Jahrgang 
1885
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8. Springen. Hoch⸗ und Weitſprung wird in allen Klaſſen geübt und zwar in den Unterklaſſen mehr mit Rückſicht auf eine richtige Ausführung des Sprunges, in den Oberklaſſen mehr auf größere Leiſtungen. Der gemiſchte Sprung beginnt: In IV am Sturmbrett. III Bock. II Pferd. I mit dem Stabe.

9. Klettern. Für VI, V und IV übungen am Klettergerüſte. Für V, IV, III am Tau. Letztere ſind in den Oberklaſſen zeitweiſe zu wiederholen. 10. Hangübungen. Die Hangübungen beginnen in VI an der wagrechten Leiter und am Rundlauf und werden an dieſen Geräten

bis IV weitergeführt. Von IV bis IIIa tritt ſchräge Leiter, von IIIb bis I Reck und für I beſonders noch Streckſchaukel an Stelle der Leitern.

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11. Stemmübungen. In den Unterklaſſen(IV und III) üÜbungen am Stemmbalken. In III tritt Barren hinzu bis einſchließlich Ia.

12. Werfen. Gerwurf nur für I.

Bemerkungen zum Lehrplan für die Realgymnaſien des Großherzogtums Heſſen.

Zu 2.Deutſche Sprache.

Der Unterricht in der deutſchen Sprache hat ſich nicht auf die für ihn angeſetzten Stunden zu beſchränken. Es iſt vielmehr bei allen Lehrgegenſtänden darauf zu ſehen, daß die Schüler auf beſtimmt geſtellte Fragen kurze, aber beſtimmte und grammatiſch richtige Antworten geben. Auch ſind dieſelben von der unterſten Stufe an, und, je weiter ſie aufrücken, um ſo mehr dazu anzuhalten, ſich über den behandelten Stoff zuſammenhängend und möglichſt ſelbſtändig auszudrücken. Hieraus entwickeln ſich in den Oberklaſſen allmählich die freien Vorträge.

Zur Einübung und Befeſtigung des grammatiſchen Stoffes ſind mündliche, und namentlich zur Einübung der Rechtſchreibung ſchriftliche Üübungen anzuſtellen. Die erſteren ſind vorzugsweiſe zu betreiben.

Was die Aufſätze betrifft, ſo muß als Grundſatz gelten, daß die Themata dem vorausgegangenen Unterrichte ent⸗ nommen werden, oder wenigſtens Gebieten entlehnt ſind, über welche die Schüler bereits einen hinreichenden überblick gewonnen haben.

In den mittleren und unteren Klaſſen ſollte der deutſche Unterricht, wenn möglich, von dem Lehrer des Lateiniſchen gegeben werden.

Zu 3.Lateiniſche Sprache.

In I muß die Lektüre vorwiegen. Doch iſt auch hier die Grammatik nicht zu vernachläſſigen; es iſt vielmehr, wie auf allen Stufen, das in den vorhergehenden Klaſſen Angeeignete bei der Lektüre durch Repetition und durch übung zu erhalten und zu befeſtigen. Durch die grammatiſche iſt indes die ſachliche Erklärung nicht zu benachteiligen. Es iſt ſtets darauf zu ſehen, daß der Schüler von dem, was er lieſt, ein volles Verſtändnis erwirbt.

Die ſchriftlichen Schularbeiten beſtehen in übungen, bei denen in der Regel der deutſche Text niedergeſchrieben und dann übertragen wird. Dieſe Arbeiten ſollen ſich in der Regel an die Klaſſenlektüre, beziehungsweiſe an das durch⸗ genommene grammatiſche Penſum anſchließen.