Jahrgang 
1912
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Ministerial-Erlaß vom 22. August 1911 betr. Einführung der Kurzstunde vom 1. Oktober ab.

Verfügung des Königl. Provinzial-Schulkollegiums vom 29. September 1911. Genehmigung des Antrags auf Verschiebung der Einführung der Kurzstunde bis zum Beziehen des neuen Schulhauses.

Verfügung des Königl. Provinzial-Schulkollegiums vom 27. Oktober 1911. Der Leiter wird zu der am 15.18. November in Kassel stattfindenden Direktoren- versammlung der Provinz essen-Nassau einberufen.

Ministerial-Erlaß vom 21. Oktober 1911.

Anstelle der bisher üblichen regelmäßigen Klassenarbeiten sollen in allen Unter- richtsstunden, die für grammatische und stilistische Uebungen in den fremden Sprachen angesetzt sind, kurze Uebungsarbeiten angefertigt werden, die nicht zu zensieren sind. In Zwischenräumen von 46 Wochen sind größere Klassenarbeiten zu schreiben, die zensiert werden. Die schriftlichen Klassenarbeiten im Rechnen und in Mathematik, sowie die orthographischen und stilistischen deutschen Klassenübungen auf der unteren und mittleren Stufe sind in entsprechender Weise zu behandeln.

Verfügung des Königl. Provinzial-Schulkollegiums vom 27. Dezember 1911 übersendet die Ferienordnung für das Schuljahr 191213(s. Abschnitt VII).

Verfügung des Königl. Provinzial-Schulkollegiums vom 5. Januar 1912 sendet 10 Exemplare der Gedenkschrift über Friedrich den Großen:R. Koser, Aus dem Leben Friedrichs des Großen, mit dem Auftrage, diese bei der Feier des Geburts- tags seiner Majestät an Schüler der Anstalt zu verteilen(Stiftung Seiner Majestät des

Kaisers und Königs). Verfügung des Provinzial-Schulkollegiums vom 10. Januar 1912. Ein Exemplar des von dem Deutschen Flottenverein herausgegebenenMarine-

albums wird übersandt mit dem Auftrag, es einem Schüler zu verleihen(Prämie Seiner Majestät des Kaisers und Königs).

III. Geschichte der Schule.

Das Schuljahr begann am 20. April mit der Aufnahmeprüfung. Der Unterricht nahm am folgenden Tage seinen Anfang. Aus dem Lehrerkollegium schieden aus Rektor Kexel, der seit 1877 an der vereinigten Volks- und Realschule tätig gewesen war. Er war stets hauptsächlich in den Realschulklassen beschäftigt gewesen; auch an dieser Stelle sei ihm für seine pflichteifrige, ersprießliche Hlingabe der wärmste Dank ausgesprochen. Pfarrer Hess, der lange Jahre den evangelischen Religionsunterricht erteilt hat, ist ebenfalls aus dem Kollegium ausgetreten, auch ihm sei der herzlichste Dank abgestattet. Da zwei Oberlehrerstellen noch nicht besetzt waren, mußten beide im Sommer durch hiilfslehrer versehen werden. Zu diesem Zweck wurden die Kandidaten des höheren Lehramts Karl Weis und Wilhelm Hartung der Anstalt überwiesen, letz- terer zugleich zur Ableistung des Probejahres. Am Anfang des Wintersemesters wurde er jedoch wieder abberufen. Als Oberlehrer wurde gewählt der Kandidat des höheren Lehramts Arnold Wicke ¹) vom Realgymnasium in Leer, als Zeichenlehrer der Zeichenlehrer Rudolf Hlenkel ²) von

¹) Arnold Wicke, geboren am 2. Juli 1881 zu Elvershausen(Prov. Hannover), besuchte das-Herzogliche Qymnasium zu Wolfenbüttel, studierte in Erlangen, Bonn und Halle Geschichte und Philologie, bestand die Prüfung für das höhere Lehramt am I. Februar 1908 zu Halle, war im Vorbereitungsdienste am Realgymnasium und Gym- nasium zu GCoslar und an der Oberrealschule zu Wilhelmshaven und nach erlangter Anstellungsfähigkeit am Feal- gymnasium und Gymnasium zu Leer tätig.. 1*

2) Rudolf Henkel, geboren zu Springe am 4. Februar 1881, evangelisch, besuchte das Auguste-Victoria- Gymnasium in Hannover-Linden und das Seminar zu Alfeld. Am 1. Oktober 1902 wurde er als Lehrer in Lauen- berg angestellt und ging am 1. Juni 1004 nach Einbeck, wo er bis zum 1. Oktober 1000 tätig war. Am 1. Oktober 1900 wurde er von der Königlichen Regierung zu Hildesheim beurlaubt zur Königlichen Akademie für bildende Künste in Kassel. Am 22. Juni 1011 bestand er an der Kunst-Akademie in Kassel das Examen für Zeichenlehrer an höheren Lehranstalten