Jahrgang 
1930
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und in der 4 100 m⸗Staffel der Mittelſtufe erringen. Die ſportliche Betätigung unſerer Schüler bei den Reichsſugendwettkämpfen und bei der Feier unſeres Jugendtages wurde hauptſächlich von Studienrat Dr. Schuſter geleitet.

Auch in dieſem Jahre hatte eine Klaſſe, die Untertertia, ſtatt des Turnens regelmäßigen Schwimm unterricht. Sämtliche Schüler dieſer Klaſſe konnten bis zum Schluſſe des Schuljahres ſchwimmen. Dieſe be⸗ währte Einrichtung wird auch für die nächſtjährige Untertertia beibehalten werden.

Auf dem Sportplatz des Turnvereins auf der Roſenhöhe wurden, ſolange es die Witterung erlaubte, drei⸗ mal wöchentlich Spielnachmittage abgehalten.

Am 18. Juni machten wir bei ſehr günſtigem Sommerwetter unſeren Tagesausflug. Odenwald und Taunus, Vogelsberg und Speſſart waren die Wanderziele der einzelnen Klaſſen. Die beiden Primen waren zwei Tage unterwegs. Sie nahmen Nachtquartier in Jugendherbergen.

5. Schulfeiern und beſondere Veranſtaltungen. Am Anfang des Schuljahres fand eine Er⸗ öffnungsfeier ſtatt, bei welcher der Direktor und Prof. Zinßer Anſprachen hielten. Am 17. Auguſt wurde die 10jährige Verfaſſungsfeier begangen(Redner: Prof. Schwarzſchild). Bei dieſer Gelegenheit wurde das von der Reichsregierung ausgegebene ErinnerungswerkDeutſche Einheit Deutſche Freiheit dem Unterprimaner Walter Schneider überreicht. Am 23. November verſammelten wir uns zu einer Gedenkfeier für die Gefallenen(Redner: Prof. Hartmann). Am 4. September wurde während der erſten Schul⸗ ſtunde bekannt, daß das LuftſchiffGraf Zeppelin nach glücklicher Beendigung ſeiner Weltrundfahrt in ſeinem Heimathafen zurückgekehrt ſei. Aus dieſem Anlaß wurde ſogleich eine gemeinſame Schulfeier gehalten, in der die unvergleichliche Leiſtung gewürdigt wurde. Am 22. März hielten wir in Verbindung mit dem Tag des Buches eine Entlaſſungsfeier, zu der wir die Eltern und Angehörigen unſerer Abiturienten eingeladen hatten. Für die abgehenden Schüler ſprach der Abiturient Erich Kron. Den Empfindungen und Wünſchen der Schule und ihrer Lehrer gab der Direktor Ausdruck. In beiden Anſprachen wurde der Be⸗ deutung des Buches für Unterricht und Leben gedacht. Bei allen dieſen Schulfeiern wurde das geſprochene Wort von Geſangsvorträgen des Schülerchors und muſikaliſchen Darbietungen des Schülerorcheſters unter Leitung des Studienrats Fiſcher umrahmt. Weihnachtsfeiern mit kleinen Aufführungen hielten die Klaſſen Quarta und Quinta ab.

Größere Veranſtaltungen waren noch der Jugendtag, der am 24. Juni auf der Roſenhöhe, und der Unterhaltungsabend, der am 7. Februar in unſerer Feſthalle ſtattfand.

Zum Bericht über den Jugendtag geben wir einem Quartaner das Wort:Am Montag, den 24. Juni, feierte unſere Schule auf der Roſenhöhe den Jugendtag. Es ſah erſt aus, als ob es regnen wollte, aber nachher war ſchönes Wetter. Einige Schüler waren ſchon ganz früh mit vollbepackten Leiterwagen hinaufgefahren, um ihre Stände aufzubauen. Um 8 Uhr kamen die übrigen Schüler. Als alles verſammelt war, hielt der Herr Direktor eine Rede. Dann konnte man ſich an Sackhüpfen, Eierlaufen, Tauziehen und Hindernislaufen beteiligen. Die Obertertia hatte ein Raritätenkabinett aufgebaut. Dort konnte man das Auge des Polyphem, den Stein des Anſtoßes, den Zahn der Zeit und noch viele andere merkwürdige Sachen bewundern. Die Oberſekundaner hatten eine Schießbude errichtet. Hier wurde eifrig geſchoſſen, denn man konnte ſchöne Sachen gewinnen. Am meiſten verdiente die Unterſekunda mit ihrer Wurfbude, in der man mit Schlagbällen nach bemalten Holzköpfen warf. Unſere Klaſſe hatte eine Würfelbude mit Rieſenwürfeln. Sie hatte den größten Andrang. Unſer Reingewinn betrug beinahe 12 RM. Bevor die Buden geöffnet werden durften, ſpielten einige Klaſſen Fußball. Die Zeit ging ſehr ſchnell vorüber, und wir gingen fröhlich nach Hauſe. Hoffentlich wird es nächſtes Jahr wieder ſo ſchön.

Uber unſeren Unterhaltungsabend berichtet dieOffenbacher Zeitung:

Zu einemUnterhaltungsabend hatte das Gymnaſium am Freitag die Angehörigen ſeiner Schüler und die Freunde des humaniſtiſchen Bildungsgedankens eingeladen. Erfreulicherweiſe konnte der Direktor ſo viele Gäſte begrüßen, daß die Feſthalle der Schule ſie kaum zu faſſen vermochte. Die Vortrags⸗ folge entſprach dem gymnaſialen Bildungsziel. Mehrere Schüler trugen Teile aus den Werken antiker Schrift⸗ ſteller frei vor, zunächſt deutſch, dann in der Urſprache: zwei Fabeln des römiſchen Dichters Phädrus, Ab⸗