Schularbeit. Daß die nationalſozialiſtiſche Erziehungsidee nicht nur bei Feiern, die als beſonders eindrucksvolle, nachhaltige Eindrücke vermittelnde Weiheſtunden dem Unterricht eingegliedert werden müſſen, zum Ausdruck kam, ſondern auch in der Alltagsarbeit, iſt nur natürlich. Vom verſtärkten Betrieb der Leibesübungen war ſchon die Rede. Die Geſchichtsſtunden waren bis zu den Sommerſerien ausſchließlich dem Kampf für die nationale Erhebung gewidmet. Dieſer Kurs wurde vor den Sommerferien durch Feier⸗ ſtunden, die dem jeweiligen Alter angepaft waren, in der feſtlich geſchmückten Aula abgeſchloſſen. Der Un⸗ terricht in deutſcher Vorgeſchichte wurde, ſoweit das möglich war, an der Ouelle d. h. in den vorgeſchicht⸗ lichen Sammlungen des Altertumsmuſeums erteilt. Der Biologieunterricht in den Oberprimen wurde ver⸗ ſtärkt, um ihnen vor dem Verlaſſen der Schule noch die wichtigſten Tatſachen aus der Raſſe⸗ und Ver⸗ erbungslehre mit ihren praktiſchen Anwendungen zu vermitteln. Daß Schüler⸗ und Lehrbücherei, die unter der Leitung von Studienrat Page und Studienaſſeſſor Dr. Hornickel ſtehen, nach gründlicher Ueber⸗ prüfung der Beſtände durch zahlreiche Neuanſchaffungen auf den grundlegenden Gebieten ergänzt wurden, war eine nicht zu umgehende Notwendigkeit, beſonders aber, daß dieſe nicht nur gekauft ſondern auch eifrig geleſen wurden. Aber eine wertvolle Erziehungsarbeit kann nur dann gewährleiſtet werden, wenn alle Lehrer vom neuen Geiſt der Erziehung nicht nur geleſen haben, ſondern von ihm ſo durchdrungen ſind, daß ſie der Jugend wirklich Führer und Berater ſein können auf dem Wege der Reife zum politiſchen Menſchen. Soweit geringe Leiſtungen der Schüler nachweislich auf die kämpferiſche Betätigung für die nationale Er⸗ hebung zurückgeführt werden konnten, wurden ihnen gewiſſe Ausgleiche gewährt. Daß aber ſchon in dieſem Jahre wie auch in den kommenden bei der Beurteilung der Schüler nicht nur die rein intellektuellen Lei⸗ ſtungen ſondern auch die charakterlichen Werte, die Geſamtperſönlichkeit, mit berückſichtigt wurden, iſt eine logiſche Folgerung aus der nationalſozialiſtiſchen Erziehungsidee. Hier die richtige Gewichtsverteilung zu finden zwiſchen körperlicher und geiſtiger Ausbildung und die richtigen Wege zur Bildung von Charakter und Wille und zur Erziehung zum deutſchen Menſchen wird die Hauptaufgabe der nächſten Zeit ſein, da nur das Bildungsideal noch Wert haben kann, das die Werte, die im eigenen Volkstum liegen, in den
Vordergrund ſtellt.
Ferienordnung 1934/35 Beginn des neuen Schuljahres: Dienſtag, 17. April. Pfingſtferien: 20.— 27. Mai. Sommerferien: 14. Juli— 12. Auguſt. Herbſtferien: 23. September— 7. Oktober. Weihnachtsferien: 23. Dezember bis 6. Januar. Ende des Schuljahres: 13. April 1935.
Direktion der Oberrealſchule mit Reformrealgymnaſium Scholl
Buchdruckerei Karl Balz, Mainz, Steing. 11


