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Anschaffungen dem erforderlichen Bedarf— der freilich auf Fälle wirk-— licher Bedürftigkeit der Erziehungsberechtigten beschränkt bleiben muß— angepaßt werden konnte, mußte die Neugestaltung der Schülerbücherei und ihre Angleichung an die veränderten Zeitverhältnisse auf bessere Zeiten verschoben werden, da die hierzu erforderlichen besonderen Mittel von den städtischen Körperschaften nicht be- reitgestellt werden konnten. Das Fehlen eines wirksamen staatlichen Zuschusses führt auch hier zu einem bedauerlichen Nachteil.
10. Berufsberatung
wurde im Rahmen der dazu ergangenen Erlasse und Verfügungen weiter gewührt. Die Schwierigkeiten der Berufswahl dieser Zeit haben sich in weiter steigendem Maße bemerkbar gemacht, bei den Schülern sowohl, die mit Reife für Obersekunda zu einem praktischen Beruf abgingen, wie besonders bei den Abiturienten, die z. T. den Rat der Schule noch bis in die Wochen nach Ostern hinein in Anspruch nahmen.
IV./ Der Elternbeirat
war mit Beginn des Berichtsjahres für die Schuljahre 1928/29 und 1929/30 neu zu wählen. Der bisherige Vorsitzende, Herr Professor Dr. Küster mußte aus Gründen beruflicher Ueberlastung eine Wiederwahl ablehnen, Herr Stimpert konnte wegen Abgang seines Sohnes als Abiturient zu Ostern 1928 nicht wiedergewählt werden. Für die Neuwahl wurde nur eine Liste eingereicht, sodaß als gewählt galten:
1. Herr Rendant Andres, 3. Herr Imgrund,
2. Herr Direktor Dr. ing. Crain 4 Frau Professor Kalveram,
5. Herr Postmeister Weber.
In der ersten Sitzung vom 10. 8. 28 wurde Direktor Dr. Crain zum Vorsitzenden, Postmeister Weber zum Schriftführer gewählt. In zwei weiteren Sitzungen vom 20. 2. 29 und 23. 3. 29 wurden neben anderen Fragen, wie die des Haushaltsplans der Anstalt, insbesondere der Erlaß des Ministeriums für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung vom 15. 6. 1928— Nr. 8264— betr. disziplinare Behandlung von Sexualdelikten der Schüler eingehenden Erörterungen unterzogen, die zu einer in den wesentlichen Punkten mit der Auffassung des Kollegiums übereinstimmenden Einstellung führten, worüber der vorgesetzten Behörde pflichtgemäß ausführlich be- richtet würde.
V. Verschiedenes.
Die vorgesehene Erneuerung des Außenanstrichs der Fenster des Schulhauses mußte wegen Knappheit der Mittel auf die Ostseite und Südseite beschränkt werden, die Fenster der Westseite sollen im Schuljahr 1929/30 neu gestrichen werden. Besondere Kosten verursachte die notwendig gewordene Erneuerung der Heizungs-Kondensleitung, darüber hinaus machte die lange Dauer der außergewöhnlich strengen Kälte und die damit verbundenen Frostschäden an den Installationen eine erhebliche Ueberschreitung der für die bauliche Instandhaltung und die Heizung vorgesehenen Mittel erforder-


