IV. Zur Geschichte der Anstalt.
Auf behördliche Anordnung ist seit 1917 kein gedruckter Jahresbericht mehr erschienen. Es dürfte deshalb von Interesse sein, in einem kurzen Rückblick auf die abgelaufenen Jahre, der wichtigsten Ereignisse, Einrichtungen und Veränderungen im Leben unserer Schule zu gedenken.
Am 30. September 1917 starb Prof. Dr. Karl Beck nach nahezu vierzigjähriger erfolg- und segensreicher Tätigkeit an unserer Anstalt.
Geh. Schulrat Dr. Kemmer trat am 1. Oktober 1918 in den Ruhestand. Sein Nachfolger wurde der Unterzeichnete, der vorher Direktor der Realschule und des Progymnasiums in Alzey war und auf dringende Reklamation der Regierung aus dem Felde entlassen wurde. Am gleichen Tage wurde auch der um Schule und Wissenschaft hochverdiente Mathematiker Prof. Dr. Schmidt pensioniert, der am 16. August des nächsten Jahres seinem schweren Leiden erlag. Unerwartet verschied bereits am 18. Dezember 1918 Geh. Schulrat Dr. Kemmer, der 14 Jahre Direktor unserer Anstalt war und unter dessen schulmännischer Beratung die Neubauten für die Ober- realschule und das Realgymnasium entstanden sind. Durch den Tod wurden uns weiter ent- rissen: am 21. Mai 1920 Zeichenlehrer Jung, am 12. Februar 1921 Prof. Hager und am 15. Ok- tober 1921 Prof. Altendorf. Allen Verstorbenen ist unsere Schule für ihr langjähriges, treues und erspriessliches Wirken zu grossem Dank verpflichtet und wird ihr Andenken stets in Ehren halten. In den Ruhestand traten 1922 Prof. Geissner, 1923 die Prof. Jost und Schmitt und 1924 die Oberstudienräte Prof. Spreitzer und Prof. Dr. Neeb. Aus unserem Kollegium schieden weiter aus: durch Ernennung zum Kreisschulinspektor Prof. Glückert; durch Beförderung zu Direktoren die Prof. Sieben und Kohl; durch Versetzung an das Gymnasium die Prof. Dr. Lambinet und Sartorius. Sie alle, die uns verlassen, konnten auf eine langjährige, mit Erfolg gekrönte Tätigkeit an unserer Schule zurückblicken und werden uns stets in dankbarster Erinnerung bleiben. Es muss späteren Jahresberichten vorbehalten bleiben, diesen einzelnen Lehrpersönlichkeiten noch in eingehender Würdigung gerecht zu werden. An ihre Stelle traten im Laufe der Jahre die Prof. Hilsbos und Schäfer, die Studienräte Rodrian, Bender, Dr. Beck, Schneider, Dr. Bezold, Kiefling, Scholl, Jü dicke, Keym, Stratemeyer, Gallei, Jöst, Fischer und Dickenberger, Zeichenlehrer Krost und als Oberstudienrat Prof. Dr. Reeb in unseren Lehrkörper ein.
Im Jahre 1919 wurde unser pädagogisches Seminar, das 1907 eingerichtet wurde, unter Leitung des Unterzeichneten wieder eröffnet, in das die aus dem Kriege zurückgekehrten Referendare: Neeb, Dr. Filtzinger, Mathias Schmidt, Eckelhöfer, Schreiber, Hammann, Otto Schmitt, Schork, Gerhard, Niedecken, Dr. Strobel, Karl Fischer, Kohl, Fuchs und Dr. Max eintraten. Ihnen folgten später die Referendare Seemann, Hoops, Bertram, Franz Fischer, Dr. Stumm, Dr. Klenk, Dr. Durst, Schnell, Bender, Dr. Buttler, Dexheimer, Dietz, Dirigo, Jäger, Wörth, Helene Beck, Schrader, Anna Neutz, Lambert, Glaser, Dr. Markloff, Schollmayer, Dr. Carola Wollweber und Dr. Winter- holer, die ebenfalls ihre Ausbildung an unserem pädagogischen Seminar empfingen.
Durch den unglücklichen Ausgang des Krieges und die am 8. Dezember 1918 erfolgte Besetzung Rheinhessens durch die 10. französische Armee wurden wir von unserer Zentralbehörde in Darmstadt abgeschnitten und der Zentralkommission für das Schulwesen des besetzten Ge- bietes unterstellt, die durch Verordnung der französischen Regierung vom 10. Januar 1919 auf Vorschlag des Provinzialdirektors Best eingesetzt wurde und der von den Mainzer höheren Lehranstalten die Geheimen Schulräte Dr. Roemheld und Dr. Helm angehörten. Als der


