Sämtlichen Klassen des Gymnasiums und der Oberrealschule wurde am 29. Juni, 2. und 4. Juli Gelegenheit gegeben, die Ausstellung der Samoaner im zoologischen Garten zu Frank- furt zu besuchen.— Den Aufführungen klassischer Stücke im Schauspielhause zu Frankfurt wohnten im Laufe des Winterhalbjahres die höheren Klassen des Gymnasiums und der Ober-— realschule verschiedentlich bei.
Am 7. November unterzog Herr Oberkonsistorialrat und Superintendent Dr. Flöring den evangelischen Religionsunterricht in einigen Klassen einer Prüfung.
3. Reifeprüfungen. Am 12. September unterzogen sich der Reifeprüfung am Gymnasium die beiden unter IVb aufgeführten Abiturienten und am 19. September der Abgangs-, hezw. Abschlussprüfung an der Oberrealschule der Obersekundaner Hermann Jägy und der Unter- sekundaner Eugen Berg mit Erfolg. Der Unterzeichnete war bei diesen Prüfungen zum Regierungskommissär ernannt worden.
Unter dem Vorsitze des Herrn Geh. Oberschulrats Nodnagel fand am 25. Februar die Reifeprüfung an dem Gymnasium und am 26. desselben Monats die erste Reifeprüfung an der Oberrealschule statt. Bei der ersteren erhielten die unter IVYb genannten 12 Schüler der Oberprima, bei der letzteren die daselbst aufgeführten 6 Abiturienten das Reifezeugnis.
Eine ausserordentliche Reifeprüſung Wurdo am 7. März unter dem Vorsitze des Unter- zeichneten mit dem Oberprimaner Hermann Lindenbein abgehalten(s. IV b).
Die Abschlussprüfung, bei der dem Unterzeichneten die Funktion eines Regierungs- kommissärs übertragen Worden war, fand am 8. März statt. Es unterzogen sich ihr die Unter- sekundaner der Oberrealschule Hermann Bayersdorf, Franz Brumm, Hugo Cast, Ernst Halberstadt, Rudolf Kohlbach, Heinrich Marowsky, Friedrich Moller und Otto Roosen und bestanden sie.
4. Schulfeiern. Die Geburtsfeste Sr. Kgl. Hoheit des Grossherzogs und Sr. Majestät des Kaisers wurden in der üblichen Weise festlich begangen. Bei der ersten Feier sprach der Unterprimaner der Oberrealschule Reinhold Gerhard über den Landgrafen Georg I. Herr Oberlehrer Dr. Dingeldey brachte das Hoch aus. Bei der Feier der Vorschule entwarf Herr Schulverwalter Fuhr ein Lebensbild der Grossherzogin Alice.— Für die zweite Feier, die in der Turnhalle des Turnvereins stattfand und den Werdegang der Hohenzollern in Gedichten, dramatischen Szenen u. s. w. zur Darstellung brachte, hatte Herr Professor Kost einen verbindenden Text gedichtet. Das Hoch auf den Kaiser wurde durch den Unter- zeichneten ausgebracht.
5. Gesundheitliches. Der Gesundheitszustand von Lehrern und Schülern war im all- gemeinen nicht ungünstig. Längere Zeit waren an der Ausübung ihres Dienstes die Herren Goes(vom 8. Mai bis zum 6. Juli) und Listmann(vom 7. Oktober bis zum 16. November) durch Krankheit verhindert. Auch Gymnasialpedell Dieterich konnte aus demselben Grunde vom 4. April bis zum 13. Mai seinen Dienst nicht versehen.
Leider verlor die Anstalt auch dieses Jahr zwei strebsame, zu den schönsten Hoffnungen berechtigende Schüler durch den Tod. Am 24. Juni starb an einer Gehirnhautentzündung der Schüler der 1,1 Vorschulklasse Petoer Blammeser im Alter von fast 9 Jahren und der Schüler der V,l der Oberrealschule Jakob Vaubel an einer Herzkrankheit im 11. Lebens- jahre. Ihre Mitschüler und Lehrer nebst dem Unterzeichneten gaben ihnen das letzte Geleite.
Die Ausflüge der einzelnen Klassen wurden in gewohnter Weise, darunter ein Tages- ausflug am 22. Mai, monatlich ausgeführt. Zum Eislauf konnte nur an einem Nachmittage freigegeben werden.
Wegen allzu grosser Hitze wurde der Unterricht am 10. August ausgesetzt.
Während des Sommerhalbjahres wurden am Dienstag und Freitag von 4 ½— 5 ½ Uhr für die Schüler der VI-—IIIb, von 5 ½—7 Uhr für die Schüler der IIIa—I unter Aufsicht eines Lehrers wiederum Spielstunden abgehalten. Zu unserm lebhaften Bedauern war die Beteiligung meistens derartig gering, dass die Führung einer Aufsicht sich kaum lohnte. Wir möchten deshalb an dieser Stelle die Eltern unserer Schüler ausdrücklich auf die Vorteile hinweisen, die das Tummeln auf dem Spielplatze und der Aufenthalt im Freien nicht nur für die körper- liche Entwickelung ihrer Söhne, sondern auch für die Entfaltung von Mut, Selbstvertrauen und Besonnenheit bieten, und können ihnen nicht dringend genug an das Herz legen, ihre Söhne


