Jahrgang 
1914
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12 III. Zur Geschichte der Realschule.

Der Unterricht begann am 3. April mit der Aufnahmeprüfung der neu angemeldeten Schüler. Aufgenommen wurden 27 Schüler.

An diesem Tage trat Dr. Heinrich Wenz*) vom Schillergymnasium in Münster i. W. in das Lehrerkollegium ein und zwar zunächst als wissenschaftlicher Hilfslehrer, am 1. Oktober wurde er Oberlehrer.

lm September leistete Oberlehrer Schreiner eine militärische Uebung von 4 Wochen ab und wurde in dieser Zeit von dem Kandidaten des höheren Lehramts Dr. Helfenbein vom Gymnasium in Höchst vertreten.

Der Gesundheitszustand des Lehrerkollegiums war im allgemeinen gut: doch mußten an einzelnen Tagen den Unterricht wegen Krankheit aussetzen die Herren: Dr. Schaefer, Dr. jilke, Dr. Wenz, Henkel und Friton; aus anderen Ursachen der Direktor, Obl. Schreiner, Obl. Wicke.

Der Gesundheitszustand der Schüler war bis auf wenige Ausnahmen ebenfalls gut.

Der Vaterländischen Gedenktage wurde im Deutschen und in der Geschichte gedacht.

Am 16. Juni fand aus Anlaß des Regierungsjubiläums S. M. des Kaisers und Königs eine öffentliche Schulfeier im Festsaale der Anstalt statt, bei der Oberlehrer Schreiner die Festrede hielt.

Am 29. Juni nahm die Anstalt teil an der vom Ortsausschuß für Jugendpflege, dem der Direktor und Oberlehrer Dr. Schaefer angehören, veranstalteten Feier des Regierungsjubiläums S. M. des Kaisers und Königs. Vom Kriegerdenkmal aus bewegte sich der Festzug nach dem Garten der Gastwirtschaft zum Taunus. Hiier hielt Hierr Direktor Keller von Frankfurt a. M. die Festrede; darauf fanden Jugend- und Preisturnspiele statt. Leider hatte die Veranstaltung unter der Ungunst des Wetters schwer zu leiden.

Das Sedanfest wurde durch eine interne Schulfeier begangen, bei der der Unterzeichnete eine Ansprache hielt. Die geplanten Ausflüge fielen des zweifelhaften Wetters wegen aus. Nur die Untersekunda wagte eine Radfahrt in den hinteren Taunus.

Am 18. Oktober wurde zum Andenken an die 100jährige Wiederkehr des Tages der Völkerschlacht bei Leipzig eine Schulfeier veranstaltet, bei der Oberlehrer Dr. Schaefer die Fest- rede hielt. Am Abend beteiligte sich die Anstalt an der von den städtischen Behörden veran stalteten Feier auf der Stierstädter Heide.

Am Tage vor den Weihnachtsferien fand eine Feier statt, bei der Weihnachtsbilder aus allen Zeiten der Kunst mit unserem Lichtbildapparat vorgeführt wurden. Zeichenlehrer Henkel gab die für das Verständnis notwendigen Erläuterungen dazu..

Der Geburtstag S. M. des Kaisers wurde in herkömmlicher Weise begangen. Oberlehrer Dr. Messerschmitt hielt die Festrede, in der er die Fortschritte der Naturwissenschaft unter der Regierung unseres Kaisers behandelte.

Als Prämien wurden der Realschule überwiesen: je 1 Exemplar J. Ziehen, die Dichtung der Befreiungskriege und Wilhelm II., Deutscher Kaiser und König von Preußen; 25 Jahre seines Wirkens; 2 Exemplare Herzog, Preußens Geschichte; 3 ExemplareUnser Kaiser. Diese wurden bei der Jubiläumsfeier den Schülern Münzberg(U III), Burckardt(IV), Heß, Specht(O III), Beil(U Il), Chr. Hieronymi(O IIl), Feinberg(U III) verliehen; je 2 Exem- plareDie Völkerschlacht bei Leipzig und C. Tannera, Befreiungskriege und ein Exemplar Treitschke 1813. Diese erhielten am 18. Oktober Sachs und Bauser(U III) Mann und S. Müller(O III), Jamin(U Il). Die Kaiserprämie Reventlow, Deutschland zur See erhielt am 27. Januar Chr. Hieronymi(O III). 7 Gan⸗ Am 29. August fand eine Revision des Zeichenunterrichtes durch Herrn Professor Carl Jung aus Kassel statt. G

*) Dr. Heinrich Wenz, geb. am 11. Januar 1883, bestand die Reifeprüfung an der Oberrealschule zu Darmstadt. Er studierte neue Philologie an den Universitäten Gießen, München und Straßburg. Am 28. Februar 1910 bestand er in Straßburg das philosophische Doktorexamen und am 23. Juli 1910 das Staatsexamen. Sein Seminarjahr leistete er in der Provinz Posen ab; beschäftigt war er während dieser Zeit an der Kgl. Oberrealschule zu Bromberg(Herbst 1910 Ostern 1911) und an der Kgl. Realschule zu Pleschen(Ostern 1911 Herbst 1911). Im Probejahr(Herbst 1911 Herbst 1912 war er als Lehramtsassistent am lycée Michelet in Paris-Vanves. Herbst 1912 wurde er in die Provinz Westfalen übernommen und war vom 1. Oktôober 1912 bis Ostern 1913 als wissen- schaftlicher Hilfslehrer am Kgl. Schillergymnasium in Münster i. W. tätig.