Jahrgang 
1926
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43. Schaden erleiden muss, baldigst ein Ende gemacht werde. Der städtischen Verwaltung, in- sonderheit Herrn Bürgermeister Dr. Ehrhard aber sei für ihre unermüdlichen Bemühungen, uns soviel wie nur irgend möglich zu helfen, herzlichst gedankt.

Durch die Schilderung unserer Unterkunftsverhältnisse sind wir ganz von selbst in das laufende Schuljahr 1925/26 eingetreten, über das wir mit Rücksicht auf unsere Chronik für die Zeitspanne 1917 1925 nur kurz berichten können. Es begann am 20. April 1925 und endigt am 27. März 1926. In der Welschnonnengasse konnte der Unterricht erst am 22. April seinen Anfang nehmen, weil die Tüncherarbeiten noch nicht abgeschlossen waren.

An die Stelle des an die Höhere Mädchenschule versetzten katholischen Religionslehrers Dickenberger trat der Präses Reichert von dem Konvikt in Dieburg.

Der Unterzeichnete, der am 10. Februar 1925 in seinem Amtszimmer ausgeglitten war und den linken Arm doppelt gebrochen hatte, konnte wegen hinzugetretener schwerer Komplikationen erst am 9. Juni das städtische Krankenhaus verlassen und musste noch einen Erholungsurlaub bis 1. Oktober nehmen. Während seiner Abwesenheit wurde er von Oberstudienrat Prof. Dr. Reeb vertreten, der im letzten Vierteljahre wegen eines Herzleidens beurlaubt werden musste. Seine Vertretung übernahmen Prof. Dr. Willenbücher, und Studienrat Scholl, die durch Assessor Walter Beck unterrichtlich entlastet wurden..

Prof. Upken erhielt im Sommerhalbjahre einen mehrwöchigen Urlaub und wurde zuerst durch Pfarrer Hoffmann und Pfarrassistent Euler und dann durch Pfarrassistent Rau vertreten.

Oberreallehrer Heuser erkrankte in den Sommerferien und musste bis 1. Oktober in Urlaub gehen. Seine Vertretung übernahm Referendar Dr. Winterholer. Im Winterhalbjahr konnte Herr Heuser, der noch sehr schonungsbedürftig war, nur die Hälfte seiner Stunden halten, den Rest übernahm Assessor Beck. Anfang Dezember erkrankte Herr Heuser von neuem und starb unerwartet am 11. Dezember. Wir betrauern in ihm einen der besten Turnlehrer, die je unsere Schule gehabt. Inder körperlichen und seelischen Ertüchtigung der Jugend erblickte er das Heil und die Wohlfalirt unseres Volkes. Ihr galt sein ganzes, rastloses Streben, und unsere Schüler werden ihm wie wir ein treues Gedenken bewahren.

Da seine Beisetzung in aller Stille erfolgte, fand am 17. Dezember in der Turnhalle der Oberrealschule eine Trauerfeier für ihn statt, bei der der Unterzeichnete in seiner Ansprache den Verstorbenen als ausgezeichneten Lehrer und edlen Menschen würdigte und seine grossen Verdienste um das Schulturnen hervorhob.

Der Nachfolger des Herrn Heuser wurde Reallehrer Heinrich Kirsch, der seither als Turnlehrer an der Volksschule in Mainz angestellt war und am 4. Januar seinen Dienst bei uns antrat. Aus Gesundheitsrücksichten mußten die Professoren Dr. Willenbücher und Hilsbos längeren Urlaub nehmen und wurden durch die Assessoren Dr. Obmann und Dr. Buttler ver- treten. Herr Obmann erhielt dann eine Verwendung an der Oberrealschule in Worms. In den anderen Fällen wurde die Vertretung erkrankter oder beurlaubter Lehrer von dem Kollegium übernommen. Das pädagogische Seminar ruhte in diesem Jahre, da die Zahl der sich zum Dienst meldenden Anwärter außerordentlich gering ist. Von den früheren Referendaren bestanden Fräulein Anna Neutz am 14. Oktober, Herr Otto Lambert am 21. Oktober, Fräulein Dr. Carola Wollweber am 15. Dezember und Herr Dr. Hans Winterholer am 9. Februar die Staats- prüfung, die unter dem Vorsitz des Herrn Ministerialrats Glückert an unserer Anstalt stattfand.

Anlässlich der Eidesleistung des neuen Reichspräsidenten von Hindenburg war am 12. Mai schulfrei; die Klassenführer hatten am Tage zuvor auf die Bedeutung dieses Ereignisses hin- gewiesen.

An der Festvorstellung im Stadttheater am 27. Juni aus Anlass der Jahrtausendfeier nahm in Vertretung des Direktors Prof. Dr. Willenbücher teil. Dem Festakt zur gleichen Feier