I. Schulnachrichten.
A. Porſtand der Höheren Mädchenſchule.
1. Oberbürgermeiſter W. Brink.
2. Gymnaſialdirektor Dr. W. Henſell. 3. Stadtverordneter H. Schmaltz.
4. 9 M. Graf.
5. Direktor Dr. Ed. Otto.
B. Zur Geſchichte der Anſtalt.
Kurz vor Schluß des vorigen Schuljahres entſchloß ſich Frl. Rumpel, eine Stelle an dem Mädchen⸗ inſtitut des Frl. Schmidt in Düſſeldorf anzunehmen und ſchied zu Oſtern 1899 aus dem Verbande der Anſtalt. Durch Verfügung vom 25. März 1899 wurde uns die vorher an der 1. Mädchenbürgerſchule thätige Schulverwalterin Antonie Vogt als proviſoriſche Lehrerin überwieſen. Während der Oſterferien wurde Herrn Bergmann eine neu errichtete Stelle an der Viktoriaſchule in Darmſtadt übertragen. Erſetzt wurde er durch den Lehramtsaſſeſſor Heinrich Glenz(vorher in Langen!), der durch Verfügung vom 7. April mit Wirkung vom 10. April 1899 zum proviſoriſchen Lehrer an unſerer Schule ernannt wurde.
Das neue Schuljahr begann am 10. April(8 Uhr vormittags) mit gemeinſamer Andacht. Hierbei wurden Frl. Vogt und der durch Dekret vom 29. März 1899 als Nachfolger des Herrn Bender an unſerer Schule angeſtellte Lehrer Friedrich Meſſinger in ihren Dienſt eingewieſen; die Einweiſung des Aſſeſſors Glenz erfolgte am 11. April.
Friedrich Meſſinger, geboren am 20. Auguſt 1862 zu Worms, beſuchte die Realſchule ſeiner Vater⸗ ſtadt, hierauf von 1878 bis 1881 das Lehrerſeminar in Bensheim und erhielt im Frühjahr 1881 ſeine erſte
dienſtliche Verwendung als Schulverwalter an der l. Mädchen⸗Bürgerſchule in Offenbach. Nachdem er im
April 1883 die Definitorialprüfung beſtanden hatte, wurde ihm durch Dekret vom 20. Januar 1888 die bisher proviſoriſch verwaltete Lehrerſtelle übertragen.
Am 17. Auguſt 1899 beehrte Herr Miniſterialrath Dr. Eiſenhuth die Schule mit ſeinem Beſuche und wohnte dem Unterrichte in verſchiedenen Fächern und Klaſſen bei. Am 28. März 1900 unter⸗ zog Herr Geh. Oberkonſiſtorialrat Waas den evangeliſchen Religionsunterricht einer Prüfung.
Der regelmäßige Gang des Unterrichts erlitt infolge von Beurlaubungen und Erkrankungen von Lehrenden, ſowie(in den letzten Wintermonaten) infolge ungünſtigen Geſundheitszuſtandes der Schülerinnen leider mehrfache Störung.“*) Im Anſchluſſe an die Sommerferien erhielt Herr Glenz einen 14tägigen Urlaub nach Paris. Am 17. September trat Frl. Schreiber, durch ein Fußleiden genötigt, einen Urlaub an, der ſich auf eine Woche vor und 2 Wochen nach den Herbſtferien erſtreckte. Auch Frl. Stamm konnte infolge einer Erkrankung ihre Lehrthätigkeit erſt nach dem Beginne des Winterhalbjahres wieder aufnehmen. Frl. Schreiber ſah ſich am 1. Dezember durch die Verſchlimmerung ihres rheumatiſchen
*) Mit Rückſicht hierauf finden mit Genehmigung der hohen Schulbehörde öffentliche Schlußprüfungen diesmal nicht ſtatt.


