Jahrgang 
1936
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und ſingen ein dazu paſſendes Lied. Beſchloſſen wird die Feier durch fünf Minuten Körperſchule oder einen Abteilungslauf durch die Straßen, von dem ſie mit einem friſchen Marſchlied zurückkehren. So hörten die Schüler von Leo Schlageter, Gorch Fock, Peter Gemeinder, Otto Weodigen, Herbert Korkus, Graf Haeſeler (100. Geburtstag), der Schlacht von Skagerak und anderem. Die geſchichtlichen und vorgeſchichtlichen Alter⸗ tümer der deutſchen Vorzeit wurden von Dr. Hornickel durch wechſelnde Bilderausſtellungen im Gang des 1. Stocks den Schülern anſchaulich geboten.

geibesübungen.

Das Schuljahr 1935/50 brachte uns eine recht ſtattliche Anzahl von Möglichkeiten, die körperliche Leiſtungsfähigkeit unſerer Schüler unter Beweis zu ſtellen. Mehr als in irgend einem der verfloſſenen Jahre wurde Einſatzbereitſchaft und Härte gefordert.

Faſt ſämtliche Mainzer Knabenſchulen(Dolks⸗ und höhere Schulen) ſtanden im Wettkampf gegen uns, und es war oft ein zähes und hartes Ringen um den Sieg. Neben dem unbeugſamen Kampfgeiſt aber trat ein weiteres Moment unſerer Erziehungsarbeit immer mehr in den Vordergrund: Die Achtung vor der Leiſtung des Gegners, ob Sieger oder Beſiegter.

Naturgemäß war das Sommerhalbjahr beherrſcht von dem Betriebe der Leichtathletik, des Schwimmens und der Sommerſpiele(Fußſchlagball). Das Winterhalbjahr brachte neben der Einführung der dritten Turnſtunde, und damit des Boxens, in der Hauptſache Turnen in der Halle, außerdem eine ſtärkere Betonung der Kampfſpiele: Fußball und Handball.

Das Jahr begann mit den Vorbereitungen und der Durchführung der Keichsjugenoͤſpiele, zu denen unſere Schule über 85 vom Hundert ihrer Schüler in den Kampf ſtellte. Koch vor den Sommerferien wurde mit der Einführung des Fußſchlagballſpieles begonnen, um dann gleich nach Wiederbeginn der Schule die Rundenkämpfe durchführen zu können. zwei Mannſchaften vertraten die Anſtalt in mehrwöchigen Kämpfen gegen vVolks⸗ und höhere Schulen aus dem Kreis Mainz. Beide Mannſchaften(Anter⸗ und Mittelſtufe) be⸗ legten in ihren Gruppen je einen dritten Platz. Währenddeſſen wurde die Oberſtufe für einen leichtathletiſch⸗ ſchwimmeriſchen Vierkampf vorbereitet. Beim entſcheidenden Treffen gegen die übrigen Mainzer höheren Knabenſchulen belegten wir nach ſchönem ritterlichem Kampf den zweiten Platz und ſchieden damit von einer weiteren Teilnahme in dem Kampf um die Plakette der heſſiſchen Landesregierung aus.

Keben dieſen Arbeitstagen auf der Aſchenbahn und dem Spielfeld widmeten wir in dem kurzen Sommer unſere erhöhte Aufmerkſamkeit dem Schwimmbetrieb. So wurden erſtmalig ſchulamtliche Freiſchwimmmer⸗ ausweiſe ausgegeben. Die Wettkämpfe um den Wanderpreis des LSTB(50 Meter Schwimmen, 50 Meter Kleiderſchwimmen und Sprung vom 1⸗Meter⸗Brett) ſah uns allen übrigen Knabenſchulen aus dem Kreiſe Mainz weit überlegen.

Mit dieſem Ergebnis aus den Sommerwettkämpfen haben wir wohl nicht die glorreiche Erfolgsſerie ver⸗ gangener Jahre fortgeſetzt, aber wir haben gezeigt, daß letzten Endes nicht im Sieg allein, ſondern auch im fairen Kampf und letzten Einſatz wertvolle erzieheriſche Arbeit zu leiſten iſt.

Das Winterhalbjahr ſah unſere Anſtalt wieder im Kampf mit den anderen Schulen. Diesmal ging es in Anter⸗ und Mittelſtufe um Fußball, in Oberſtufe um Hanoͤball. Die Mannſchaft der Anterſtufe wurde Gruppenſieger und ſpielt jetzt in der Runde der Gruppenſieger um den Kreisbeſten. Die Mannſchaft der Mittelſtufe wurde Bezirksbeſter und errang damit eine Plakette. Die Handballmannſchaft ſiegte in ihrem Bezirk und errang am 19. 3. 36 die Meiſterſchaft von Rheinheſſen in einem ſpannenden Kampf gegen die ſehr gute Mannſchaft des Wormſer Gumnaſiums. Sie tritt nun in den Entſcheidungskampf um die Meiſterſchaft von Heſſen ein.

So ſehen wir, wie aus der ſportlich einwandfreien Grunoͤhaltung und Erziehung auch wieder Erfolge wachſen. Wir freuen uns darüber und werden ungehindert den eingeſchlagenen Weg in der körperlichen Er⸗ tüchtigung unſerer Schüler weiter gehen. Anſer ziel iſt der körperlich, charakterlich und geiſtig gleich leiſtungs⸗ fähige Menſch.(Dr. Ackermann.)

Schulfeiern. n

Der Tag der Arbeit, der 1. Mai, wurde von der Jugend unter Führung der H93 am Vormittag, von den Lehrern unter der Fahne des KSTB am Kachmittag auf dem neugeſchaffenen Feſtplatz der Stadt Mainz auf dem früheren Fort Weiſenau feſtlich begangen. Die Anſprache am Muttertag hielt Profeſſor Fauſtmann. Das Feſt der deutſchen Schule wurde am 21. 9. durch einen Feſtabend in der Stadthalle eröffnet, deſſen Geſamt⸗ leitung in den Händen von Studienrat Martenſtein lag. Die Schüler unſerer Anſtalt waren am Feſtſpiel weſentlich beteiligt. Der volksdeutſchen Feierſtunde im Volkspark wohnten Lehrer und Schüler geſchloſſen bei.

Am 9. Kovember veranſtalteten wir in unſerer Ehrenhalle eine Feierſtunde, die in erſter Linie den Opfern des 9. Novembers 1923, dann aber auch den im Kampf für den Führer gefallenen Hitlerjungen galt. Die Kamen dieſer Gefallenen ſind auf zwei kupfernen Ehrentafeln verewigt, deren künſtleriſcher Entwurf von Zeichenoberlehrer Kroſt ſtammt, während die Ausführung durch Meiſter Schneevoigt von der Staatsſchule für Kunſt und Handwerk erfolgte. Die Tafel der Kovembergefallenen iſt eine Stiftung der Lehrer, die Tafel der Hitlerjugend eine Stiftung der Schüler. Die Weiherede hielt Oberſtudienrat Seemann, für die H3 ſprach H. Wagner, 1b1, als deren Vertreter. Einen guten Eindruck von der jetzigen Form der Ehrenhalle ver⸗ mittelt das Titelbild dieſes Jahresberichts.

Am letzten Schultag vor Weihnachten brannte in der Ehrenhalle der Chriſtbaum. Ein kleiner Chor ſang während der erſten Stunde in den Gängen mit Begleitung von Geigen und Blockflöten ſtimmungsvolle Weih⸗ nachtslieder. Anſchließend fand vor der Ehrenhalle eine gemeinſame Weihnachtsfeier ſtatt, bei der Ober⸗ primaner Oftring die Anſprache hielt. Zu einer Beteiligung am Verkauf der Weihnachtsreiter kam es nicht mehr, da Jungvolk und Hitlerjugend dieſelben an den beiden vorausgehenden Tagen reſtlos abgeſetzt hatten.

Wie alljährlich beſtritten wir mit Chor, Orcheſter und Soliſten die Weihnachtsfeier im Städtiſchen Altersheim.. ö

Den dritten Jahrestag der Machtübernahme begingen wir durch eine würdige Feier, in deren Mittelpunkt das choriſche SpielZeitenwende ſtand. Der Anterprimaner H. Lorenz, von dem Dichtung und Muſik