Jahrgang 
1899
Einzelbild herunterladen

I. Schulnachrichten.

A. Porſtand der Büheren Mädchenſchule.

1. Oberbürgermeiſter W. Brink.

2. Gymnaſialdirektor Dr. L. Schädel.

3. Stadtverordneter Ed. Buß, bezw. H. Schmaltz. 4. F. Lotz, bezw. M. Graf.

5. Direktor Dr. Ed. Otto.

B. Zur Geſchichte der Schule.

Das Schuljahr begann am 18. April Vormittags 8 Uhr mit einer gemeinſamen Andacht. Bei dieſer Gelegenheit wurde Herr Bergmann, der durch Allerhöchſte Entſchließung vom 8. März 1898 mit Wirkung vom 1. April genannten Jahres zum ordentlichen Lehrer an unſerer Schule ernannt worden war, durch den Direktor in ſeinen Dienſt eingewieſen.

Karl Bergmann, geboren am 14. Mai 1870 zu Darmſtadt, beſuchte zuerſt das Reinhardt'ſche Inſtitut und dann das Realgymnaſium zu Darmſtadt, das er Oſtern 1889 mit dem Feugnis der Reife verließ. Er widmete ſich dem Studium der neueren Sprachen auf den Univerſitäten zu Gießen, Genf und Berlin. Nachdem er im Sommer 1893 zu Gießen die Staatsprüfung beſtanden hatte, legte er von 18931894 ſeinen Acceß am Neuen Gymnaſium zu Darmſtadt ab. Von 18941896 bekleidete er die Stelle eines Privatlehrers in Monaco. Im Sommer 1896 begab er ſich zu ſeiner weiteren Ausbildung auf ein Vierteljahr nach Paris und war dann im Winter 1896/97 als Volontär am Realgymnaſium zu Darmſtadt thätig. Durch Verfügung vom 26. April 1897 wurde er mit der proviſoriſchen Verwaltung einer Lehrerſtelle an der Höheren Mädchenſchule zu Offenbach am Main beauftragt.

Mit Beginn des neuen Schuljahrs nahm die bis dahin beurlaubte Lehrerin Fräulein Schreiber ihre Lehrthätigkeit wieder auf, während ihre ſeitherige Vertreterin, Fräulein Vogt, an der hieſigen erſten Mädchenbürgerſchule Verwendung fand.

Am 3. September beehrten drei engliſche Lehrerinnen Miß Krabbé(Hereford), Miß Smith (Blackheath) und Miß Parker(Sereford) unſere Anſtalt mit ihrem Beſuche.

Herrn Pfarrer Schäfer wurde am 9. Oktober 1898 von Seiner Königlichen Hoheit dem Groß⸗ herzog der Charakter als Geiſtlicher Rat verliehen.

Durch Allerhöchſte Verfügung vom 30. November 1898 wurde Fräulein Stamm mit Wirkung vom Datum des Dekrets als Lehrerin an unſerer Anſtalt endgiltig angeſtellt.

Julie Stamm, geboren am 22. Februar 1873 zu Darmſtadt, beſuchte zuerſt das Hofmannſche Inſtitut, dann das Lehrerinnenſeminar zu Darmſtadt und beſtand Oſtern 1891 die Prüfung für das höhere Lehrfach. Im Herbſt desſelben Jahres ging ſie zu ihrer weiteren Ausbildung nach Paris, im Oktober 1892 nach England, wo ſie zuerſt Jahr in einer Familie als Erzieherin, dann 2 ½ Jahr an einer Schule als Lehrerin thätig war Im September 1896 wurde ihr durch Verfügung des Großherzoglichen Miniſteriums die proviſoriſche Verwaltung einer Lehrerinnenſtelle an der höheren Mädchenſchule zu Offenbach am Main übertragen.