Jahrgang 
1913
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literatur verbreitet wird. Haus und Schule müssen hier zusammen wirken. Alle massgebenden Behörden sind bereit zu helfen. Auch die Schule wird Mittel und Wege suchen, in den Schüler- büchereien gesunde Lesekost zu reichen. Aber die Familie ist in erster Linie berufen, uns in diesem Kampfe beizustehen.

Besondere Beachtung verdient die folgende Verfügung der obersten Schulbehörde:

Um bei dem ungesunden Andrang zu den höheren Schulen unbegabte und den Aufgaben nicht gewachsene Schüler vor späteren Enttäuschungen zu schützen und um sie rechtzeitig den UÜbergang zu einem ihrer anders gearteten Veranlagung entsprechenden Bildungsgang und Beruf vollziehen zu lassen, bestimmen wir, das Schüler, die in derselben Klasse zum 2. Male das Lehr- ziel nicht erreichen, durch Beschluss des Klassenlehrerrats von dem weiteren Besuch einer jeden Lehranstalt derselben Art ausgeschlossen werden können.

Die Aufnahme in eine höhere Schule anderer Art ist von dem Ergebnis einer Prüfung ab- hängig zu machen; sie wird jedoch in der Regel von vornherein zu versagen sein, wenn sich aus dem Zeugnis der früher besuchten Schule die Unfähigkeit zur Mitarbeit gerade in solchen Fächern ergibt, in denen die Lehrziele beider Schularten im wesentlichen übereinstimmen.

Auch im neuen Schuljahr wird in sämtlichen Sexten Französisch gelehrt. Der Reform-Lehr- plan wird allmählich von unten auf in der Anstalt durchgeführt.

F. Zur Geschichte der Anstalt.

Auch im abgelaufenen Schuljahr wurde in 30 Klassen unterrichtet. Der Reformlehrplan kam in den 4 Sexten zur Durchführung und soll nun allmählich von Klasse zu Klasse weitergeführt werden. Das Französische beginnt in Sexta und von Ostern 1914 an das Englische in Quarta.

Herr Assessor Küssner schied mit Beginn des neuen Schuljahrs von unserer Anstalt und übernahm die Rektorstelle an dez Höheren Bürgerschule zu Nidda in Oberhessen. Er wurde gleichzeitig zum Oberlehrer ernannt. Unsere besten Wünsche begleiten ihn. Auch Herr Referendar Dr. Bauer, der eine Oberlehrerstelle an der Anstalt versehen hatte, verliess uns und übernahm eine Stelle an der Eleonorenschule zu Darmstadt. Für beide Herren wurden die Herren Professoren D. Dr. Friedrich und Dr. Curschmann vom Neuen Gymnasium zu Mainz an unsere An- stalt versetzt. Ferner wurde Herr Referendar Dechent auf 3 Jahre beurlaubt. Er übernahm eine Lehrerstelle an der deutschen Auslandschule zu Joinville in Brasilien.

Zu Professoren wurden ernannt am 1. April 1912 die Herren Oberlehrer Rohr, Weisser und Goertz, zu Assessoren am 1. April 1912 die Herren Referendare Heinrich Müller, Ueberle und Scholl(in Belgrano in Argentinien); am 1. Oktober 1912 die Herren Referendare Schickel und Dr. Stautz. Herr Assessor Ullmann blieb auch im neuen Schuljahr als Volontär an der Anstalt. Im zweiten Vorbereitungsjahr traten ein die Herren Referendare Gimbel, Mag am 1. April, dicke, v. Jungenfeld, Mohr, Zöckler am 1. Oktober. Als Volontär für Zeichenunterricht trat im Herbst Herr Kross aus Mainz-Amöneburg ein. Herr Assessor Ull- mann wurde vom 16. August bis 7. September an der Schillerschule in Friedberg und für die Dauer des Winterhalbjahrs am Neuen Gymnasium zu Mainz verwendet; Herr Assessor Ueberle vom 8. August bis 25. September an der Höheren Bürgerschule zu Grünberg. Herr Assessor Schickel wurde vom 1. Oktober 1912 an auf ein Jahr nach Frankreich beurlaubt.

Zu Studienreisen waren beurlaubt Herr Oberlehrer Dr. Binzel für die Monate März, April, Mai nach England, Herr Prof. Weisser vom 18. Juli bis 10. Oktober ebenfalls nach England, ferner Herr Prof. Hilsbos zu dem bayerisch-hessischen archäologischen Anschauungs- kursus vom 28. Mai bis 8. Juni und zu einer wissenschaftlichen Reise nach Griechenland vom 17. August bis 7. September. Zu militärischer Dienstleistung waren eingezogen Herr