug unternommen, der ſich für die 5 oberſten Klaſſen auf einen ganzen Tag erſtreckte. Im Verlaufe des Winters beſuchten die Klaſſen I und II unter Führung des Fräuleins Schäffer und des Direktors eine Aufführung von SchillersTell in Frankfurt.

Der Geſundheitszuſtand der Lehrenden war günſtiger als in den beiden vorhergehenden Jahren. Auch die Geſundheit der Schülerinnen ließ abgeſehen von den Störungen, welche die Maſern⸗ epidemie während einiger Wochen in gewiſſen Klaſſen hervorrief weniger zu wünſchen übrig als in den beiden Vorjahren. Am 23. Auguſt 1900 wurde uns eine brave und tüchtige Schülerin, Hulda Leopold aus Oberrad(Klaſſe VIII), durch den Tod entriſſen.

Zur Kaſſe der Schü lerinnenbibliothek ſchenkten zu Oſtern bezw. Herbſt 1900 beim Austritt aus der Schule: Stephanie Bachmann, Eliſabeth Brockmann, Alwine Engelhardt, Selma Goldſchmidt, Mimi Hamm, Martha Hitz, Minna Jäger, Eliſabeth Otterpohl, Margarete Schmaltz, Erna Schwertfeger, Elſe Steinwachs und Fanny Scriba je 3 Mk.; Roſa Biſch, Minna Forſter, Joſephine Heſcher, Luiſe Hinkel, Marie Klein, Iſolde Kränzle, Marie Lohnes, Helene Schiel, Elka und Meta Stern, Margarete Wetzler je 2 Mk.; Martha Caspary und Amalie Franz je 1.50 Mk. Allen dieſen Geberinnen ſagen wir herzlichen Dank. Nicht minder fühlen wir uns Frau Domänenaſſeſſor Otterpohl und Herrn Kollegen Bode für die gütige Ueberlaſſung von Anſchauungsmitteln und Zeichenvorlagen zu lebhaftem Danke verpflichtet.

*) Fur vorigjährigen Chronik ſei hier nachgetragen, daß kurz vor Schulſchluß(am 23. und 24. März 1900) Herr Curninſpektor Schmuck den Curnunterricht mehrerer Klaſſen beſichtigte.