— 17—
ſänge, über die zu berichten wir aber leider nicht in der Lage ſind. Wann ſich die letzten Feſtteilnehmer getrennt, können wir ebenſowenig verraten, Schreiber dieſes hat zu der Stunde wahrſcheinlich ſchon längſt der Ruhe gepflegt. Was wir aber ſagen können, und zwar aus tiefinnerſter Ueberzeugung, iſt, daß ſelten in Offenbach ein Feſt ſchöner und herzlicher gefeiert worden iſt, als der geſtrige Jubeltag unſerer Real⸗ ſchule. Den Lutherfeſttagen kann er würdig an die Seite geſtellt werden, und gleich dieſen wird er allen Teilnehmern lange in angenehmer Erinnerung bleiben.“
Ein ſo ſchöner Verlauf der ganzen Feier wäre unmöglich geweſen, wenn nicht die Schule die thatkräftigſte Unterſtützung von allen Seiten gefunden hätte. Vor allen Dingen ſind hier zu nennen: das Feſtkomité, das ſich hauptſächlich aus ehemaligen Realſchülern gebildet und die Herbeiſchaffung der nötigen Geldmittel, die Ausſchmückung des Schulhauſes und des Feſtſaales in der Schloſſer' ſchen Liegenſchaft, die Verteilung der Plätze zu der Theatervorſtellung u. ſ. w. bereitwilligſt beſorgte, ferner die Dichter der Feſtlieder und des Feſtſpieles, die Herren Emil Pirazzi und Ludwig Lautz, dann Herr Georg Schmitt, der uns bei Anfertigung der zu den Theatervorſtellungen nötigen Anzüge, ſowie bei der Aufſtellung des lebenden Bildes eine unentbehrliche Unterſtützung gewährte, und endlich nicht am wenigſten die Eltern unſerer Schüler, die ehemaligen Realſchüler und die Freunde unſerer Anſtalt, welche die notwendigen Geld⸗ mittel in ſo reichlichem Maße ſpendeten, daß aus den Ueberſchüſſen die Koſten für ein weiter unten zu erwähnendes Jugendfeſt der Realſchüler und für einige wertvolle Geſchenke als Beiträge zu der Lehr⸗ mittelſammlung und der Bibliothek der Anſtalt gedeckt werden konnten. Wir wollen deshalb hier nicht unterlaſſen, nochmals im Namen der ganzen Schule für die allgemeine Beteiligung an ihrem Jubelfeſte den beſten und innigſten Dank auszuſprechen und die Verſicherung hinzuzufügen, daß die Schule ſtets eifrigſt beſtrebt ſein wird, ſich des ihr bewieſenen Wohlwollens auch ferner würdig zu zeigen.
Mit Schluß des Schuljahres 1883/4 verließen unſere Schule zunächſt nach beſtandener Maturi⸗ tätsprüſund die Oherdifäner der Realſchule I. Ordnung:
1. Richard Fiſcher aus Offenbach, ſtudiert Chemie:
Wilhelm Flath aus Höchſt im Odenwald, ſtudiert Kameral;,
Hermann Frank aus Groß⸗Umſtadt, ſtudiert Pharmazie;
Friedrich Lang aus Friedberg, ſtudiert Naturwiſſenſchaft;
Adam Roth aus Babenhauſen, ſtudiert Mathematik;
Karl Weißgerber aus Offenbach, ſtudiert Medizin;*)
ferner nach einjährigem erfolgreichen Beſuch der 1. Klaſſe der Realſchule II. Ordnung mit dem Zeugnis über die iſierſchaſtlihe Befähigung für den einjährig Jreivilligendienſt die Schüler:
Valentin Bender. 12. Ludwig Kumpf. 1 Emil Bergmann. 13. Guſtav Lautz. 3. Victor Blümlein. 14. Heinrich Leſchier. 4. Friedrich Clemens. 15. Fritz Namſpeck. 5. Guſtav Geh. 16. Simon Roos. 6. Paul Hartwig.. 17. Ludwig Rothſchild. 7. Adolf Hirſchmann. 18. Philipp Schaurer. 8. Wilhelm Hofmann. 19. Fritz Thomae. 9. Ludwig Kämmerer. 20. Adam Weisbarth. 10. Ludwig Kappus.— 21. Ferdinand Wetterhahn.
11. Martin Knipp.
Im Laufe des Schuljahres 1884/85, näͤnlich mit Schluß des Sommerhalbjahres, beſtanden die Matarſtäaprüfnn noch folgende Schüler der Realſchule J. Ordnung: 1. Wilhelm Fiſcher aus Biſchofsheim, ſtudiert moderne Philologie; 2. Friedrich Kullmann aus Lauterbach, ſtudiert Forſtwiſſenſchaft. 3. Heinrich Rauch aus Nieder⸗ Klingen, ſtudiert Chemie; 4. Victor Winter aus Klagenfurt in Kärnten, widmet ſich dem Militärſtande. Das neue Schuljahr begann am 28. April. Am 15. Mai beehrten die Herren Geh. Staatsrat Knorr und Geh. Dberichultat Becker die Schule mit ihrem Beſuche und wohnten dem Unterrichte in einigen Klaſſen bei.
*) Die hierzu notwendige Ergänzungsprüfung an einem Gymnaſium hat Weißgerber bereits vor Kurzem beſtanden..


