Aus der Geſchichte der Schule.
„Seit zweieinhalb Jahrtauſenden ſind mit ganz wenigen Aus⸗ nahmen ſämtliche Revolutionen geſcheitert, weil ihre Führer nicht erkannt haben, daß das Weſentliche der Revolutionen nicht die Machtübernahme, ſondern die Erziehung des Menſchen iſt.“
Adolf Hitler, 1933.
Mitzuhelfen, ein neues Geſchlecht zu erziehen, den neuen Menſchen zu formen, der als über⸗ geugter Träger der nationalſozialiſtiſchen Idee fähig iſt, die nationale Revolutton zu vollen⸗ en, ihm die körperlichen, charakterlichen und wiſſenſchaftlichen Grundlagen für den Dienſt
am Volk zu vermitteln, das war die Aufgabe, die ſich die Schule im vergangenen Jahre ge⸗ eft hatte. Waren die beiden letzten Jahre nach den Worten des Reichsminiſters Dr. Ruſt der allgemeinen Umſtellung und der vorbereitenden Arbeit gewidmet, ſo ſoll nun im kommenden Jahr der neue Weg beſchritten und die neue Form herausgearbeitet werden, die der Er⸗ ziehung ihr Gepräge geben wird.
Das Schuljahr begann am Montag, den 16. April mit einem allgemeinen Lehrerrat, der Unterricht am Dienstag, den 17. April mit den Gottesdienſten beider Konfeſſionen, an die
ſich die feierliche Flaggenhiſſung anſchloß.
Perſönliches. Mit Beginn des Schuljahres wurde Studienrat Deiſter an die Oberreal⸗ ſchule Alzey verſetzt. Studienrat Metzler ging ans Gymnaſium, Studienrat Schollmayer ans Realgymnaſium in Mainz über, während Studienrat Göttig(zuletzt in Offenbach) und Studienaſſeſſor Steil neu in den Lehrkörper eintraten. An Stelle des letzteren trat nach Kfinoſeen Studienaſſeſſor Jung. Profeſſor Engel, der als evangeliſcher Religionslehrer der Schule und damit der Jugend während 25 Jahren wertvolle Dienſte geleiſtet hatte, trat aus nationalen Beweggründen in den Ruheſtand. Die Regierung ehrte ſeine Verdienſte durch Ernennung zum Oberſtudienrat, die Schule durch eine beſondere Abſchiedsfeier, bei der der Unterzeichnete die Erziehungsarbeit des Scheidenden würdigte und ihm einen geſegneten Lebensabend wünſchte. An ſeine Stelle trat Studienrat Dames, bisher an der Oberreal⸗ ſchule Alzey. Am 1. Juni ging Zeichenlehrer Ernſt Schmidt ans Realgymnaſium in
inz, während von dort Zeichenoberlehrer Kroſt an unſere Anſtalt übertrat. ährend der Sommerferien ſtarb unerwartet Studienaſſeſſor Ferdinand Heß. Der Direktor gedachte ſeiner in ehrenden Worten vor den Schülern und im Lehrerrat. Sein Nachfolger wurde Studienaſſeſſor Herbert Joutz(bisher Butzbach).
Hausmeiſter Scharnetzki wurde mit Wirkung vom 15. 2. 1935 an die Realſchule Wimp⸗ fen verſetzt; an ſeine Stelle trat Amtsgehilfe Eßinger von der Realſchule in Langen. Auch der Heizer Richard Lang ſchied nach mehr als zwangigjähriger treu geleiſteter Arbeit am 15. März 1935 mit erreichtem 65. Lebensjahr aus dem Dienſt. Der Unterzeichnete dankte ihm vor den verſammetten Lehrern für ſeine Dienſte und überreichte ihm ein Geldgeſchenk. Sein Nach⸗ folger iſt Philipp Rogles.
Als Studienreferendare traten in zeiſe pädagogiſches Seminar an Oſtern ein: Albert Dambron, Karl Herz bach, Rudolf Lenz, Ernſt Moſter, Herbert Preiß und Wilhelm Reinhard; an Herbſt Albert Brunn, Joſef Dubitzki, Paul Grünig, Erwin Petri, Walter Schertz und Albrecht Vetter. Nach beendetem Seminarjahr verließen uns die Stu⸗ dienreferendare Dr. Joſef Fiſcher, Hermann Linck, Walter Knobloch, Heinz Hu ſong, Richard Reith und Frl. Gretel Roch, nach beſtandener Staatsprüſung die Studiena ſeſtoren Friedrich Fiſcher und Herbert Böhnhardt.Studienaſſeſſor Riebel erhielt am 14. Sep⸗ tember eine Verwendung am Gymnaſium in Mainz.
Neue Aufgabon. Wenn auch die Arbeit im vergangenen Jahr noch nicht durch die zu er⸗ wartenden neuen Lehrpläne und Lehraufgaben im Einzelnen beſtimmt war, ſo atmete ſie doch ſchon den Geiſt der neuen Zeit, indem ſie ſich weiter vom reinen Intellektualismus loslöſte und nach einer Erfaſſung des ganzen Menſchen und nach einer ſtärkeren Betonung der völ⸗ kiſchen Aufgabe der Erziehung hindrängte. Der Biologieunterricht wurde verſtärkt. Seine Auf⸗ gabe und ſeine Leiſtungsfähigkeit fanden darin einen ſchönen Ausdruck, daß die Vertreter die⸗ ſes Faches, die Studienräte Dr. Haun undSchmidt mit den 1erendaren Gatharann und Dr. Eichberger und den Schalearbeitzgeneinſchoften an der Ausſtellung„Raſſe, Volk, Familie“ tatkräftig mitarbeiteten, die Abteilung Vererbungslehre faſt allein aufbauten u. eine große Reihe von Führungen auswärtiger Gruppen übernahmen. Neue Sonderlehrpläne für Geſchichte wurden ausgearbeitet; der Unterricht in deutſcher Vorgeſchichte wurde nach Möglich⸗ keit in die Räume des Altertums⸗ und des Römriſch Gerwauffehen Muſeums verlegt, das Anſchauungsmaterial vermehrt und das Intereſſe aller Schüler durch ſtändig wechſelnde, künſtleriſch einwandfreie Ausſtellungen von Bildern altgermaniſcher Kunſt u. Kultur auf den Gängen geweckt. Dem Erdkundeunterricht wurde die Aufgabe geſtellt, zunächſt der engeren und weiteren Heimat Beachtung zu ſchenken. Durch einen neuen Bildwerfer wurde er in die Lage verſetzt, den Schülern die Schönheit der deutſchen Landſchaft und die Bedeutung der deutſchen Kunſtdenkmäler recht eindrucksvoll vor Augen zu führen. Die Bücherei wurde durch wichtige Neuerſcheinungen aus dem Gebiete der Geſchichte, Raſſenkunde, Vererbungs⸗ lehre, Erziehung uſw. vermehrt; die Bücher ſelbſt wurden durch vereinfachte Ausleihemetho⸗ den in dauerndem Umlauf gehalten, da ſie nicht nur gekauft, ſondern auch geleſen werden ſollen. Auch der Schülerbücherei wurden ſtändig neue Werke zugeführt, die das nationalſozialiſtiſche


