Jahrgang 
1900
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Die angeordneten Spaziergänge wurden monatlich ausgeführt. Ein Tagesausflug fand am 5. Juni statt. Zum Eislaufen wurde an 4 Nachmittagen frei gegeben.

Wegen allzu grosser Hitze musste am 3. 4. und 7. August der Unterricht ausgesetzt werden.

An der am Mittwoch und Samstag während des ganzen Schuljahres abgehaltenen Frei- turnstunde beteiligten sich die Schüler sehr rege. Die Aufsicht führten in selbstloser Hin- gabe an die gute Sache die Herren Prof. Roth, Hamann und Dr. Dingeldey.

6. Lehrmittel. Die Sammlungen wurden entsprechend den vorhandenen Mitteln nach dem Bedürfnisse des Unterrichts vermehrt. Bemerkenswert erscheint der Ankauf eines neuen Bechsteinschen Flügels von prächtiger Klangfülle aus den Mitteln, die in früheren Jahren z T. mühevoll gesammelt waren

7. Gebäulichkeiten. Für die Unterbringung der Unterprima der Oberrealschule und etwa zu trennender Schulklassen stellten die städtischen Behörden in entgegenkommender Weise die nötigen Räumlichkeiten in einem der Stadt gehörigen Hause zur Verfügung.

Ebenso bewilligte die städtische Behörde für die Errichtung einer offenen Halle zwischen den Hinterflügeln des Schulgebäudes in richtiger Erkenntnis ihrer Bedeutung die nötigen Mittel. Nach ihrer Ausführung wird sich abwechselnd ein Teil der Schüler auch an Regentagen während der Pausen in frischer Luft bewegen können, und zudem kana dadurch die eine, für die beiden grossen Anstalten ohnehin nicht genügende Turnhalle wenigstens im Sommer entlastet werden und eine den Forderungen der Hygiene ent- sprechendere Verteilung der Turnstunden eintreten. Der Unterzeichnete fühlt sich gedrungen, den städtischen Behörden für ihr Entgegenkommen an dieser Stelle seinen wärmsten Dank auszusprechen.

Die Wände unserer Schulzimmer entbehren leider eines künstlerischen Schmuckes Ein solcher wird zwar von mancher Seite als die Schüler zerstreuend verworfen, aber das trifft nach unserer Erfahrung höchstens für die erste Zeit zu, in der der Schüler in seinem Schulzimmer noch nicht recht heimisch geworden ist. Trotz der besten Methode des Lehrers giebt es während des ÜUnterrichts für einen Schüler noch genug Augenblicke, in denen seine Gedanken abschweifen. Besser ruht dann sein Auge aus auf einem schönen Bilde, einer vollendeten Büste oder Statue oder auf einem sinnigen Spruche als auf nackten, frostigen Wänden. Unbewusst und mühelos wird dadurch der Sinn für das Schöne in ihm geweckt und ausgebildet, und durch das Schöne führt bekanntlich auch der Weg zum Guten. Der Spruch, den der Schüler oftmals vielleicht teilnahmlos betrachtet hat, kann in ernster Stunde zu ihm lebendig sprechen und sein Handeln im guten Sinne beeinflussen. Der Unterzeichnete möchte des erzieherischen Einflusses der Kunst nicht entraten und giebt sich der Hoffnung hin, dass sich in Offenbach, wie dereinst für die Errichtung einer wert- vollen Schülerbibliothek, auch für die Ausführung des ausgesprochenen Gedankens willige Hände öftnen werden.

8. Geschenke. Die Anstalt empfing im Schuljahre 1899 1900 folgende Geschenke: von der Grossh Centralstelle für die Landesstatistik deren Mitteilungen und Beiträge zur Statistik, Darmstadt 1899; von Herrn Kollegen Roth einen ansehnlichen Betrag zur Ausschmückung der Turnhalle; von Herrn Dr. Heraeus die von ihm besorgte 4. Auflage von Taciti Historiarum I1. III-V; von Herrn Martin May zu Franktfurt seineBeiträge zur Stammeskunde der deutschen Sprache; von den Herren Fabrikanten Sievers, den Kollegen Hamann und Altendorfsowie den Schülern Landsberg(IIa), Dehe(IV), Arnhold(I.) und Nuding(I.) Bücher für die Schülerbibliothek; von den Schülern Schleifer(IIIa), Bindewald(IV), Renck(1.), Heiles(2), Berke(2.), Brauns(2.), Holzamer(2), Streb(2.), Engelhard(2), Schneider(ba), Reutlinger(7.), Lauter(IIIa), Heinzemann(IIIa) und Franz(IIIa) Erze, Kristallmodelle. Hanf, 1 Zwergtaucher für die naturwissenschaftlicne Sammlung; von Ziegler(IV) 2 Gummibälle; von Schrod(Ia) einen von ihm selbst gezeichneten grossen Plan von Syrakus, von einigen Verlagsbuch- handlungen Schulbücher ihres Verlages.

Fur die Schülerbibliothek stellte die Stadt wie in den vorhergehenden Jahren wiederum 100 Mk bereitwilligst zur Verfügung.

Den gütigen Gebern auch an dieser Stelle den verbindlichsten Dank auszusprechen, ist dem Unterzeichnéten eine angenehme Pflicht.