Jahrgang 
1928
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gelegenen Orfen. Die übrigen 82 haiten volle Pension in Ober- oder Niederlahnstein; 57 von ihnen wohnten im Collegium Carolinum, einem von einem geistlichen Herrn, Direktor Boland, geleiteten Internat, in dem die Schüler auch in

ihren Sludien beaufsichtigt werden und nötigen- falls Nachhilfe erhalfen; 17 in zwei klösterlichen Internaten in Niederlahnstein; 7 waren in Bür- gerfamilien in Oberlahnstein, 1 in Niederlahn- stein untergebracht.

Schulgeld, Freistellen, Erziehungsbeihilfen, Hilfsbücherei.

Das Schulgeld beträgt gemäß einem Ministe- rialerlaß vom 25. Februar 1926 für die einheimi- schen Schüler jährlich 200 M. Von den auswär- tigen wird ein Zuschlag von 50 M. erhoben. Für jüngere Geschwister werden auf Anfrag die festgesebien Ermäßigungen gewährt: 25 v. H. für das zweite Kind, das eine öffentliche oder private mitflere, höhere, Fach- oder Hochschule besuch:t, 50 v. H. für das dritte, völlige Befreiung für die weitferen.

Im Sommerhalbjahr bewilligte auf Vorschlag der Lehrerschaft der Schulausschuß einheimi- schen Schiilern 15 ganze und 6 halbe, auswärti- gen 4 ganze und 4 halbe Freistellen, im Winter-

halbjahr einheimischen 17 ganze und 6 halbe, auswärtigen 4 ganze und 3 halbe, außerdem 2 einheimischen Schiilern Erziehungsbeihilfen im Gesamlbefrage von 180 Mk. für das Jahr. Aus Reichsnüfteln gewährte der Unterrichtsminister für einen Schüler eine Erziehungsbeihilfe von 600 Mk.

Die Schule besitt eine gut ausgestatfefe Hilfsbücherei, aus der unbemittelte Schiiler Schulbiücher enfleihen können. Die entliehenen Bücher miissen sorgsam behandelt werden, für beschädigte oder beschmußte ist Ersatz zu lei- sfen. An sich ist es besser, wenn die Schüler eigene Bücher besitzen.

Berufsberatung.

Um die Berufsberatung bemühtfe sich wieder besonders Siudienrat Jung. Eine ersprießliche Berufsberatung wird zur Zeit leider fast unmög- lich gemacht durch die schlimmen wirtschaft- lichen Verhälfnisse. Die ungünstigen Aussichten in vielen Berufen, akademischen und andern, die unaufhörliche Höherschraubung der Bedin- gungen für den Eintritt in manche Laufbahnen,

namentlich die der Beamten, und die gänzliche Sperrung eines Teiles dieser Berufe erschweren es den jungen Menschen über die Maßen, einen ihrer Begabung und ihren Neigungen entspre- chenden Beruf zu finden. Durch diese Umstände werden viele Schüler zu ihrem eigenen und zum Schaden der Schule zu lange in dieser zurück- gehalten.

Elternbeirat, Verein ehemaliger Schüler des Gymnasiums, Spenden für die Anstalt.

Dem Elfernbeirat gehörfen an die Herren Lo- komotivführer Pöriner, Vorsißender, Prokurist Gieser, Lehrer Keller und Frau Luise Rau, alle aus Oberlahnstein, und Lehrer Rörig, Schrift- führer, aus Niederlahnstein. In einigen Zusam- menkünften des Elternbeirats und der Lehrer- schaft wurden die Verhältnisse der Schule be- sprochen.

Der Verein ehemaliger Schiiler veranstaltetfe zum Besten der Schule am 22. Oktfober 1927

V

in unserer Aula einen Kammermusikabend. Die Mitglieder des Vereins, Herren Heinz Franke, Violinkiünsfler, und Willy Kriens, Klavierkinsiler, sowie dessen Gattin, die Sängerin Frau Char- lotte Kriens, bereiteten den in großer Zahl er- schienenen Zuhörern mit ihren schönen und dankbar aufgenommenen Darbietungen reichen Genuß.

Ein besonders werkvolles Geschenk erhielt die Schule vom Herrn Oberpräsidenfen der Provinz,