Jahrgang 
1901
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J. Schulnachrichten.

A. Vorſtand der Bchule.

1. Oberbürgermeiſter W. Brink. 2. Gymnaſialdirektor Dr. Henſell. 3. Stadtverordneter H. Schmaltz. 4. M. Graf.

5. Direktor Dr. Ed. Otto.

B. Zur Geſchichte der Schule.

Während der Oſterferien 1900 wurde die ſeitherige proviſoriſche Verwalterin der durch den Abgang von Fräulein Schreiber erledigten Stelle, Elſa Dillenberger, durch Verfügung vom 3. April 1900 zur Gehilfin einer erkrankten Lehrerin an der hieſigen I. Mädchenbürgerſchule ernannt. An ihrer Stelle wurde unter dem gleichen Datum die ſeitherige Lehrerin an der hieſigen I. Mädchenbürgerſchule Angelika Schneider unter Wahrung ihrer Rechte als definitiv angeſtellter Volksſchullehrerin mit der proviſoriſchen Verwaltung der betreffenden Stelle beauftragt. Lehramtsaſſeſſor H. Glenz wurde durch Verfügung vom 12. April 1900 an dem Gymnaſium und der Oberrealſchule unſerer Stadt verwendet. Die Verwaltung der hierdurch erledigten Stelle wurde am 16. April 1900 Frl. Bertha Schäffer übertragen.

Der Unterricht begann am 23. April mit einer gemeinſamen Andacht in unſerer Turnhalle. Die neuen Mitglieder des Lehrkörpers wurden hierbei durch den Direktor in ihren Dienſt eingewieſen. Für das Sommerhalbjahr trat eine wichtige Neugeſtaltung des Stundenplans in Kraft, wodurch der wiſſenſchaftliche Unterricht auf die Vormittage, der Nachmittagsunterricht auf zwei Wochentage beſchränkt wird. Dieſe Aenderung war auf Grund einer aus Elternkreiſen an uns ergangenen Anregung und einer demgemäß von uns veranlaßten Abſtimmung von der hohen Schulbehörde am 26. März 1900 vorläufig für den Sommer 1900 geſtattet worden. Da ſich bei einer nach Ablauf des Sommerhalbjahres veranſtalteten abermaligen Abſtimmung der Eltern für die Beibehaltung des veränderten Sommerſtundenplanes eine Mehrheit von 82% ergab, ſo wurde von der Direktion der entſprechende Antrag geſtellt, und dieſer wurde durch Verfügung der hohen Schulbehörde vom 29. Oktober 1900 genehmigt.

Der Wegfall des Nachmittagsunterrichts an zwei weiteren Wochentagen und das dankenswerte Entgegenkommen der ſtädtiſchen Behörden, welche die erforderlichen Geldmittel bewilligten, förderten die Einführung von zwei wöchentlichen nichtverbindlichen Spielſtunden für die Klaſſen I-III während der Sommermonate. Frau Gymnaſiallehrer Altendorf von hier nahm ſich der Einrichtung der Bewegungs⸗ ſpiele mit regſtem Eifer und der ihr eigenen vorzüglichen Sachkenntnis an und hat dadurch neben der Stadtbehörde und dem hieſigen Schlittſchuhklub, der die unentgeltliche Benutzung ſeines prächtigen Geländes bereitwilligſt geſtattete, unſere Schule zu lebhaftem Danke verpflichtet. Der Spielunterricht, der in zwei Abteilungen durch Frl. Schmalenbach und Herrn Meſſingererteilt wurde, erfreute ſich reger Beteiligung.