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Durch Verf. vom 26. Juni wurde Realgymnaſiallehrer Dr. Nies für die Zeit vom 1. Juli bis zum Schluſſe des Sommerhalbjahres zu den Unterſuchungen der Reblauskommiſſion entlaſſen und Lehramtsacceſſiſt Friedrich Roth von hier als Vertreter eingeſtellt.
Am 11. Auguſt trat Realgymnaſiallehrer Dr. Stoltz eine 4wöchige militäriſche Uebung an.
Das Sommerhalbjahr ſchloß wegen des auf den 15. fallenden Feiertages diesmal am 14. ſtatt am 16. Auguſt.(Verf. vom 18. Juli.)
Anfang des Winterhalbjahres am 22. September.
Mit dem 30. September ſchieden zum Bedauern ſämmtlicher Kollegen die Realgymnaſiallehrer Dr. Scriba und Dr. Dorfeld aus unſerem Kollegium, von denen erſterer durch Allerh. Dekret vom 29. Juli an das Realgymnaſium zu Darmſtadt, letzterer durch Miniſterialverfügung vom 8. Sept. an das Gymnaſium zu Gießen verſetzt worden war. Auch Realgymnaſiallehrer Dr. Schneider, der, wie oben erwähnt, bereits ſeit 16. Januar 1890 am Realgymnaſium zu Darmſtadt aushülfs⸗ weiſe thätig war, wurde durch Allerh. Dekret vom 29. Juli definitiv an letztgenannte Anſtalt verſetzt.
Die ſeither durch Dr. Dorfeld proviſoriſch verwaltete Stelle wurde vom 1. Oktober an dem ſeitherigen Reallehrer zu Alzey, Dr. Philipp Jacobi, definitiv übertragen, während Dr. Philipp Friedrich, ſeither an der Realſchule zu Wimpfen, die Verwaltung der Stelle des Dr. Scriba übernahm.(Verf. vom 8. Sept.)
Durch Verf. vom 13. Oktober wurde dem Lehramtsacceſſiſten Victor Leroy(ſiehe oben) ge⸗ ſtattet, zur Fortſetzung ſeines Acceſſes an unſerer Anſtalt einige Unterrichtsſtunden zu übernehmen. (Eintritt 3. Nov.)
Vom 12. Febr. an beteiligte ſich Dr. Stoltz an einem in Darmſtadt abgehaltenen 6wöchigen Turnkurſus für Lehrer höherer Lehranſtalten.
Die monatlichen Klaſſenſpaziergänge, ſowie ein ganztägiger Ausflug für jede Klaſſe(8. Mai) wurden in der vorſchriftsmäßigen Weiſe ausgeführt, auch wurde den Schülern im Winter einigemal während der Schulzeit Gelegenheit gegeben, die Eisbahn zu beſuchen.
Für die Badezeit war uns durch das Königl. Kommando des Heſſ. Pionierbataillons Nr. 11 eine Anzahl Freikarten zum Beſuche der Militärſchwimmanſtalt auf der Petersau für weniger be⸗ mittelte Schüler unſerer Anſtalt zur Verfügung geſtellt worden, wofür wir hier nochmals unſeren beſonderen Dank ausſprechen.
Wie an den Gymnaſien und den übrigen Realgymnaſien unſeres Landes war auch an unſerer Anſtalt mit Beginn des Schuljahres aus Schülern der Oberklaſſen eine Abteilung freiwilliger Kranken⸗ träger gebildet worden, um für den Kriegsfall ausgebildet zu werden. Es beteiligten ſich dabei 11 Schüler und einige Lehrer. Die Ausbildung hatte in dankenswerter Weiſe Herr Stabsarzt Dr. Rohlfing übernommen. Am 25. Juni fand eine Schlußprüfung in Gegenwart des Vorſtandes des hieſigen Hülfsvereins, einiger Herren Aerzte ec. ſtatt, die einen recht günſtigen Verlauf hatte.
Auch im laufenden Winterhalbjahr beteiligen ſich 15 Schüler unſerer Oberklaſſen an einem für das hieſige Gymnaſium und unſere Anſtalt gemeinſchaftlich eingerichteten Krankenträgerkurſus, deſſen Leitung zu übernehmen Herr Stabsarzt Dr. Friedrich die Güte hatte.
Der Geſundheitszuſtand war im Laufe des Schuljahres bei Lehrern und Schülern ein recht guter. Leider haben wir aber doch den Tod eines hoffnungsvollen Schülers, Heinrich Bruch, zu beklagen, der der Sexta des Realgymnaſiums einige Wochen angehört hatte.


