Jahrgang 
1915
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Die Lehramtsassessoren Dr. Berghäuser und Stratemeyer verblieben zunächst an unserer Anstalt als Volontäre. Die Lehramtsreferendare Dr. Diehl und Dr. E. Müller vollendeten von Ostern bezw. von Ende August an ihr zweites Vorbereitungsjahnr und wurden am 1. Oktober zu Lehramtsassessoren ernannt. Alle vier sind gegenwärtig an unserer Anstalt verwendet.

Das pädagogische Seminar verließen zu Ostern 1914 die Referendare Deister und Dr. Hartleb, und es traten dafür ein die Referendare Fluch, Heisenberger und Hoops. Dem Herbstkurs 1913/14 gehörten an die Referendare Dr. Diepenbach, Dr. Erben, Gerhard, Reiß(bis Ostern 1914), Schmahl, Seybold und von Ostern 1914 an noch Dr. Jöst und dem Herbstkurs 1914/15 wurden zugewiesen die Referendare Dr. Bell, Kircher, Koch, Fr. Müller und Dr. Schwahn. Von ihnen befinden sich Hoops, Dr. Erben, Gerhard, Schmahl, Seybold, Kircher und Dr. Schwahn gegenwärtig beim Heere. Fluch ist an der Ober- realschule zu Heppenheim, Dr. Diepenbach am Alten Gymnasium, Dr. Jöst am Realgymnasium zu Mainz, Dr. Bell an der höheren Bürgerschule zu Buchschlag, FPr. Müller an der Realschule zu Langen verwendet; Heisenberger war 5 Monate beim Heere und ist seit dem 1. März wieder an unserer Anstalt. Koch war vom 11. Januar bis März zur Vertretung an der höheren Bürger- schule in Babenhausen tätig.

in dem üblichen Rahmen statt, standen aber ganz unter dem Eindruck des großen Krieges. Die Gesänge, die Vorträge und die Festreden atmeten den Geist der großen Zeit und sollten die Herzen und Sinne der Schüler dafür erwärmen und für die Taten von Heer und Flotte und ihrer Führer begeistern. Im ersten Falle sprach Prof. Dr. Meyer über die erzieherische Wirkung des Krieges, im zweiten Oberlehrer Dr. Seitz über die Verdienste Kaiser Wilnelms um Heer und Flotte.

Im September sollte an unserer Anstalt eine Reifeprüfung für Nichtschüler abgehalten werden, zu der sich 8 Herren und 5 Damen gemeldet hatten. Infolge des Kriegsausbruchs stellten sich bei uns nur 3 Herren und 1 Dame, die sämtlich die Prüfung bestanden und zwar am 9. August, am 11. August(2) und am 15. Januar. Der ordentlichen Reifeprüfung, die am 11. Februar unter dem Vorsitz des Direktors abgehalten wurde, unterzogen sich die noch zurückgebliebenen 4 Oberprimaner(s. Seite 8), 2 Schüler und 2 Schülerinnen, die alle von der mündlichen Prüfung befreit wurden.

Der Gesundheitszustand der Schüler war gut. Der körperlichen Entwicklung unserer Jugend wurde hinreichend Rechnung getragen. Außzer den lehrplanmäßigen Turnstunden wurden, soweit es angängig war, freiwillige Spielnachmittage abgehalten, an die sich Ende November ein Wettspiel der Klassen Vlla anschloß.., Den Wanderpreis gewann die Klasse llar. Außerdem wurden mehrere kleinere Ausflüge sämtlicher Klassen gemacht, und die freudigsten Siegesnachrichten gaben Veranlassung, den Unterricht an den betreffenden Tagen ganz oder teilweise auszusetzen.

Schülervereine bestehen nicht, dagegen haben sich eine großse Anzahl von Schülern der oberen Klassen(in Ib und lla fast alle) bis herab zu llla an den UÜbungen der Jugendwehr mit lobenswertem Eifer beteiligt.

Wegen großer flitze wurde der Unterricht an 3 Tagen, am 1., 2. und 3. Juli, von 11 Uhr an ausgesetzt(gegen zweimal im Vorjahr).

Der Krieg.

Der Ausbruch des großen Krieges fuhr wie ein elektrischer Funke in das deutsche Volk und ganz besonders in unsere heranwachsende Jugend und öffnete ihr das Verständnis für die Bedeutung der Zeit, für das, was für uns Deutsche auf dem Spiele stehe und somit auch für die Aufgabe, die wir zu erfüllen berufen seien. Jeden waffenfähigen Schüler durchglühte der Gedanke: Wir müssen siegen und ich muß auch mitwirken. Es war eine Lust, die Be- geisterung und männliche Entschlossenheit zu beobachten, mit der sie sich zu den Waffen drängten. Noch in den Ferien, am 8. August, wurde unter dem Yorsitz des Direktors eine Notreifeprüfung abgehalten, zu der sich alle Schüler und Schülerinnen der beiden Oberprimen meldeten und zugelassen wurden. Alle bestanden und die Schüler meldeten sich darauf alle mit