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Kilometer für 1 bcm wählen, nur hat der Lehrer dann allerdings die Aufgabe, darauf zu achten, daß der jeweilig gewählte Maßſtab dem Format des Zeichenblattes entſpricht.
Bei einzelnen Erdräumen, deren Umriſſe compliciert ſind, wird es ſich empfehlen, dieſelben zunächſt in nur ganz roher Annäherung zu zeichnen, wie dies in den Skizzen(Nr. 7 u. 12) durch punktierte Linien angedeutet iſt, und dann erſt die Ausarbeitung vorzunehmen. Solche punktierte Linien kamen auch zur Anwendung(Nr. 17), wenn Inſelgruppen, die aus vielen kleinen Inſeln beſtehen, darzuſtellen waren. Der Zeitaufwand, den die Darſtellung politiſcher Grenzen erfordert, iſt nur gerechtfertigt, ſoweit die deutſchen Grenzen und die des engeren Vaterlands, allenfalls auch die der wichtigeren Bundesſtaaten, in Betracht kommen. In der Skizze wäre noch die Lage der wichtigeren Städte durch kleine Kreiſe anzudeuten, deren Durchmeſſer der Einwohnerzahl entſprechend gewählt wird. Die Namen der Städte dürfen höchſtens mit ihren Anfangsbuchſtaben angedeutet werden.
Bemerkt mag noch werden, daß für die Skizze von Aſien nebſt Europa(Nr. 16) Mercator's Projektion zu Grunde liegt, weil die andern Projektionen bei Weglaſſung des Gradnetzes ganz entſtellte Figuren liefern(ſiehe Lindemann Tafel 23). Eine zweckmäßige Correctur der durch Mercator's Projection bedingten falſchen Ausdehnungsverhältniſſe dürfte ſein, die Karte während des Unterrichts auf einen ſchwarzen Demonſtrationsglobus zeichnen zu laſſen.
Für die Zeichnungen ſind die neuerdings eingeführten Zeichenblocks den Keichenbeſten vor⸗ zuziehen. Auf denſelben iſt während des Unterrichts ausſchließlich mit Bleiſtift zu zeichnen und erſt nach vorgenommener Correctur iſt die Bleiſtiftzeichnung mit farbiger Oelkreide nachzufahren; ſchwarz für Umriß und Städte, blau für Flüſſe und Seen, braun für Gebirge, rot für die Hilfslinien.
Zum Schluſſe mögen noch diejenigen, welche das Kartenzeichnen für die Schüler als zu ſchwierig anſehen, daran erinnert werden, daß im Zeichenunterricht, wie er heute betrieben wird, an die Schüler ähnliche und noch ſchwierigere Anforderungen geſtellt und auch erfüllt werden. Warum ſollen die Schüler das, was ſie im Zeichenunterricht gelernt haben, nicht im geographiſchen Unterricht anwenden können? Wenn allerdings die Schüler in dem einen Jahre zum Kartenzeichnen angehalten werden, im nächſten aber nicht, oder wenn dann von einem andern Lehrer auch wieder eine andere Methode angewandt wird, dann kann der Erfolg nur ein ſehr mäßiger ſein. Für ein dringendes Bedürfnis halte ich es daher, daß die Geographie⸗Lehrer derſelben Anſtalt ſich über eine Methode einigen und an ihr feſtzuhalten: Das geographiſche Wiſſen unſerer Schüler wird dann ſicherlich eine weſentliche Förderung erfahren.
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