Jahrgang 
1917
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Am 3. November ſtarb der Unterprimaner Ernſt Müller. Am 17. Februar fand der Quintaner Wilhelm Dörmer durch einen Unglücksfall im Main ſeinen Tod. In beiden Fällen nahm ein Teil der Lehrer und der Mitſchüler an der Beerdigung teil.

3. Der Unterricht konnte auch im abgelaufenen Schuljahr in allen weſentlichen Stücken lehrplanmäßig durchgeführt werden. Die beiden Primen, die im vorhergehenden Winterhalbjahr im ſprachlichen Unterricht vereinigt waren, konnten zu Oſtern 1916 wieder getrennt werden, ſodaß der geſamte wiſſenſchaftliche Unterricht in allen Klaſſen nach dem Lehrplan erteilt wurde. Ferner konnte von Oſtern bis Weihnachten in allen klaflen, wenn auch mit geringer Einſchränkung, wieder Zeichenunterricht gegeben und das Singen auch inden beiden Unterklaſſen mit einer Stunde wieder in den Plan eingefügt werden. Die Chorſingſtunden fanden das ganze Jahr hindurch ſtatt, wie auch der Turn- unterricht keine Einſchränkung erfahren hat. Nach Meujahr mußte infolge der Einberufung des Herrn KReallehrers Walther der Zeichenunterricht der oberen und mittleren Klalſſen ſowie die Singſtunde der V. und VI. wieder wegfallen; im übrigen konnte der Unter⸗- richt ohne jede Beeinträchtigung fortgeſetzt werden.

lm einzelnen riefen freilich die mit dem Krieg zulammenhängenden Veränderungen im Lehrkörper ſowie andere Umſtände mancherlei Störungen hervor.

Die Sommerferien verlegten die ſämtlichen höheren Schulen Offenbachs auch in dielem Jahr mit Rückſicht auf die Hilfe der Schüler bei den Erntearbeiten auf die Zeit vom 15. Juli bis zum 13. Auguſt. Die Weihnachtsferien wurden nach Verfügung des Großh. Miniſteriums bereits Freitag, den 22. Dezember begonnen und bis zum 15. Januar ver- längert. Ein weiteres Ausſetzen, Kürzen oder Verſchieben des Unterrichts wegen der Kälte und der Kohlenknappheit konnten wir vermeiden; nur am 20. Januar muften wegen ungenügender Erwärmung der Schulräume die drei letzten Stunden ausfallen. lm Winterhalbjahr mußte ein Teil der auswärtigen Schüler wegen Einſchränkung des Eiſenbahnverkehrs von den an zwei Nachmittagen liegenden Sing- und Turnſtunden, einzelne auch an manchen Tagen von der letzten Vormittagsſtunde befreit werden.

4. Prüfungen und Belichtigungen. Am 28. Januar belſtand der Oberprimaner Hahn, der ſeit Beginn des Schuljahres zum Heeresdienſt einberufen war, die Kriegs- Reifeprüfung; ebenfo am 23. Moveinber die Oberprimaner Göckel, Roth, Spang und Stuttmann und am 8. Januar die Oberprimaner Hoffmann, Wagner und Walther. Die noch übrigen Schüler und Schülerinnen der Klaſſe wurden am 25. Januar zur Prüfung zugelaſſen. Am 2. März unterzog lich Fräulein Sophie Stiehler aus Frankfurt a. M. mit Erfolg einer Prüfung zuin Nachweis der Primareife. Bei lämtlichen Prüfungen verlah der Direktor die Stelle des Regierungskommilſfärs. Am 17. und 22. März belichtigte der Groſßh. Turninſpektor, Herr Schulrat Schmuck, den Turnunterricht der meiſten Klaſſen.

5. Nichtverbindlicher Unterricht. Am Engliſchen nahmen 8 Oberprimaner und 12 Unterprimaner, am Hebräiſchen je ein Schüler und eine Schülerin aus beiden Primen teil. Der Knabenhandarbeitsunterricht mußte wegen zu geringer Beteiligung ausgeſetzt werden; doch hoffen wir, ihn im nächſten Schuljahr wieder aufnehmen zu können. lm Schüler-Stenographen-Verein nach Stolze-Schrey, der gegenwärtig 26 Mitglieder zählt, wurde im Sommerhalbjahr von Herrn Oberlehrer Fifcher ein Kurſus für Anfänger abgehalten, an dem 8 Schüler teilnahmen. Der Stenographen- verein nach Gabelsberger beſteht zur Zeit aus 22 Mitgliedern. Er veranſtaltete unter Leitung von Herrn Profeſfor Schwarzſchild einen Redeſchriftkurs mit o Teilnehmern, unter Leitung des Oberprimaners Albinger einen Fortbildungskurs und unter Leitung des Oberprimaners Stern einen Anfängerkurs, an dem 20 Schüler teilnahmen. Der Verein beteiligte ſich auſerdem an 3 Wettſchreiben. Auch in dieſem Schuljahr nahmn eine Anzahl unſerer Schüler an den Übungen und Veranſtaltungen des Wanderfalken-Orcheſters teil, das ſich unter Leitung des Herrn Oberlehrers Fifcher ſeit Beginn des Krieges mit