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Zur Chronik der Realſchule.
Durch Verfügung Großh. Miniſteriums vom 2. Oktober 1884 wurde der Lehramtsacceſſiſt Ludwig Dautel zum Acceß an der Anſtalt zugelaſſen.
Durch Verfügung vom 11. November wurde dem Lehramtsacceſſiſten Friedrich Fleiſchhauer geſtattet, den Acceß an hieſiger Schule fortzuſetzen.
Am 12. und 13. November nahm der Superintendent der Provinz Rheinheſſen, Herr Ober⸗ Conſiſtorialrat Dr. Köhler, eine Prüfung des evangeliſchen Religionsunterrichts vor.
Am 17. und 18. November nahm der Direktor der Anſtalt an einer im Amtslokale Großh. Miniſteriums des Innern und der Juſtiz, Abteilung für Schulangelegenheiten, abgehaltenen Konferenz teil, deren Aufgabe die Vorbereitung des Lehrplanes und der Prüfungsordnung für die Real⸗ gymnaſien war.
Zufolge Allerhöchſter Entſchließung vom 10. Dezember 1884 führen die Realſchulen I. Ord. in Zukunft die Namen Realgymnaſien, während die früheren Realſchulen II. Ord. einfach als Real⸗ ſchulen bezeichnet werden.
Eine Allerhöchſte Verordnung von dem gleichen Tage enthält die Prüfungsordnung der Real⸗ gymnaſien. Durch Verfügung Großh. Miniſteriums vom 24. Januar wurde der Lehrplan dieſer Anſtalten veröffentlicht.
Durch Allerhöchſtes Dekret vom 28. Januar 1885 wurde der Großh. Realgymnaſiallehrer Dr. Manefeld auf Nachſuchen und bis zur Wiederherſtellung ſeiner Geſundheit in den Ruheſtand verſetzt. Durch Verfügung Großh. Miniſteriums vom 3. Februar 1885 wurden der Lehramtsacceſſiſt Karl Stoltz und der proviſoriſche Gymnaſiallehrer Dr. Hammesfahr mit der einſtweiligen Ver⸗ tretung des Dr. Manefeld beauftragt.
Durch Allerhöchſtes Dekret vom 28. Januar 1885 wurde ferner der Lehrer an der Victoria⸗ ſchule und dem Lehrerinnenſeminar zu Darmſtadt Dr. Edmund Körner mit Wirkung vom 1. April zum Lehrer an dem Realgymnaſium und der Realſchule zu Mainz ernannt.
Am 24. Mai 1885 ſtarb der Großh. Reallehrer in Penſion Johannes Simon. Er hatte von 1847 bis Oſtern 1884, alſo 38 Jahre lang der Anſtalt angehört und ſtets in vollem Maße ſich die Achtung und Liebe ſeiner Kollegen und Schüler erworben.
Durch Verfügung Großh. Miniſteriums vom 11. Mai wurde dem Lehramtsacceſſiſten J. B. Sei⸗ denberger geſtattet, ſeinen Acceß an dem Realgymnaſium und der Realſchule zu Mainz fortzuſetzen. Durch Verfügung vom 16. Juni wurde er indes wieder abberufen, um die proviſoriſche Verwaltung einer Lehrerſtelle an dem Realgymnaſium und der Realſchule zu Offenbach zu übernehmen.
Durch Verfügung vom 8. Juni 1885 wurde dem Lehramtsacceſſiſten Karl Schwarz der Acceß an der Anſtalt geſtattet.
Am 1. Juli 1885 beehrten die Herren Geheimer Staatsrat Knorr und Geheimer Ober⸗ Schulrat Greim die Anſtalt mit ihrem Beſuch und wohnten in mehreren Klaſſen dem Ünterricht bei.
Am 1. Auguſt fand unter Vorſitz des Herrn Geheimen Ober⸗Schulrat Becker die mündliche
Maturitätsprüfung ſtatt. Es hatten ſich derſelben 5 Schüler der Ober⸗Prima unterzogen, von denen 4 beſtanden.
Deer Geſundheitszuſtand war ſtets ein guter. Doch hat auch diesmal die Anſtalt den Tod eines braven Schülers zu beklagen, Ludwig Brunner, Schüler der Unter⸗Tertia, ſtarb an Gelenk⸗ rheumatismus.
Herr Prälat Dr. Schmitt ſchenkte der Realſchule die Botanik von Hallier, ein Prachtwerk mit vielen Abbildungen, Herr Dr. P. Kremers in Wiesbaden verſchiedene Apparate und zahlreiche chemiſche und phyſikaliſche Werke. Wir ſagen den gütigen Gebern herzlichen Dank.


