Jahrgang 
1927
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Schülerselbstverwaltung, Schülervereine, Wanderungen und Spiele, Gesundheitszustand, Unfallversicherung, auswärtige Schüler.

Die Schülerselbstverwaltung bestand in der- selben Artf wie in den vorhergehenden jahren. Der Schülerausschuß, der sich aus den Sprechern der beiden Primen und der drei Sekunden und je einem Verfreter der beiden Schülervereine zusammenseßle, hatte zum Obmann den Ober- primaner Schweizer. Berater war wieder Stu- dienrat Dr. Kirchgässner. Die Schulgemeinde trat nicht zusammen.

An der Anstalt bestehf ein Schülerturnverein und eine Orfsgrppe von Neudentschland. Der von Studienrat Nicolay beratene Schiilerturn- verein zählte 18 Mifglieder und übte regelmäßig an einem Nachmiffag der Woche. Die 30 Mit- glieder der von Studienrat Jung geleiteten Orts- gruppe von Neudeutschland kamen monatlich zweimal zu belehrenden Besprechungen und zur Pflege der GCeselligkeit zusammen. Sie hielten gemeinsame Nikolaus- und Weihnachts- feiern ab, und Gruppen von ihnen unfernahmen Wanderungen, so Pfingsten über den Wester- wald, Ostern 1927 in die Eifel. Eine Abordnung besuchie die Westmarkfagung des Verbandes in Neuerburg an der luxemburgischen Grenze.

83 monatliche Klassenwanderungen wurden un- ſernommen.

Jede Klasse hafte einen aufgabenfreien Nach- miftag, bei den mitfleren und oberen Klassen war es der Spielnachmiftag.

Am 30. luni 1925 beteiligten sich 12 Schüler in Limburg an den Ausscheidungskämpfen des Westbezirks der Provinz für die Schlagball- weitspiele der höheren Schulen Preußens. Un- sere Mannschaft siegte im ersten Gange, unter- lag aber dann der Hadamarer. Im Laufe des Sommers maß sich unsere Mannschaft im

Schlagballspiel auch einmal in Koblenz mit einer Koblenzer Gruppe und in Oberlahnstein mit ciner Emser. Ferner nahm unsere Schule wie- der leil an dem Turnfest der höheren Schulen des Lahngebiets, das am 22. Sepfember wie im vorigen jahre in Limburg stalfffand. Sieben- here Schulen waren dazu zusammengekommen. Als Kämpfer fraten 25 von unsern Schiilern auf, von denen sich 11 die Ehrenurkunde des Reichs- präsidenten erwarben.

Der Gesundheifszustand der Schüler und Schülerinnen war gut.

Gegen Unfälle im Schulleben waren alle Schüler und Schülerinnen nach einem vom Un- ſerrichtsminister mit dem Verband öffentlicher Unfall- und Haftpflicht-Versicherungsgesell- schaflen abgeschlossenen Vertrage versicherf. Die Jahresprämie für den einzelnen betrug 65 Pfg. In 7 leichferen Fällen wurde die Versiche- rung in Anspruch genommen. Für das laufende Schuljahr ist die Prämie auf 1,50 M erhöht wor- den. Die Belteiligung an der Versicherung ist für alle Schüler und Schülerinnen verbindlich.

Von den 164 auswärtigen Schülern nach dem Stande vom 1. Februar 1927 besuchten 33 vom Elternhause aus die Schule, nämlich 43 Nieder- lahnsteiner und 45 als Fahrschüler aus anderen Orten. Die übrigen 76 hatten volle Penfion in Ober- od. Niederlahnstein; 46 von ihnen wohn- ten im Collegium Carolinum, einem von einem geistlichen Herrn, Direktor Boland, geleifeten internat, in dem die Schüler auch in ihren Stu- dien beaufsichtigt werden u. nötigenfalls Nach- hilfe erhalten, 18 in zwei Internaten in Nieder- lahnstein; 8 waren in Bürgerfamilien in Ober- lahnstein, 4 in Niederlahnstein unfergebracht.

Schulgeld, Freistellen, Erziehungsbeihilfen, Hilfsbücherei.

Das Schulgeld befrug gemäß dem Ministerial- erlaß vom 25. Februar 1926 für die einheimi- schen Schüler jährlich 200 M. Von den auswär- tigen wurde ein Zuschlag von 50 M erhoben. Ermäßigungen ein: 25 v. H. für das zweite Kind, das eine öffentliche oder private mitflere,- here, Fach- oder Hochschule besucht, 50 v. H. für das dritte, völlige Befreiung für die weiteren.

Im Sommerhalbjahr bewilligte auf Vorschlag

der Lehrerschaft der Schulausschuß einheimi- schen Schülern 18 ganze und 2 halbe, auswär- ligen 3 ganze und 2 halbe Freistellen, im Winter einheimischen 14 ganze und 12 halbe, auswär- tigen 3 ganze und 7 halbe. Für einen Schüler wurde eine Erziehungsbeihilfe von 100 M ge- währt.

Die Schule besitt eine gut ausgestatfete Hilfs- bücherei, aus der mäßig bemittelte Schiller Schulbücher entleihen können.