Jahrgang 
1928
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herausgegebenen Richtlinien zur Reform des Zeichenunterrichts. Die Arbeiten sollten zeigen, welch unangeahnte, seither brachliegende Triebkräfte im Kinde schlummern, und wie sie zu künstleri- schen Leistungen entfaltet werden können.

Am Schwimmunterricht nahmen alle Quartaner teil, und mit wenigen Ausnahmen lernten sie alle schwimmen. Wir bitten die Eltern auch an dieser Stelle, ihre Kinder zur Ausübung gerade die- ser körperlichen Uebung anzuhalten.

Ergänzt wurde der Unterricht durch Besichtigungen hiesiger Sammlungen, industrieller Werke und durch den Besuch einiger Lehrvorträge. Wärmster Dank gebührt auch in diesem Jahre wieder Herrn Prof. Dr. Schmidtgen, der unseren Schülern im Naturhistorischen Museum ausgezeich- nete biologische Lehrfilme vorführte und erläuterte. Eine geologische Exkursion unter Führung von Oberstudienrat Dr. Mannheimer machte die Oberprimaner mit den Aufschlüssen aus dem Ter- tiär Rheinhessens bei Alzey-Weinheim bekannt. Mehrtägige Fahrten unternahmen einige Klassen ins Lahn- und Maintal, in den Soonwald, in den Spessart und ins Mainbergland. Die Ausstellung»Musik im Leben der Völker« in Frankfurt wurde von mehreren Oberklassen besichtigt. Dank dem verständnis- vollen Entgegenkommen der städt. Theaterdeputation und der Intendanz des Stadttheaters wurden in diesem Jahre zum ersten Male Schülermieten für Theatervorstellungen eingerichtet. Zu sehr bil- ligen Preisen(S RNM bezw. 14 RM) konnten die Schüler der Mainzer höheren Lehranstalten im Laufe des Winterhalbjahres 8 Vorstellungen(4 Schauspiele, 4 Opern) auf guten Plätzen besuchen. Wir sprechen auch an dieser Stelle den Herren Beigeordneten Hiemenz und Intendanten Klitsch für die Förderung unserer Bestrebungen, die Bühne zur Mitwirkung bei der Erziehung zu gewinnen, Herrn Verwaltungsinspektor Schauer für seine Mühewaltung verbindlichen Dank aus.

Der Betätigung der Schule im Turnen, Spiel und Sport wurde besondere Aufmerksamkeit ge- widmet, einmal, um bestimmten Zielleistungen zuzustreben, dann aber, um möglichst alle Schüler auf ein mittleres Leistungsmass zu bringen. Neben den regelmässigen Turnstunden wurden zweimal wöchentlich Spielnachmittage abgehalten, bei denen die Klassen auf die Plätze des T. V. von 1817 und des Ballspielklubs»Hertha« in 8 Gruppen verteilt waren.

An den Reichsjugendwettkämpfen nahmen die Klassen von IIIb aufwärts geschlossen teil. Von 425 Schülern genügten 301(= 70,8%) den Anforderungen; von ihnen erhielten 30 die Ehrenur- kunde des Herrn Reichspräsidenten. Das Reichsjugendabzeichen errangen sich 9 Schüler; der Ober- primaner Schneevoigt erhielt das Sportabzeichen in Bronze. 11 Schüler der Oberklassen nah- men am Schülerrudern des Mainzer Ruder-Vereins und an zwei internen Regatten teil. Der Ober- realschulachter wurde von einer kombinierten Mannschaft des Gymnasiums und Realgymnasiums knapp geschlagen. Bei einem Wettkampf im Schwimmen besiegte unsere Mannschaft in einer 10 mal 50 Meter Staffel die des Gymnasiums und Realgymnasiums.

Als Spiel wurde besonders wieder das Schlagballspiel gepflegt. Im Wettkampf um das Banner des Hess. Philologenvereins errang unsere Mannschaft die Meisterschaft der Mainzer höheren Schu- len. Auch im Tennis und Fussball fanden für unsere Mannschaften siegreiche Wettspiele im Laufe des Sommers statt.

Mit Beginn des Winterhalbjahres wurden von Turnlehrer Reinhard zwei freiwillige Turn- nachmittage eingerichtet.

Um die körperliche Entwicklung unserer Schüler zu überwachen, wird zweimal jährlich Kör- pergrösse und Gewicht festgestellt. Die stete Kontrolle ihres Gesundheitszustandes durch einen Schul- arzt gehört noch immer zu unseren unerfüllten Wünschen.

Im Laufe des Jahres fanden folgende Schulfeiern statt:

1. Der Landesjugendtag wurde am 4. 7. 27 von allen Klassen gemeinsam im Gonsenheimer Wald gefeiert. Studienrat Hesse sprach dabei über die Bedeutung der Feier für die Schulgemein- schaft und das Volksganze. Die Feier wurde von Gesang und Spiel umrahmt.