— 26—
Am 1. Oktober schieden die wissenschaftlichen Hilfslehrer Dr. Nedden und Dr. Unbehaun aus dem Kollegium aus: Dr. Nedden wurde der Oberrealschule zu Marburg und Dr. Unbehaun dem Gymnasium i. E. und Realprogymnasium zu Limburg zur Fortsetzung des Probejahres überwiesen.
Zu demselben Zeitpunkte traten in das Kollegium ein Prof. Dr. Karl Dencker*) und Oberlehrer Adolf Schlitt**). Prof. Dr. Dencker, der bis dahin an der Oberrealschule in Oldenburg beschätftigt war, übernahm die durch den Tod des Prof. Caspari frei gewordene Oberlehrerstelle, während Oberlehrer Schlitt die am Gymnasium i. E. neu geschaffene Oberlehrerstelle erhielt.
Der wissenschaftliche Hilfslehrer Franz Diefenthal***) wurde am 1. Oktbr. zum Oberlehrer betördert; er erhielt die Oberlehrerstelle, die er bisher als Hilfslehrer verwaltet hatte.
Die Weihnachtsferien dauerten vom 23. Dezember 1902 bis zum 7. Januar 1903.
Am 27. Januar fand die Feier des Geburtsfestes Sr. Majestät statt. Die Schüler wohnten dem Gottesdienste ihrer Konfession bei; darnach wurde der Festaktus mit Gesang und Deklamation der Schüler in der Aula gefeiert. Die Festrede hielt Ober- lehrer Michels. Das von Sr. Majestät als Prämie bestimmte Werk„Deutschlands Seemacht“ von Wislicenus wurde dem Obersekundaner Georg Schmitz2z überreicht.
An den patriotischen Gedenktagen wurde in herkömmlicher Weise von den Ordinarien kleine Ansprachen an die Schüler in den Klassen gehalten.
*) Karl Dencker, geboren am 13. März 1858 in Osternburg bei Oldenburg, besuchte das Gymnasium in Oldenburg und das Mariengymnasium in Jever. Nach Ablegung der Reifeprüfung studierte er in Tübingen, Berlin und Marburg Mathematik und Naturwissenschaften und bestand am 7. Dezember 1883 in Marburg das Examen pro facultate docendi. Er wurde darauf an der Oberrealschule in Oldenburg am 1. April 1884 provisorisch und am 1. Mai 1887 difinitiv angestellt. Im Juli 1884 erwarb er sich in Marburg die philosophische Doktorwürde und am 17. Januar 1902 erhielt er den Titel Professor. Am 1. Oktober 1902 ging er als Oberlehrer an das Realprogymnasium und Gymnasium i. E. zu Oberlahnstein über.
**) Adolf Schlitt, geboren am 4. Januar 1862 zu Neustadt(Rgbzk. Cassel), erhielt im Jahre 1882 am Königl. Gymnasium zu Marburg das Reifezeugnis, machte dann in Marburg und später in Strassburg seine Universitätsstudien. Am 20. Januar 1888 unterzog er sich in Marburg der Staatsprüfung und leistete darauf am städtischen Gymnasium zu Frankfurt a./M. von Ostern 1888 bis dahin 1889 das Probejahr ab. Nachdem er weiter an letzterer Anstalt und an dem Lenderschen Institut in Sasbach(Baden) bis Herbst 1891 tätig gewesen war, siedelte er nach Strassburg i/ Els. über, wo er von Herbst 1891— 1900 als Ober- lehrer an dem Bischöflichen Gymnasium wirkte. Am 1. August 1900 wurde er an das Königl. Gymnasium zu Fulda versetzt, und seit Beginn des Wintersemesters 1902/03 gehört er dem Lehrerkollegium vom städt. Gymnasium i. E. hierselbst an.
**r) Franz Diefenthal, geb. den 21. Febr. 1862 zu Meudt. Das Zeugnis der Reife erhielt er am Kaiser Wilhelms-Gymnasium zu Montabaur. Er studierte klassische Philologie an den Universitäten zu Würzburg, Bonn und Marburg un erlangte die facultas docendi 1891. Sein Seminarjahr legte er am Kgl. Gymnasium zu Wiesbaden ab; sein Probejahr an der Wöhlerschule zu Frankfurt a. M. Alsdann war er beschäftigt zu Frankfart a. M. und am Collegium Carolinum zu Oberlahnstein. Ostern 1900 wurde er Hilfs- lehrer am hiesigen Progymnasium und Herbst 1902 Oberlehrer.


