Jahrgang 
1928
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Studienrat Dr. Bezold bis 1. 7. 27; Vertreter: Studienreferendar Georg Bräunig; Stu- dienrat Listmann bis Pfingsten; Vertreter: Studienassessor Nikolaus Langelott und die Amtsgenossen; Studienrat Prof. Faustmann vom 17. 8. bis 28. 9. 27 und vom 1. 12. 27 bis 5. 1. 28; Vertreter: Pfarrer Schubert, Amöneburg; Studienrat Ott vom 1. 11. 27 bis Ostern 1928; Vertreter bis 9. 1. 28 Studienreferendar Meuser, danach bis 30. 1. Studienassessor Dr. Appel, von da bis Ostern die Amtsgenossen.(Studienrat Ott unterrichtete jedoch vom 5. 1. bis 9. 2. 28 eine Oberprima in Deutsch, von da ab eine Unterprima im gleichen Fache); vom 30. 1. 28 bis Ostern Studienrat Dr. Kern; Vertretung: die Amtsgenossen. Auch der Unterzeichnete musste vom 21. 1. bis 9. 2. 28 dem Dienste fern bleiben.

Einen Studienaufenthalt vom 1. 7. bis 15. 8. verbrachte Studienrat Dr. Bell in England; er wurde durch die Amtsgenossen vertreten. Vom 9. bis 11. Juni besuchte der Zeichenlehrer Poths die Hauptversammlung des Reichsverbandes der akad. Zeichenlehrer in Karlsruhe und stellte bei dieser Gelegenheit Arbeiten unserer Schüler aus.

Mit Beginn des Schuljahres lebte das Pädagogische Seminar an unserer Anstalt nach langer Pause wieder auf. Ihm wurden zugeteilt die Studienreferendare: Dr. Wilhelm Kunkel, Dr. Karl Heinrich Mumm), Dr. Anna Pfeifer.

Wohlfahrtseinrichtungen. Sämtliche Schüler waren um die geringe Prämie von 70 Rpf gegen die Folgen von Unfällen in der Schule und auf dem Schulweg versichert. Die Versicherung erwies sich auch in diesem Jahr als sehr angebracht. Bei mehreren Unfällen, die sich leider nicht ganz ver- meiden lassen, wurden die Eltern der Betroffenen wenigstens vor finanziellem Schaden geschützt.

Vom 21. 11. 27 an hatten die Schüler Gelegenheit zu einem warmen Milchfrühstück, das in der Turnhalle zum Preis von 10 Rpf für den Tag verabreicht wurde. Die Kosten für die Beteiligung bedürftiger Schüler übernahm auch in diesem Jahr ganz oder zum Teil das städt. Wohlfahrtsamt. Bis Mitte März waren an durchschnittlich 200 Schüler etwa 17 500 Portionen ausgegeben.

Einer Reihe von Schülern konnten wir in Verbindung mit den städtischen Behörden in den Sommermonaten einen Erholungsaufenthalt auf dem Lande oder an der See vermitteln. Wir bitten die Eltern, sich auch im kommenden Schuljahr dieser Vermittelung zu pedienen. Zeitige Anmeldung dafür ist sehr erwünscht. Ganz besonders dankbar wurde es begrüsst, dass 11 Schülern der mittleren und oberen Klassen aus Mitteln des Reichsministeriums für die besetzten Gebiete und des Reichs- bundes der Rheinländer in Berlin vom 9. August 1927 ab eine sechswöchentliche, kostenlose, aus- serordentlich anregende Lehr- und Erholungsfahrt nach Berlin und die Ostseeküste ermöglicht wurde.

Für die Benutzung des städt. Schwimmbades und der Badeanstalten der Gebr. Watrin waren unseren Schülern ermässigte Preise eingeräumt.

Durch eifrigen Vertrieb von Losen beteiligten sich unsere Schüler an der Aufbringung von Mitteln für die Mainzer Künstlerhilfe, ebenso nahmen sie an dem Verkauf von Wohlfahrtsmarken teil.

Ueber die Organisation des Unterrichts wurde oben schon kurz berichtet. Es seien noch einige Angaben über den wahlfreien Unterricht gemacht: Am Lateinunterricht(IIb la, wöchentlich drei Stunden) nahmen 43 Schüler teil. Zur Erlernung der Einheitskurzschrift in IIIb bis IIb waren fünf Schülergruppen eingerichtet. Die wahlfreien Uebungen in Physik, Chemie und Biologie konnten wegen der starken Belastung der petr. Lehrkräfte nur in je einem Kurs abgehalten werden; auch der in die Naturwissenschaften eingebaute Arbeitsunterricht der Klassen litt stark unter der hohen Klassen- frequenz und der Unmöglichkeit, die Klassen für die Schülerübungen zu teilen. Werkunterricht wurde als Zusatzunterricht zum Zeichnen erteilt; geübt wurden künstlerische Schrift, Linoleum- schnitt u. a. Am 18. März 1928 wurde in den Räumen des Gutenbergmuseums eine Ausstellung von Arbeiten unserer Schüler(mit solchen von Schülerinnen der Studienanstalt) eröffnet. In dieser Porm sollte die Veranstaltung ein Bericht sein über die vom Landesamt für das Bildungswesen