Jahrgang 
1899
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Am 17. und 21. Februar erwies der Referent für das höhere Mädchenſchulweſen unſeres Groß⸗ herzogtums, Herr Geh. Oberſchulrat Dr. Eiſenhuth, unſerer Schule die Ehre ſeines Beſuches.

Gegen Ende des Schuljahres entſchloß ſich Herr Bendermit Rückſicht auf ſeine ſchwankende Geſundheit, ſeine Verſetzung in den Ruheſtand nachzuſuchen. Dieſem Geſuche wurde durch Allerhöchſte Entſchließung vom 25. Februar 1899 entſprochen. Herr Bender wurde unter Anerkennung ſeiner langjährigen treuen Dienſte und Verleihung des Ritterkreuzes 2. Klaſſe des Ordens Philipps des Großmütigen mit Wirkung vom 1. April 1899 in den Ruheſtand verſetzt. Die Anſtalt verliert in dem ſcheidenden Kollegen einen vielſeitig gebildeten, treuen und gewiſſenhaften Lehrer, der 38 Jahre lang erfolgreich an ihr gewirkt hat. Die Lauterkeit ſeines Charakters ſichert ihm die dauernde dankbare Erinnerung ſeiner Amtsgenoſſen, wie ſeine ideale Auffaſſung des Lehrberufes die bleibende Dankbarkeit der geſamten Schule.

Die Geburtstage des deutſchen Kaiſers und des Großherzoglichen Paares wurden im engeren Kreiſe der Schule gefeiert. Zu dieſen Feſten geſellte ſich diesmal infolge der veränderten Ferienordnung wieder die Sedanfeier, welche wie die am 5. Auguſt 1898 veranſtaltete Gedächtnisfeier für den verewigten Reichskanzler Fürſten Bismarck die Lehrenden und die Schülerinnen in unſerer Turnhalle vereinigte. Die Anſprachen bei dieſen feſtlichen Anläſſen hielten der Direktor und Profeſſor Weckerling.

Die vorgeſchriebenen monatlichen Spaziergänge wurden regelmäßig ausgeführt. Im Februar wurde zur Benutzung der Schlittſchuhbahn ein Nachmittag frei gegeben. Am 14. Juni 1898 fand ein größerer Ausflug ſtatt, der ſich für die fünf oberſten Klaſſen auf einen ganzen Tag erſtreckte. Unter Führung des Direktors und mehrerer Lehrer und Lehrerinnen wohnten die Schülerinnen der beiden oberſten Klaſſen am 12. Dezember 1898 einer Aufführung von LeſſingsMinna von Barnhelm, am 20. Januar 1899 einer Vorſtellung von ShakeſpearesHamlet im Frankfurter Schauſpielhauſe bei.

Der Geſundheitszuſtand der Lehrenden und der Schülerinnen war in dem verfloſſenen Jahre weniger günſtig als im Vorjahre. Doch waren Beurlaubungen von Lehrenden nicht erforderlich. Wegen der Hitze mußte im Auguſt der Unterricht an 13 Nachmittagen ausgeſetzt werden.

Die im Leſezirkel des Lehrkörpers gehaltenen Zeitſchriften wurden um zwei weitere(Bechholds Umſchau und die von Wilh. Vietor herausgegebene FachzeitſchriftDie neueren Sprachen) vermehrt.

Geſchenke wurden unſerer Anſtalt zuteil von Herrn Buchhändler Strauß in Offenbach, der uns eine größere Anzahl von Büchern und Lichtdrucken zur Verfügung ſtellte, wofür wir ihm auch an dieſer Stelle geziemenden Dank ausſprechen. Zu Dank ſind wir auch den Schülerinnen verpflichtet, die zu unſerer von Herrn Prof. Weckerling verwalteten Schülerbibliothek Beiträge geſtiftet haben, und deren Namen wir hier folgen laſſen:

Emmi Aulmann, Auguſte Berke, Helene Marfort und Eliſabeth Philippi je 3 Mk.; Ottilie Buch⸗ mann, Käthchen Forſter, Emilie Franz, Mathilde Franz, Elſe Frei, Elſe Heinzerling, Luiſe Holzemer, Sophie Strauß und Anna Thiele je 2 Mk.; Charlotte Caſt 1.50 Mk.; Emma Caſt, Mina Hinkel, Mina Jung und Wilma Storck je 1 Mk.