I. Der Unterricht.
Die Verteilung des Lehrstoffes schließt sich vollständig den für die staatlichen hessischen Realschulen geltenden Bestimmungen an. Die Klassen U. II., O. III., IV. und V. wurden in Parallel- klassen, U. III. in drei Abteilungen unterrichtet.
Die Schüler müssen die Schularbeiten unter Aufsicht eines Lehrers anfertigen und vor dem Verlassen der Schule an den- selben abliefern, bezw. sich abhören lassen. Seit dem Bestehen der Schule hat sich diese Einrichtung sehr gut bewährt, da sie den Eltern eine große Last abnimmt und zugleich einer Ueber- bürdung vorbeugt.
Die Lehrpensen der einzelnen Klassen sind folgende:
Klasse: U. Il.
Klassenlehrer: U. II. 1. Rau, U. II. 2. Grau.
Evang. Religion: Kirchengeschichte II. Teil: Von der Refor- mation bis zur Gegenwart, nach Schäfer:„Geschichte der christ- lichen Kirche in Lebensbildern“.— Zusammenfassende Darstellung der evangelischen Glaubens- und Sittenlehre auf Grund der Lektüre von Wurster„Glaubens- und Sittenlehre“. Pfarrer Hofmeyer.
Deutsch: Uebungen im Disponieren, alle vier Wochen ein Aufsatz, daneben zahlreiche kleinere schriftliche Uebungen im Anschluß an die Lektüre und die Geschichte. Deutsche Literatur- geschichte mit besonderer Berücksichtigung der beiden Blüte- perioden.
Gelesen wurde Schillers„Jungfrau von Orleans“ und Goethes „Götz von Berlichingen“. Geeignete Stellen wurden memoriert.
Themata der Aufsätze:
U. II. 1.: 1. Bertrands Bericht und seine Bedeutung für Johanna. 2. Das Leben Johannas bis zu ihrer ersten Kriegstat. 3. Preußens Demütigung durch Napoleon. 4. Johanna und die Krönung Karls VII. 5. Die Sinnesänderung Weislingens nach seiner Gefangennahme. 6. Die Reichstruppen im 3. Akt von Goethes„Götz von Berlichingen“. 7. Wie ist es zu erklären, daß Götz Anführer der aufständischen Bauern wird? 8. Der Gang der Handlung in Goethes„Götz von Berlichingen“. 9. Das Femgericht.
U. II. 2.: 1. Wie kommt Johanna zu dem Entschluß, als Retterin Frankreichs aufzutreten? 2. Johannas Herkunft und Berufung. 3. Napoleons Russischer Feldzug. 4. Johannas Siegeslauf in J.—III. 5. Weislingens Aufenthalt auf Schloß Jagsthausen. 6. Wodurch wird Weislingen zum Bleiben am bischöflichen Hofe bewogen? 7. Weislingen auf dem Sterbe- bette. 8. Inwiefern handelt Götz unklug und unvorsichtig? 9 Raub- rittertum. Hörr.


