Jahrgang 
1917
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das ſelbſtverſtändlich in einem Abſchnitt des Krieges, der uns naturgemäß nicht mehr ſo zahlreiche und glänzende WMaffenerfolge brachte wie die vorhergehende Zeit, dafür aber vielen Volksgenoſfen, alten und jungen, den furchtbaren Ernſt diefer Schickfalsſtunde unſeres Reiches erſt wahrhaft zum Bewußtſein brachte. Als wir im Auguſt 1916 in das dritte Kriegsjahr eintraten, benutzte der Direktor dielen Anlaß, um nach den Sommer- ferien in einer ſchlichten Gedenkfeier auch unſere Jungen nachdrücklich darauf hinzu- weiſen, daß wir in dem Entſcheidungskampf zwiſchen Deutſchland und England ſtehen, daß wir ihn als ein unerbittliches Schickſal hinnehmen und bis zum letzten Ende durch- kämpfen müſſen, daß England noch alle ſeine Kriege mit rücklſichtsloſer Aufwendung aller Mittel geführt hat, daß wir dielem Volk nur mit gleicher Entſchloſſenheit und gleichem Zielbewußtſein beikommen können, und daß von ſolch rückhaltloſer Einſetzung aller Kräfte und Mittelunſere ganze Zukunft abhängt. Sodannzeigt er ihnen aber auch, daß dieſer Krieg gegen England der rieſenhafte Schickfalskampf des deutſchen ldealismus gegen den engliſchen Mammonismus iſt, daß die Vorſehung uns Deutſchen das Schwert in die Hand gedrückt hat, um in einer Welt, die in ödem Mammonsdienſt unterzugehen in Gefahr iſt, das Heiligtum der Menſchheit zu hüten, und daß wir in ſolchem Kampf nur auf Sieg hoffen dürfen, wenn wir uns ſelbſt und allem, was unſerm Volk von jeher heilig gewelſen, treu bleiben. In ſolcher Gelinnung unſere Schüler zu befeſtigen waren wir auch in dieſem Jahr bei jeder ſich bietenden Gelegenheit bemüht. Zu Siegesfeiern gab uns in dieſem Jahre nur der Seelieg am Skagerrak Anlaß, nach dem wir den Schülern am 2. luni die letzte Stunde frei gaben, ſowie die Einnahme von Bukareſt, die am 7. Dez. durch einen ſchulfreien Pag dem Gedächtnis der Jugend eingeprägt wurde.

Um ſo reger war bei Lehrern und Schülern die Betätigung im Dienſte des Vaterlandes. Zur Zeit ſtehen 5 Mitglieder unſeres Kollegiums im Heer. Herr Oberlehrer Appel- mann ſtand während des ganzen Schuljahres auf dem öltlichen Kriegsſchauplatz, in Wolhynien, Galizien und Siebenbürgen im Feld. Herr Profellor Becker wurde vom Mai ab bei der Fernſprech-Erſatz-Abteilung 5 in Coblenz ausgebildet und fand ſodann beim Verkehrsoffizier der Feſtung Metz Gelegenheit zu einer ſehr intereſſanten und befriedigen- den Tätigkeit, während deren er im Januar 1917 zum Unteroffizier befördert wurde. Die Herren Profellor Schwarzſchild und Reallehrer Walther wurden am 11. Januar zur Luftſchiffer-Erſatz-Abteilung 4 nach Mannheim einberufen, wo der erſtere noch als Vizefeldwebel Dienſt tut, während Herr Walther ſich beim Stabsoffizier der Luftſchiffer- truppe einer Heeresgruppe auf dem weſtlichen Kriegsſchauplatz befindet. Herr Profeſſor Hartmann wurde am 4. Januar in das lufanterie-Regiment lr. oo nach Kehl einge- zogen, aber vom 13. März ab als Militärgeiſtlicher in Zabern verwendet.

Von unſeren Schülern traten im Laufe des Jahres 14 in den Heeresdienſt ein. Es waren die Oberprimaner Heinrich Hahn, der ſchon im April 1016 einberufen wurde und im lufanterie-Regiment Mr. 87 die Kämpfe vor Verdun mitgemacht hat, Otto Bernet, Heinrich Bohländer, Ernſt Göckel, Hans Hoffmann, Franz Roth, Hans Spang, Ferdinand Stuttmann, Leopold Wagner, Theodor Walther und Otto Wolf, der Uaterprimaner Paul Schott, der Oberſekundaner Edmund Kuhn und der Unterſekundaner Eugen Reichert.

Allen im Heeresdienſt ſtehenden Angehörigen unſerer Anſtalt wünſchen wir auch für die kommenden Tage von Herzen Glück und Segen.

Der JIugendwehr gehörten teils in Offenbach, teils in ihren Heimatsorten 27 Schüler der vier oberen Klaflen an. Ebenſo machten lich 10 Schüler der gleichen Klalſen als Mitglieder der Hilfskolonne des Roten Kreuzes um die Uberführung der hier ankommenden Verwundeten in die Lazarette verdient.

Zur Hilfe bei den Erntearbeiten forderten wir zu Anfang lJuli die Schüler der vier oberen Klaſſen auf. Abgelſehen von einigen Söhnen von Landwirten, die ſtändig