Jahrgang 
1937
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zZu Aebungen in der Wehrmacht wurden herangezogen: Studienaſſeſſor Jung(16. bis 25. 7.), Studien⸗ referendar Starck(2. 7. bis 2. 8), Studienrat Schreiber(3o. 11. bis 2. 12. und 1. 2. bis 22. 2.), Studienrat Tölg(1. bis 25. 7. und 22. bis 28. 11.).

An ſportlichen Lehrgängen nahmen teil: Turnlehrgang am Hochſchulinſtitut in Gießen 1. bis 11. Juli die Referendare Dippell, Guttandin, Kiſſel, Noth. Turnlehrgang in Neu⸗Strelitz bei Berlin: 6. 9. bis 20. 9. Referendare Kiſſel und Dippell, 2. 11. bis 21. 11. Aſſeſſor Gathmann, Referendare Acker, Guttandin, Koth. 10. bis 30. 1. Referendar Glaſer. Reichsakademie für Leibesübungen in Berlin: 2. 6. bis 18. 7. Referendar Acker; 15. 10. bis 18. 3. Studienaſſeſſor Dr. Ackermann.

Dem Segelfliegen und dem Segelflugzeugmodellbau haben wir im vergangenen Jahr unſere beſondere Aufmerkſamkeit geſchenkt. Studienaſſeſſor Dr. Borngäſſer nahm vom 28. 6. bis 25. 7. an einem Kurſus für Segel⸗ fliegen und Modellbau in Niederofleiden, vom 2. 10. bis 26. 11. an einem Lehrgang für Segelfliegen und Segel⸗ flugzeugbau in Oerlinghauſen teil. An den gleichen Kurſen zu anderen Zeiten noch die Referendare Hartmann und Koth. Die Schüler Krumm und Schmidt der 2 b1 erwarben ſich bei einem Segelfluglehrgang in Hirzenhain den A⸗Schein, die Schüler Genß 2b2 und Spangenberg 2bs beteiligten ſich an einem ähnlichen Lehrgang in Grunau (Kieſengebirge). Im Keller der Schule iſt eine geräumige Werkſtätte eingerichtet, in der das ganze Jahr hindurch Lehrgänge im Segelflugzeugbau und im Modellbau unter Leitung der genannten Lehrer ſtattfinden.

zu Lehrgängen der Gauführerſchule in Frankfurt waren je 14 Tage beurlaubt: Studienrat Dr. Haun und Studienaſſeſſor Dr. Hornickel.

Am Reichsparteitag nahmen Studienrat Ludwig zerbes, Ortsgruppenleiter von Mainz⸗Keuſtadt und 23 Schüler teil.

zu einem achttägigen engliſchen Fortbildungslehrgang in Mainz meldeten ſich die Studienräte Profeſſor Dr. Lambinet, Schreiber und Martenſtein, zu dem Lehrgang für Engliſch unterrichtende Erzieher in Kettwig Studienrat Schreiber, zu einem Fortbildungskurſus für den Anterricht in Luftfahrt und Flugphuſik in Darmſtadt (je 10 Tage) Studienrat Dr. Bredel und Studienaſſeſſor Jung.

Am Schluß des Schuljahrs waren unſere Schüler 100prozentig im Deutſchen Jungvolk bzw. der Hitler⸗ Jugend. Während des Jahres nahmen 241 Schüler an einem Zeltlager, 38 an einem Führerlager und 8 an einem

Fliegerlager teil.

Die vielfachen Beurlaubungen laſſen erkennen, daß die neuen Erziehungsaufgaben auch für den Lehrer eine beſondere Schulung erfordern, wenn er mehr ſein joll als Fachlehrer. Die Erzieheraufgabe verlangt heute, daß der Lehrer in der Lage iſt, ſeine Schüler nicht nur wiſſenſchaftlich zu bilden, ſondern auch charakterlich und körperlich, daß er den Schüler als Ganzes verſteht und bildet und ſeine Erziehungsarbeit einheitlich ausrichtet. Richt das zuſammenhangloſe Nebeneinander der Anterrichtsfächer, die Spezialiſierung, die Analgſe iſt unſer ziel, ſondern die Suntheſe, die Zuſammenfaſſung des Biloͤungsgutes zu einem einheitlichen Weltbild, die Hinführung der Zugend zu einem einheitlichen ziel: dem politiſchen Menſchen. Dazu gehört aber noch ein größeres Gemeinſchafts⸗ gefuhl zwiſchen Lehrer und Schüler, als es die alte Schule kannte, und dieſes Zuſammengehörigkeitsgefühl und das großere gegenſeitige Verſtehen joll wirkſam gefördert werden durch die neue Einrichtung des Schullandheim⸗ aufenthaltes, eines nationalpolitiſchen Lehrganges, der ſich von der eigentlichen Schularbeit weſentlich unterſcheidet. Kicht reine Verſtandesbildung iſt hier das ziel, nicht abſtrakte Behandlung irgend einer wiſſenſchaftlichen Ceilauf⸗ gabe, ſondern im Vordergrund ſteyt das levendige Erleben der Lanoͤſchaft, ihrer Bewohner und deren Geſchichte und Kultur, als eines naturgegebenen Ganzen, die Pflege der Kameraoͤſchaft und des Gemeinſchaftsgefühls zwiſchen Lehrer und Schüler, die körperliche Durchbildung durch Wanderungen und Sport und die weltanſchauliche Schulung durch gemeinſame Veranſtaltungen mit den örtlichen KS.⸗Gemeinſchaften. Hier werden die Blender geſchieden von den wertvollen Charakteren, hier kommen auch die Beſcheidenen und zurückhaltenden nach dem ihnen innewohnenden Wert zur Geltung, hier werden Vorurteile zwiſchen den Schülern untereinander einerſeits, zwiſchen Lehrern und Schülern andererſeits beſeitigt, und hier wird ein Stück Erziehungsarbeit geleiſtet, das innerhalb der vier Wände der Schule unmöglich iſt. Wie aus den folgenden kurzen Schilderungen der einzelnen Kurſe hervorgeht, herrſcht hier nicht die Theorie, ſondern das perſönliche Erlebnis, das allein Lebensnähe und wirkliches Erfaſſen des Objekts gewährleiſtet. Aufgabe des Kursleiters iſt es, ſich ſchon vorher in ſeine örtliche Aufgabe einzuarbeiten und durch Fühlungnahme mit den dortigen Mitarbeitern, die gewonnen werden müſſen, oafür zu ſorgen, daß alle Möglichkeiten 100prozentig ausgenutzt werden. Ausgeſchaltet wird alles, was auch zu Hauſe gelehrt werden kann, Schulbücher werden keine mitgenommen, benötigt wird nur ein friſcher und fröhlicher Sinn und die Aufgeſchloſſen⸗ heit, das in ſich aufzunehmen, was ihm Volk und Boden zu eigenem Erleben bieten. Da dieſe Ergebniſſe aber nur durch geiſtige und vielfach auch körperliche Anſtrengungen gewonnen werden können, ſo bedeuten jolche Schulland⸗ heimaufenthalte nicht etwa eine Erholung, oder wie manche Eltern meinen, eine Ferienverlängerung, ſondern nur erhöhte Arbeit. Anter dieſem Geſichtspunkt erſcheint auch der Beſitz eines eigenen Landheims nicht als wünſchenswert. Anſere Jugenoherbergen eignen ſich zum großen Teil ausgezeichnet zur Durchführung jolcher Kurſe und geſtatten durch jährlichen Wechſel der Gegend, allmählich einen größeren Teil unſerer Heimat wirklich kennen zu lernen. Es wäre darum auch wünſchenswert, wenn die Eltern durch regelmäßige Beteiligung an der Sammlung- jeden Mittwoch wird der Sparbetrag jeder Klaſſe von der Städtiſchen Sparkaſſe abgeholt- ſich die Durchführung des Landheimaufenthaltes jelbſt erleichtern wollten. Am den Eltern ein genaueres Bild davon zu geben, wie die Durchführung dieſer Kurſe gedacht iſt, ſeien im Folgenden von dem unterſten Kurs, einem mittleren, und dem Kurs der las zuſammenfaſſende Tätigkeitsberichte gegeben. Im Ganzen waren in dieſem Jahr 15 von 21 Klaſſen je 14 Tage im Anſchluß an die Sommerferien ins Schullandheim gezogen.

51 und 41. Leiter: Studienaſſeſſoren Borngäſſer und Jung mit den Referendaren Hartmann und Schick. Jugendherberge in Schlitz.Zahlreiche Fußwanderungen auf die das Schlitzer Tal umgebenden Berge, nach Salz⸗ ſchlirf und Fulda, verbunden mit Aebungen im Kartenleſen und Orientieren und geologiſchen Erläuterungen ver⸗ mittelten ein anſchauliches Bild des Schlitzer Ländchens. Die Beſchichte von Schlitz brachte uns Lehrer i. R. Sommer nahe, der uns durch die Kirche, eine der erſten Deutſchlands, und durch die Burgen führte und uns im