Jahrgang 
1909
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. Cassel, 2. 1. 08. Durch Min.-Erl. vom 12. 12. 08 wird angeordnet, dass auch in der Provinz Hleisen Nässad und zwar von 1911 ab Versammlungen der Direktoren der höheren Lehranstalten statt- finden sollen.

Cassel, 6. 2. 00. Der Min.-Erl. vom 24. 1. verordnet, dass inder Ordnung der Reifeprüfung an den neunstufigen höheren Schulen mehrere Aenderungen eintreten sollen. Die wichtigsten Aende- rungen betreffen den§ 11, der von der Festsetzung des Urteils handelt. Absatz 3 dieses Paragraphen lautet jetzt:

Die Prüfung ist als bestanden zu betrachten, wenn das Gesamturteil in allen verbindlichen wissenschaftlichen Lehrgegenständen mindestensgenügend lautet.

Eine Abweichung hiervon in Berücksichtigung des von dem Sehüler gewählten Berufes ist nicht zulässig. Dagegen steht es der Prüfungskommission zu, nach pflichtmässigem Ermessen darüber zu entscheiden, ob und inwieweit etwa nicht genügende Leistungen in einem Lehrgegenstande durch Leistungen in einem anderen Lehrgegenstande als ausgeglichen zu erachten sind.

III. Zur Geschichte der Anstalt.

Die von Ostern 19007 bis Ostern 1908 von den Kandidaten Dr. Heckmann, Dr. Klauer, Lehr und Dr. Westenberger verwaltete Hilfslehrerstelle wurde dem Probekandidaten Dr. Klauer, der der An- stalt zur Ableistung seines Probejahres überwiesen wurde, übertragen.

In das mit dem Gymnasium verbundene pädagogische Seminar traten mit Beginn des neuen Schuljahres als Mitglieder ein die Kandidaten des höheren Schulamts Dr. Friedrich Laibach, Gustav Schierholz, Friedrich Paul, Joseph Steinebach, Karl Steinebach, Xaver Thiemeyer. Zu Seminarlehrern für das neue Jahr wurden ernannt Prof. Dr. Linz, Prof. Dr. Bodewig und Prof. Scheubel.

In der ersten Religionsstunde nach Beginn des Schuljahres wurden von den evangelischen Religionslehrern ihre Schüler auf den hundertjährigen Geburtstag(21. 4.) J. H. Wicherns und die Be- deutung dieses Tages hingewiesen.

Am 19. November(bezw. an einem der vorhergehenden Tage) wurde in den einzelnen Klassen in der Geschichtsstunde der Einführung der Städteordnung in Preussen gedacht.

Am 27. Januar 1900 fand in der Aula der Anstalt die Feier des Geburtstages Sr. Majestät des Kaisers statt. Oberlehrer Dröge hielt die Festrede; er sprach über die Kaiseridee in der Sage. Bei dieser Feier wurde der Kaiserpreis:Deutsche Schiffahrt von Hans Bohrd dem Oberprimaner Rudolf Wankel, die drei anderen der Anstalt vom Herrn Minister zu Prämien überwiesene Bücher:Ge- schichte des preussischen Staates von Berner den Schülern Kapp aus Obersekunda, Aulmann aus Unterselkunda gym. und Hein aus Untersekunda realis übergeben.

Die schriftliche Reifeprüfung fand am 16., 17., 19. und 20. Februar statt, die mündliche unter dem Vorsitze des Direktors am 26. März. Die 6 Schüler, die sich der Prüfung unterzogen, haben bestanden; Paul Dencker und Rudolf Wankel wurden von der mündlichen Prüfung befreit. Am 24. März nahm Herr Geheimer- und Oberregierungsrat Dr. Paehler die Revision des pädagogischen Seminars vor. Die Schlussprüfung am Realprogymnasium fand am 27. März statt. 16 Schülern wurde die Reife für Obersekunda zuerkannt. Die Abiturienten wurden am 30. März in Gegenwart der Lehrer und der Schüler der An- stalt in der Aula entlassen. Der Gesundheitszustand war bei Lehrern und Schülern im ganzen gut. Dem Kuratorium gehören folgende Herren an: a) ständige Mitglieder: Bürgermeister Schütz, Vorsitzender, Kgl. Landrat, Geheimer Regierungsrat Berg als Vertreter des Kgl. Kompatronats, Direktor Prof. Schlaadt; b) die gewählten Mitglieder: Bauunternehmer Joh. Leikert, Pfarrer Mencke, Pfarrer Müller, Fabrikbesitzer Schroeder.