Jahrgang 
1912
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Schulnachrichten. =0ᷣ=

A. Höhere Mädchenschule und Lehrerinnen-Seminar.

I. Zur Geschichte der Schule.

Am 24. März 1911, also noch vor Beginn der vorigen Osterferien, starb die kleine Else Roth, Schülerin der Klasse 7 d. Dem Wunsche der Eltern gemäss wurde sie in aller Stille beerdigt; doch liessen die Mitschülerinnen am Sarge der Heimgegangenen einen Kranz niederlegen.

Herr Oberlehrer Dr. Waas wurde am l. April 1911 zum Professor ernannt. Der Anfang des Schuljahres 1911/12 fiel auf den 24. April.

Wegen hochgradiger Nervosität musste Herr Reallehrer Müller im Anschluss an die Oster- ferien zunächst bis zum Ausgange der Herbstferien und dann weiterhin bis zum Ende des Berichts- jahres beurlaubt werden. Mit seiner Stellvertretung beauftragte Grossh. Ministerium die Lehramts- aspirantin Frl. Johanna Schroeder aus Eichloch(Verfügung vom 29. April).

Das neue Schuljahr brachte der Anstalt drei neue Lehrkräfte: Die Herren Lehramtsassessor Krauss und Reallehrer Simon sowie die Schulverwalterin Frl. Waltzinger, eine Folge der Errichtung der mittleren Lateinklasse(2 b), einer weiteren zweiten Klasse(2 c) und der Klasse 6 d.

Karl Krauss, geb. am 53. Februar 1885 zu Babenhausen, besuchte zuerst die Volksschule seines Heimatortes und seit Sommer 18904 das Grossh. Gymnasium zu Mainz; hier erhielt er Ostern 1903 das Reifezeugnis. Er widmete sich dann dem Studium der klassischen Philologie und der Germanistik an den Universitäten München, Berlin und Giessen und legte im Sommer 1907 an der Landesuniversität seine Staatsprüfung ab. Seinen pädagogischen Vorbereitungsdienst erledigte er am Pädagogischen Seminar des Grossh. Gymnasiums zu Giessen und im zweiten Jahre am Grossh. Herbstgymnasium zu Mainz. Während dieser Zeit war er mit mehrwöchigen Yertretungen an der Höheren Bürgerschule zu Gross-Gerau und am Grossh. Herbstgymnasium zu Mainz beauftragt. Nach Hblauf des Seminarjahrs wurde er am 50. September 1900 zum Lehramtsassessor ernannt. Gleichzeitig erhielt er auf seine Bitte einen einjährigen Urlaub, um eine Hauslehrerstelle bei Herrn Landrat von Marx in Homburg v. d. H. zu übernehmen. Von dort wurde er im Herbst 1910 zurückberufen und war während des Winterhalb- jahres 1910/11 am Grossh. Ostergymnasium zu Mainz tätig. Durch ministerielle Verſügung vom 21. März 1911 wurde er mit der Verwaltung einer Lehrerstelle an der Höheren Mädchenschule und dem Lehrerinnen-Seminar dahier beauftragt.

Gustav Simon, geb. am 6. Februar 1873 zu Darmstadt, besuchte zuerst die Volksschule und dann bis zum Jahre 18890 das Realgymnasium seiner YVaterstadt. Nach anfänglichem Studium der Musik wandte er sich von 1891 an auf dem Grossh. Lehrer-Seminar zu Bensheim dem Lehrerberufe zu und verliess diese Anstalt im Jahre 1893 nach bestandener Entlassungsprüfung. In der Folge war er von