Jahrgang 
1917
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3. Zur Gelſchichte der Xnſtalt.

Das Schuljahr begann am 1. Mai 1916 mit der Prüfung der neueintretenden Schüler und ſchließt am 31. März 1917.

Am 1I. Januar 1917 ſchied der Referent der Schulabteilung für die neunklalſigen höheren Knabenſchulen, Herr Geheimer Oberſchulrat Dr. Nodnagel, aus ſeinem Amt, das er nahezu 18 Jahre hindurch geführt hatte. Kurz vorher war es ihm vergönnt ge- weſen, am 21. Oktober das fünfzigjährige Dienſtjubiläum zu feiern, zu dem ihm der Unterzeichnete brieflich die herzlichen Glückwünſche des Lehrkörpers unſerer Anſtalt ausgeſprochen hatte. Bei ſeinem Rücktritt vom Amte gaben die Direktoren der helſſiſchen Vollanſtalten in einer gemeinſamen Adreſſe der dankbaren Verehrung Ausdruck, die ſich Herr Geheimer Oberſchulrat Dr. Nodnagel erworben hat. Die Lehrer der höheren Schulen haben in ihm einen allezeit gerechten und wohlwollenden Vorgeſetzten, die humaniſtiſchen Gymnaſien einen warmen Freund verloren, dem ſie fürvielfache Förderung zu bleibendem Dank verpflichtet ſind. Wir werden ihm ein treues und ehrendes An- denken bewahren.

I. Perfonal-Angelegenheiten. Die Veränderungen im Lehrkörper der Anſtalt, die im Laufe des Schuljahres erfolgten, hingen faſt durchweg mit dem Kriege zuſammen. Zunächſt konnten zu Oſtern 1916 die Herren Profeſſor Schwarzſchild, Profeſſor Hotz und Reallehrer Walther infolge von Zurückſtellung vom Heeresdienſt ihre Tätigkeit wieder aufnehmen, ſodaß zu Beginn des Schuljahres nur Herr Oberlehrer Appelmann durch den Kriegsdienſtuns entzogen war. Infolgedeſſen wurde die Schulverwalterin Fräulein Gertrud Berger vom 1. Mai ab von unſerer Anſtalt abberufen und mit Verwaltung einer Lehrerſtelle an der Oberrealſchule zu Mainz beauftragt. Am 2. Mai wurde Herr Profeſſor Becker zum Heere einberufen, aber noch bis zum 31. Mai beurlaubt, um auf hieſigem Poſtamt als Telegraphiſt ausgebildet zu werden. Während dieſer Zeit erteilte er freiwillig an unſerer Anſtalt einige Stunden weiter, wofür ihm auch hier unſer wärinſter Dank geſagt ſei. Am 5. Oktober wurde Herr Lehramtsaſſeſſor Berninger von ſeiner Verwendung an unſerer Anſtalt abberufen, um an das Neue Gymnaſium in Mainz über- zugehen. An ſeine Stelle trat am 12. Oktober Herr Lehramtsreferendar Dr. Hugo Holzapfel, vorher am Wolfgang-Ernſt-Gymnaſium in Büdingen, an deſſen Stelle am 9. Novemnber Herr Lehramtsaffeſſor Dr. Hermann Buß, der von Anfang des Krieges im Felde geſtanden hatte und nach ſeiner Herſtellung von ſchwerer Verwundung vorüber- gehend an den Gymnaſien zu Bensheim und Gieſßten tätig geweſen war. Grõöfßere Ver- änderungen im Lehrkörper brachte der Anfang des neuen Jahres, da am 5. Januar auch Herr Profeſſfor Hartmann zum Heeresdienſt herangezogen und am II. Januar Herr Profelſſor Schwarzſchild und Herr Reallehrer Walther von neuem einberufen wurden. Zu ihrer Vertretung wurde uns am 7. Febr. die Schulverwalterin Fräul. Antonie Thefing zugewieſen, die vorher an der Oberrealſchule zu Alsfeld verwendet war. Den durch den Weggang des Herrn Profeſſor Hartmann verwaiſten evangeliſchen Religionsunterricht übernahmen mit dankenswerter Bereitwilligkeit der Oberlehrer i. R. Herr Profeſſor Maul, in dem wir zu unſerer groſten Freude den früheren verehrten Senior unferes Kollegiums in alter Friſche wieder in unſerer Mitte begrüßten konnten, ſowie Herr Pfarrer Müller. Der Geſundheitszuſtand des Lehrerkollegiums war im allgemeinen günſtig; doch mußten im Laufe des Schuljahres verſchiedene Herren vorübergehend wegen Erkrankung ihren Unterricht ausſetzen.

2. Die Schüler. Unter unſeren Schülern kamen vereinzelte Fälle von Scharlach und Diphtheritis vor, die indeſfen einen günſtigen Verlauf nahmen. Dagegen wurden im Laufe des Jahres zwei Schüler durch einen jähen Tod aus dem Kreis ihrer Kameraden geriſſen.