I. Seimachrichten
A. Porſtand der Püheren Wädchenſchule.
1. Oberbürgermeiſter W. Brink.
2. Gymnaſialdirektor Dr. L. Schädel.
3. Stadtverordneter E. Buß.
4.„ F. Lotz.
5. Direktor Dr. G. Forbach, bezw. Dr. Ed. Otto.
B. Zur Geſchichte der Schule.
Das Schuljahr begann am 26. April mit einer gemeinſamen Feier, in der die proviſoriſche Lehrerin, Fräulein Helene Rumpel, der durch Verfügung vom 6. März die Verwaltung der neugegründeten Lehrſtelle übertragen worden war, ſowie Herr Lehramtsacceſſiſt Karl Bergmann, der Schule vorgeſtellt wurden. Der Letztere war durch Verfügung vom 27. April mit der Verwaltung der durch Penſionierung des Herrn Lehrers Konrad Jung erledigten Lehrſtelle beauftragt worden. Durch Allerhöchſte Entſchließung vom 27. April 1897 war nämlich Herr Jung auf ſein Nachſuchen und unter Anerkennung ſeiner lang⸗ jährigen treuen Dienſte und Verleihung des Ritterkreuzes 2. Klaſſe des Verdienſtordens Philipps des Groß⸗ müthigen mit Wirkung vom 21. April 1897 in den Ruheſtand verſetzt worden. Die Anſtalt wird dem verdienſtvollen Lehrer und liebenswürdigen Kollegen, der vier Jahrzehnte lang mit Erfolg in unſerer Schule gewirkt hat, allezeit ein dankbares Andenken bewahren.
Am 23. Mai 1897 trat Herr Kaplan Rathgeb, der bisher den katholiſchen Religionsunterricht an unſerer Anſtalt erteilt hatte, aus ſeinem Dienſte aus. Seine Stelle übernahm am 1. Juni 1897 vertretungsweiſe Herr Kaplan Helbig.
Bereits vor Pfingſten erkrankte Fräulein Schreiber an einem Fußleiden. Sie erhielt durch Verfügung vom 17. Juni 1897 zur Wiederherſtellung ihrer Geſundheit einen fünfwöchentlichen Urlaub, der ihr ſpäter auf die Dauer von 8 Wochen, dann bis zum Ende des Schuljahrs 1897/98 verlängert wurde. Als Stellvertreterin wurde uns die Aſpirantin für das höhere Lehrfach, Fräulein Antonie Vogt von Offenbach, überwieſen, die am 15. Juni ihren Dienſt antrat.
Durch Allerhöchſte Entſchließung vom 17. Juli 1897 wurde der ſeitherige Direktor, Herr Dr. Guſtav Forbach, mit Wirkung vom 1. Oktober genannten Jahres zum Direktor des Gymnaſiums in Bensheim, durch Allerhöchſte Entſchließung vom 15. September der ſeitherige Lehrer an dem Ludwig⸗Georgs⸗ Gymnaſium in Darmſtadt Dr. Eduard Otto mit Wirkung vom 1. Oktober 1897 zum Direktor unſerer Schule ernannt. Am 30. September nachmittags 3 ³4 Uhr fand in der Turnhalle eine kurze Abſchiedsfeier für den ſcheidenden Direktor ſtatt. Im Namen des Lehrkörpers widmete ihm Herr Profeſſor Weckerling warme Worte des Dankes und Abſchieds. Mit lebhaftem Bedauern ſahen Schule und Stadt einen Mann ſcheiden, der während ſeiner kurzen hieſigen Amtsdauer eine ungemein erſprießliche Thätigkeit entfaltet hat, und beider Segenswünſche begleiteten ihn in ſeine neue Stellung.
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