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Die Schulverwalterin Frl. Karoline Arens schied mit Ablauf des vorigen Schuljahres aus dem hessischen Schuldienste aus, um sich am Grossherzoglichen Realgymnasium zum Zwecke des akademischen Studiums für die Reifeprüfung vorzubereiten. Ihre Nachfolgerin erhielt sie in Fräulein Emilie Tugend.
Emilie Tugend, geb. am 28. November 1886 zu Mainz, besuchte von Ostern 18903— 1903 die
Höhere Mädchenschule und von da an drei Jahre lang das mit letzterer verbundene Lehrerinnenseminar
ihrer Vaterstadt. Nachdem sie am 16. März 1906 die Entlassungsprüfung bestanden hatte, ging sie zu
ihrer weiteren Kusbildung nach Frankreich, wo sie etwa 1 Jahr in Paris und dann 1 ½ Jahre in Castres
(Südfrankreich) verbrachte. Nach ihrer Rückkehr im Juli 1908 wurde sie vom 26. Oktober an mit der
Verwaltung einer Lehrerinnenstelle an der Höheren Bürgerschule zu Sprendlingen(Rheinhessen) betraut.
Durch Verfügung Grossherzoglichen Ministeriums vom 27. Februar 1909 wurde sie als Schulverwalterin
an die Höhere Mädchenschule zu Mainz versetzt.
Die Rücksicht auf seine angegriffene Gesundheit veranlasste Herrn Geh. Oberschulrat i. P. Weihrich, bei Grossherzoglichem Ministerium um Enthebung von dem Amte eines Mitglieds des Kuratoriums einzukommen. Es ist uns ein Bedürfnis, den hochverehrten Mann unserer aufrichtigsten Dankbarkeit zu versichern im Hinblick auf die Verdienste, die er sich um unsere Anstalt während seiner Zugehörigkeit zu deren Kuratorium in reichem Masse erworben hat. Sein Nachfolger, der Grossh. Direktor des Herbstgymnasiums, Herr Dr. Heinrich Blase, wurde am 25. Juni durch Herrn Oberbürgermeister Dr. Göttelmann in sein Amt eingeführt.
Der alljährlich stattfindende Schulausflug wurde diesmal am 11. Mai unternommen. Das Seminar und die Klassen Ia—3 abc waren den ganzen Tag unterwegs, während sich die übrigen Altersstufen mit einem Vormittagsspaziergang begnügten.
Vom 15. Mai bis zum 14. Juni war der Unterzeichnete zu seiner Erholung beurlaubt; die direktorialen Dienstgeschäfte wurden während dieser Zeit von Herrn Professor Dr. Ledroit erledigt.
Eines schweren Herzleidens wegen musste Herr Reallehrer Johannes Kempf vom 17. Juni an beurlaubt werden. Die Mehrzahl seiner Stunden übernahm mit Genehmigung Gross- herzoglichen Ministeriums die Lehramtsaspirantin Frl. Hedwig Lucius und später, als diese häuslicher Verhältnisse halber aus dem Schuldienst ausschied, die Lehramtsaspirantin Fräulein Marie Nover.
Durch Allerhöchstes Dekret vom 3. Juli wurde der israelitische Religionslehrer, Herr Dr. Moritz Lorge, zum Oberlehrer an unsrer Schule ernannt.
Auf Anordnung der obersten Schulbehörde wurde am 10. Juli, dem 400 jährigen Ge- burtstag des Reformators Johannes Calvin, im evangelischen Religionsunterricht dieses Mannes besonders gedacht und seine Bedeutung für die evangelische Kirche den Schülerinnen in ge- eigneter Weise zum Bewusstsein gebracht.
Vom 1. August bis zum 26. September war die Schulverwalterin Frl. Marie Lehne zum Zweck eines achtwöchigen Studienaufenthalts in England beurlaubt. Da ihre Abwesenheit grösstenteils in die Herbstferien fiel, so war eine besondere Vertretung nicht erforderlich.
Am 2 August wurde der Unterricht wegen der Ankunft des Grafen Zeppelin von, der dritten Stunde an ausgesetzt.
Gleich nach den Herbstferien sah sich Herr Oberlehrer Becker genötigt, seinen Un- terricht krankheitshalber vier Wochen lang auszusetzen.
Vom 1.— 15. Oktober war Herr Oberlehrer Dr. Wimmenauer zu einer vierzehntägigen Landwehrübung einberufen.
In der Nacht vom 11/12. Oktober wurde Herr Reallehrer Johannes Kempf von seinem zuletzt sehr schweren Leiden durch einen sanften Tod erlöst. Die Ueberführung der Leiche nach Vonhausen(Kreis Büdingen), dem Geburtsorte des Entschlafenen, fand am Nachmittag des


