Jahrgang 
1903
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7. 10. 1902. Kandidat Dr. Nedden wird der Oberrealschule zu Marburg zur Fortsetzung seines Probejahres überwiesen.

20. 10. 1902. Das P. S. C. schickt eine Abschrift des Min.-Erl. vom 16. 10. 1902, durch den bestimmt wird, dass die neue Rechtschreibung mit dem 1. April 1903 in den Schulen zur Einführung gelange

19. 12. 1902. Das P. S. C. giebt Anweisung, wie der Verkehr zwischen Schule und Elternhaus gepflegt und gefördert werden könne. Siehe unter VII, 2.

18. 1. 1903. Das P. S. C. übersendet ein Exemplar von Deutschlands Seemacht von Wislicenus als Prämie für einen Schüler. Siehe unter III.

14. 2. 1903. Das P. S. C. bestimmt, dass die mündliche Schlussprüfung an den sechsstufigen höheren Lehranstalten innerhalb der letzten 3 Wochen vor dem Schlusse des Unterrichtes stattfinden solle.

Gl. Zur Beschichte des Schuljahres,

Das Schuljahr nahm am Donnerstag. den 10. April, seinen Anfang; um 7 ½ Uhr wohnten die kath. Schüler dem Gottesdienste in der Pfarrkirche bei, um 8 Uhr wurden den Schülern in der Aula die Schulgesetze verlesen. Darauf wurden die neu auf- genommenen Schüler, deren Prüfung am Tage vorher stattgefunden hatte. von dem Direktor auf die Befolgung der Schulgesetze verpflichtet.

Mit Beginn des Schuljahres trat Oberlehrer Friedrich Scheube 1*) in das Lehrerkollegium ein; er war vorher am Königlichen Gymnasium in Heiligenstadt als Oberlehrer thätig; es wurde ihm die Oberlehrerstelle übertragen, die durch die Pensionierung des Prof. Werle frei geworden war. Der Kandidat Dr. Unbehaun, der seit Weihnachten die durch den Tod des Prof. Caspari erledigte Oberlehrerstelle versehen hatte, wurde zugleich mit dem Kandidaten Dr. Nedden der Anstalt zur Ableistung des Probejahres überwiesen. Beide wurden als wissenschaftliche Hilfslehrer an der Anstalt beschäftigt.

Die Pfingstterien dauerten vom 17. bis zum 27. Mai. Am 25. Juni machten sämtliche Klassen unter Führung ihrer Ordinarien einen Ausflug.

Am 12. August fand unter dem Vorsitze des Direktors die mündliche Schluss- prüfung statt.

Die Herbstferien dauerten vom 14. August bis zum 19. September,

*) Friedrich Konstantin Scheubel, geboren am 8. Dezember 1863 zu Thüngfeld, Kreis Oberfranken, Bayern, machte Ostern 1883 die Reifeprüfung am Realgymnasium zu Mänster, studierte von da ab bis 1888 in Münster und Berlin neuere Sprachen, bestand im Februar 1889 zu Münster die Prüfung pro facultate docendi, war dort von Ostern 1889 1890 Probe- und Seminarkandidat, 1890 1892 Lehrer an dem Reis- mannschen Institut in Paderborn, 1892 1896 Oberlehrer an der Realschule in Faulda, 189 6 1902 Oberlehrer am Königlichen katholischen Gymnasium in Heiligenstadt.