Jahrgang 
1925
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Zur Geschichte der Anstalt.

Das Schuljahr begann Mitlwoch den 30. April 1924 und schloß Samstag den 4. April 1925.

Durch Krankheit waren, abgesehen von kiür- zeren Abhaltungen, an der Ausübung ihres Dienstes verhindert: Studienrat Droege vom 19. August bis 3. Oktfober 1924, insgesamt sieben Schulwochen, und Studienassessor Dr. Zimmer- mann vom 1. bis 6. Sepfember und vom 14. Ok- jober bis Weihnachten, insgesamt 11 NMochen. Da die Schule keinen Vertreter erhielt, mußte der Unterricht der erkrankten Herren größten- teils von den anderen Lehrern erteilt werden, ferner wurden Parallelklassen in einigen Stun- den vereinigt und einzelne Unterrichtsstunden durch Stunden in anderen Fächern erseht.

Am 23. Oktober 1924 besuchte Oberregie- rungsrat von Bamberg, Mitglied des Provinzial- schulkollegiums, die Anstalt und besichtigte die Räume. Am 16. Februar 1925 kam der Ministe- rialreferent für die höheren Schulen Hessen- Nassaus, Oberschulrat Dr. Sondag, um sich über die finanzielle Lage der Anstalt zu unterrichten. Der Dezernent der Schule, Geheimer Regie- rungs- und Oberschulrat Dr. Gerstenberg, hielt am 23. Februar 1925 die miindliche Reifeprüfung ab.

Reifeprüfungen fanden zweimal statt. Die vier Oberprimaner, die sich im Sommer 1924 dazu meldetfen, legten die mündliche Prüfung, bei der der Direktor mift dem Vorsit befrauf war, am 24. September ab. Zu der Osterprüfung wurden 7 Oberprimaner zugelassen. Sie be- standen gleichfalls die Prüfung, und zwar die miindliche am 23. Februar 1925. Die Namen der Prüflinge sind S. 11 verzeichnet.

Feiern im engeren Kreise der Schule wurden öfters abgehalften: am 2. Juli, dem 200. Jahres- tag der Geburt Klopstocks, am 12. juli wegen der 50. Wiederkehr des Todestages Frit Reuters, am 18. Juli, dem letten Schultage vor denSommer- rien, die Feier des Verfassungstages, am 30. Sepfember eine Abschiedsfeier für Studienrat Deinet, der in den Ruhestand frat, am 16. Ok- iober wegen der glicklichen Ankunft des Zep-

pelinluffschiffes in Amerika und am 4. März 1925 eine Trauerfeier wegen des Todes des Reichs- präsidenten Ebert. Bei der Klopstockfeier hielt Studienrat Goerg, der Reuterfeier Sludienasses- sor Dr. Minor, der Verfassungsfeier Sfudienrat Schliff eine Ansprache, am 30. Sepfember spra- chen der Direktor und Studienrat Deinet, bei der Zeppelinfeier und der Trauerfcier für den Reichspräsidenfen der Direktor. Am 17. De- zember 1924 hielten wir eine Weihnachtsfeier für die Schiüiler und ihre in großer Zahl er- schienenen Angehörigen. Sie bestand aus Vor- trägen von Gedichten, Gesangs- und Musikdar- bietungen und einer Ansprache des Direktors.

In den Tagen vom 14. bis 18. Juli 1924 ver- anstaltete die Schule in ihrer Turnhalle eine öf- fentliche Ausstellung der im Zeichenunterricht von Schülern aller Klassen angefertigten Zeich- nungen, Malereien und Werkarbeiten. Die zahl- reichen Besucher machte Zeichenlehrer Kiein durch eingehende Erklärungen mil den Zielen und Wegen des neuzeillichen Zeichenunterrichts bekannt. Sonnlag den 2. Novembet hielt Studienrat Sabel vor den Mitgliedern der städ- tischen Körperschaften und des Elternbcirats sowie einigen anderen eingeladenen Herren ei- nen mit Versuchen verbundenen Vortfrag über die aus Spenden früherer Schüler beschaffte Vorrichtung zum Anschluß an die Starkstromlei- tung.

Auf Anordnung der Behörde wurde am Ende des Schuljahres das bisherige Kuratorium, das in langjähriger Verwaltung sich hohe Verdiensie um die Schule erworben hat, durch einen Schul- ausschuß gemäß dem Ministerialerlaß vom 1. Oktober 1918 UIl 294 erseßt. Dem Schul- ausschuß gehören 2. Zt. an: 1. Herr Bürgermeis- ter Dr. Weber, 2. das Magistratsmitglied Herr Studienrat Nicolay, 3. und 4. die Stadtverord- nelen Herren Bonn und Herber, 5., 6., und 7. die von der Stadtverordnefenversammlung gewähl- ten Bürger Herren Dekan Müller, Pfarrer Men- cke und Fabrikbesitzer August Stadelmann, 8. der Direktor der Schule, 9. als von dem Lehr- körper gewähltes Mitglied Herr Studienrat Dr. Kirchgässner.