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zur Beteiligung am Spiele in ihrem eigensten Interesse anzuhalten. Ein Kind, das sich aus- getobt hat, regiert sich bekanntlich leichter, und uns Lehrern ist die Beoobachtung unserer Schüler auf dem Spielplatze besonders deshalb sehr wertvoll, weil wir sie hier oftmals von einer besseren Seite als auf der Schulbank kennen lernen und so unser Urteil über sie zu ändern Gelegenheit ſinden.— Sämtlichen Herren Kollegen, die sich an der Aufsicht beteiligten, sei hier nochmals für ihre selbstlose Mühewaltung gedankt.
6. Hülfsbibliothek. Unsere im vorigen Jahresberichte ausgesprochene Bitte, uns durch Uberlassung von Schulbüchern bei der Anlage einer Hülfsbibliothek für bedürftige Schüler zu unterstützen, ist auf keinen unfruchtbaren Boden gefallen. Wir sind in der Lage, diese Bibliothek mit dem Beginne des neuen Schuljahres zu eröfſnen, und machen die beteiligten Eltern darauf aufmerksam, dass Gesuche um Uberlassung von Schulbüchern an den Verwalter der Hülfsbibliothek, Herrn Oberlehrer Dr. Dingeldey, oder den Unterzeichneten, mündlich oder schriftlich gerichtet werden können.
7. Gebäulichkeiten. Die Beschaffung neuer Räumlichkeiten für die Unterbringung der Klassen, bezw. die Errichtung eines Gymnasialneubaues und damit die Trennung des Gymna- siums von der Oberrealschule ist nachgerade eine brennende Frage für eine gedeihliche Weiterentwickelung beider Anstalten geworden. Zwar stellte die Stadtverwaltung Ostern 1901 bereitwilligst weitere Räume in dem an der Herrnstrasse belegenen Hause Nr. 52 zur Verfügung, aber diese Räume waren weder ihrer Zahl noch zum Teil ihrer Beschaffenheit nach genügend, und so musste denn schon zu Ostern auch der s. g. Festsaal, der zugleich als Sitzungszimmer der Lebrerkonferenz und Stadtverordnetenversammlung, als Gesangssaal, Prüfungssaal u. s. W. dient, als Klassenzimmer der Gymnasialobertertia eingerichtet werden. Welche Missstände das Ein- und Ausräumen dieses Saales für die genannten Zwecke mit sich bringt, braucht hier nicht weiter ausgeführt zu werden. Der bestehende Notstand wurde am 3. Juli durch die Herren Geh. Oberschulrat Nodnagel und Oberbaurat Klingelhöffer und nochmals am 30. August durch die Herren Ministerialrat Dr. Eisenhuth und Geh. Oberschulrat Nodnagel ausdrücklich ſest— gestellt. Um wenigstens dem schreiendsten Missstande abzuhelfen, räumte der Unterzeichnete mit Beginn des Winterhalbjahres sein Amtszimmer der Gymnasialsexta als Klassenzimmer ein und siedelte in das Bibliothekzimmer, den cinzig noch verfügbaren Raum, über. Die Ver-— handlungen über die Beschaffung gecigneter Schulräume seitens der Stadt Offenbach für das neue Schuljahr schweben soeben noch.
8. Geschenke. Die Anstalt empfing folgende Geschenke: von der Zentralstelle für die Landesstatistik deren Mitteilungen und Beiträge zur Statistik, Darmstadt 1901; von dem Reichs- kommissar für die Weltausstellung in Paris, Herrn Geh. Oberregierungsrat Dr. Richter, 1 Exem- plar des amtlichen Katalogs der Ausstellung des deutschen Reiches auf der Weltausstellung in Paris 1900; von Herrn Fabrikanten Johannes Lippmann vorzügliche Reproduktionen seiner Olgemälde in einer gediegenen Mappe; von der Firma Martenstein und Josseaux verschiedene Proben von Asphalt; von der Firma E. C. Hellfrisch& Co. mehrere Proben von Rohprodukten ihres Fabrikates„Deutsches Virginia-Vaseline“; von Herrn E. Eichhorn Proben von Magnalium- metall; von Herrn Geh. Kommerzienrat E. Ochler eine äusserst reichhaltige Sammlung von Produkten der Theerindustrie und Rohstoffen für Anilinfarben; von Herrn Komponisten Karl Berg seinen Marsch„Iurrah, die deutsche Flotte“; von Herrn Weissbindermeister und Stadt- verordneten II. Roosen 12 ganz besonders geschmackvoll ausgeführte, wertvolle Wandschilder, die unsere Gänge und klassenzimmer wirkungsvoll schmücken; von Herrn Prof. Dr. W. Weiffenbach, Direktor des Predigerseminars zu Friedberg, Denkschrift des ev. Prediger-Seminars zu Friedberg für die Jahre 1897— 1901; von dem Verein für Naturkunde seinen Bericht über die Vereinsjahre i895— 1901; von den Schülern des Gymnasiums: Meyer(la) eine von ihm gezeichnete Karte der Ebene von Troja; Kuhlmann(lla) 1 Dosenmanòmeter; Calmberg(IIb) eine Sammlung von Mineralien mit Schränkchen; Buss(IIb) 2 Trockenelemente; Otterpohl und Scheſſer Bücher für die Schülerbibliothek; von den Schülern der Oberrealschule: Hofmann und Behr(IIb) je ein von ihnen gemaltes Wandschild, den Brüdern Hinkel(IIb und VI) 2 ausgestopfte Spechte; Hammer(IV2) ein Wasserhuhn; W. Strauss II(VI) 1 Phrynosoma orbiculare; von verschiedenen Verlags-Buchhandlungen Bücher ihres Verlages.


