Jahrgang 
1901
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Petrus und Götz, sowie die Lehrer der Vorschule Fuchs und Muth, jedoch so, dass Professor Heinrich sowie Götz auch am Ostergymnasium beschäftigt sind, wie umgekehrt die Professoren Klein und Dr. Munier auch am Herbst- gymnasium Unterricht erteilen. Ausserdem war es nötig geworden, zur Erteilung des katholischen Religions- unterrichtes sowohl am Herbst- wie am Ostergymnasium in den beiden Kaplänen Grode und Oberle die geeigneten Hülfskräfte zu. gewinnen.

Am 1. Oktober wurde mit der feierlichen Einführung des Direktors Dr. Blase die Selbständigkeit des Herbst- gymnasiums begonnen. Ueber diese Feier wird der erste Jahresbericht des Herbstgymnasiums das Nähere bringen; an dieser Stelle soll nur den eingeladenen Ehrengästen für ihre Beteiligung an dem Schulfeste der ehrerbietigste Dank ausgesprochen werden.

Der Unterzeichnete war durch eine Erkrankung vom 19. Oktober bis 25. November an der Ausübung seines Dienstes gehindert; Prof. Klein versah in dankenswerter Weise die Geschäfte.

Am 19. Oktober starb der hochverdiente, am 1. April 1893 auf seinen Wunsch in den Ruhestand versetzte Prof. Dr. Stigell. Am 22. Oktober widmete bei der Beerdigung namens des Gymnasiums Prof. Klein dem ver- dienten Schulmann und bewährten Kollegen einen herzlichen Nachruf.

Das Geburtsfest Ihrer Königlichen Hoheiten des Grossherzogs und der Grossherzogin wurde durch eine am Vor- tage, Samstag den 24. November, abgehaltene Schulfeier in der hergebrachten Weise begangen, wobei Prof. Peth über das vorbildliche Wirken der Grossherzogin Alice in unserm Lande sprach.

Schon vor Weihnachten musste Prof. Heinrich wegen Unwohlseins den Unterricht für mehrere Tage aus- setzen; während der Weihnachtsferien verschlimmerte sich sein Leiden derart, dass der Arzt einen Urlaub bis Ostern für erforderlich hielt. Da während der Ferien auch Prof. Klein an einer Entzündung des Schultergelenks erkrankte, so waren wir nach Neujahr hinsichtlich des Religionsunterrichts in grosse Verlegenheit gekommen. Dank der raschen Fürsorge des Herrn Domkapitulars Dr. Selbst war es möglich, den katholischen Religions- unterricht in I, II und IIIa, sowie den hebräischen Unterricht in Ia und Ib dem Rektor Geck, sowie den Religions- unterricht in IIIb dem Kaplan Oberle zu übertragen. Die Genehmigung dieser Vertretung erfolgte durch Ver- fügung vom 12. Januar. Leider war es dem Rektor Geck nur bis zum 31. Januar möglich, den Unterricht zu erteilen, da er von da an an heftiger Lungen- und Brustfellentzündung schwer erkrankte. Die so erledigten Religionsstunden übernahm vom 4. Februar an der Assistent am bischöflichen Seminar Hillenbrand; da es ihm zur Erteilung des hebräischen Unterrichts an Zeit mangelte, musste dieser vorläufig ausfallen.

Die Krankheit des Prof. Klein erwies sich langwieriger, als vom Arzt angenommen worden war; erst vom 4. Februar an konnte Prof. Klein den grösseren Teil seiner Unterrichtsstunden geben. Auch mehrere andere Kollegen erkrankten und mussten für mehrere Tage den Unterricht aussetzen.

Da der mit Beginn des neuen Jahres eintretende Frost reichlich Gelegenheit zum Schlittschuhlaufen bot, so wurde den Schülern vielfach die Möglichkeit hierzu gewährt.

Der nach Anordnung der vorgesetzten Behörde und in Uebereinstimmung und mit Unterstützung desVereins vom Roten Kreuz eingerichtetée Krankenträger-Kursus unter der dankenswerten Leitung des Herrn Oberstabsarztes Dr. Gröbenschütz wurde am 9. Januar begonnen und in je zwei wöchentlichen Uebungsstunden bis zum 2. März fortgesetzt. An dem Kursus beteiligten sich 23 Schüler der oberen Klassen.

Mit einer schlichten tabula gratulatoria hat das Lehrerkollegium am 18. Januar den 70. Geburtstag des früheren langjährigen Amtsgenossen Prof. Schlenger wärmstens begrüsst.

Am 26. Januar wurde mit einer Vorfeier das Geburtsfest Sr. Majestät des Kaisers begangen, wobei das melodramatische GedichtDas Meer durch unsern Gesangschor zur Aufführung kam. Die Festrede des Oberlehrers Dr. Schwarz beschäftigte sich mit der Vergleichung des deutschen und französischen Volkscharakters, wie er vor und während des grossen Krieges 1870/71 beiderseits amtlich und nichtamtlich zum Ausdruck kam.

Ohne von seiner bereits erwähnten Krankheit ganz genesen zu sein, übernahm Herr Prof. Klein während der Woche vom 4. bis 9. Februar den grössten Teil seines Unterrichts und beabsichtigte, vom 11. Februar an seine sämtlichen Religionsstunden wieder aufzunehmen. Durch eine am 10. Februar auftretende neue Erkrankung, die bald als heftige Gesichtsrose sich zu erkennen gab, wurde er für die Folge seinem Berufe entzogen. In dankens- werter Weise haben die Herren Prof. Peth und Assessor Dr. Köhm in den Klassen VI bis IV und die Herren Grünschlag und Schmidt in den beiden Vorschulklassen in je einer Stunde wöchentlich den evang. Religions- unterricht im Einvernehmen mit Herrn Prof. Klein besorgt. In den übrigen Klassen musste leider dieser Unterricht wegen Mangels an einer geeigneten Kraft ausfallen. Am 8. März war es Herrn Prof. Klein möglich, mit seinem Unterricht wieder zu beginnen. Wegen Erkrankung des Herrn Rabbiners Dr. Salfeld fiel Ende Februar und Anfang März für einige Wochen auch der israelitische Religionsunterricht der oberen Klassen aus.