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In dem nunmehr abgelaufenen Schuljahr wurde der Unterricht erheblich geſtört durch Ein⸗ berufungen verſchiedener Kollegen zu militäriſchen Übungen, ſowie durch länger andauernde Erkrankungen anderer.
So mußte Realgymnaſiallehrer Dr. Nies wegen Krankſein vom 15. April bis 16. Mai und vom 21. Sept. bis 19. Nov. die Schule verſäumen. Nur das letzte Mal wurde er durch den Lehr⸗ amtsacceſſiſten Roth vertreten.
Vom 20. April an war Realgymnaſiallehrer Dr. Stoltz zu 10tägiger Landwehrübung ein⸗ gezogen. Acceſſiſt Roth übernahm in dankenswerter Weiſe freiwillig die Vertretung.
Nachdem Realgymnaſiallehrer Dr. Schäfer ſelbſt vom 30. April bis 5. Mai unwohl geweſen war, erkrankte am 25. Mai eines ſeiner Angehörigen an Diphtheritis. Durch das Großh. Kreis⸗ Geſundheitsamt wurde deßhalb angeordnet, daß Herr Dr. Schäfer 40 Tage lang die Schule nicht beſuchen dürfe. Aus demſelben Grund wurde dem Lehrer Eck, der bei Dr. Schäfer wohnte, aber ſofort eine andere Wohnung bezogen hatte, für 2 Wochen der Beſuch der Schule unterſagt.
Als vom 1. Juni ab auch noch die Realgymnaſiallehrer Gerhard und Neeb zu 6⸗ bezw. Swöchigem Militärdienſt eingezogen worden waren, wurde in dem AOcceſſiſten Roth eine teilweiſe Aushülfe geſtellt.
Vom 20. Juli bis 2. Auguſt war Realgymnaſiallehrer Schollmayer durch eine Augen⸗ entzündung am Schulbeſuch verhindert.
Wegen Erkrankung von Familiengliedern an Diphtheritis mußten Reallehrer See vom 12. Dec. an und Realgymnaſiallehrer Uebel vom 19. Dec. an für 2 Wochen die Schule meiden.
Von Mitte Januar an trat die Influenza auf und fehlten manchmal gleichzeitig ſechs daran erkrankte Kollegen, wenn auch einzelne nur für wenige Tage. Härter betroffen waren die Herren: Dr. Schäfer(vom 22. Jan. bis 7. Febr.), Staudinger(vom 23.—30. Jan.), Leroy(vom 25. Jan. bis 3. Febr.), Gerhard(vom 22. Febr. an), Haeling(vom 3.—9. Febr. und vom 3. März an), Dr. Vollhardt(vom 7.—12. März).
Während der Monate Januar und Februar traten auch bei den Schülern häufigere Erkrankungen an Influenza auf. Im Uebrigen war der Geſundheitszuſtand unter den Schülern gut.
Dennoch verloren wir zwei ſehr brave und fleißige Schüler durch den Tod. Am 29. April ſtarb der ſchon während der Oſternferien an Lungenentzündung erkrankte Schüler der Unterſekunda, Karl Fülling, und wurde am 1. Mai unter Teilnahme ſeiner Lehrer und Klaſſenkameraden be⸗ erdigt, und am 21. Nov. wurde ein zweiter Unterſekundaner, Franz Kundel, ein Opfer der heim⸗ tückiſchen Diphtheritis.
Die monatlichen Klaſſenſpaziergänge, ſowie ein ganztägiger Ausflug für jede Klaſſe(14. Mai) wurden in der vorſchriftsmäßigen Weiſe ausgeführt, auch wurde den Schülern im Winter einigemal während der Schulzeit Gelegenheit gegeben, die Eisbahn zu beſuchen.


